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Fridays for future zwei Tage vor der Europawahl auf der Theresienwiese in München

Fürstenfeldbruck

Fridays for Future: So gehen Gymnasien mit dem Klima-Protest um

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Mit dem Start ins neue Schuljahr gehen wohl auch die „Fridays for Future“-Demonstrationen weiter. Jede Schule geht individuell mit fehlenden Schülern um. Denn eine Vorgabe vom Staat gibt es nicht. Doch tatenlos zusehen, kommt für die Gymnasien nicht in Frage.

Fürstenfeldbruck – Gerade hat die Schule wieder begonnen, da steht schon das erste Wochenende wieder vor der Tür. Bedeutet das dann auch, dass es mit den „Fridays for Future“-Demonstration weiter geht? Oder hat es die wöchentliche Aktion nicht über die Sommerferien geschafft?

Die Schulleiter der Gymnasien im Landkreis sehen dem heutigen Tag größtenteils gelassen entgegen. Schon im vergangen Schuljahr gingen längst nicht alle Schüler zu dem Demonstrationen. Generelle Vorgaben oder Anweisungen vom Kultusministerium gibt es bis jetzt nicht. Jede Schule muss selbst sehen, wie sie mit abwesenden Schülern umgeht.

Fridays für Future: Zusatzveranstaltungen zum Thema Klima

„Die Schule vor Ort entscheidet, wie sie darauf reagiert“, sagt Schulleiter Robert Christoph vom Max-Born-Gymnasium in Germering. Man wolle sich aber mit den Kollegen des Carl-Spitzweg-Gymnasiums abstimmen, so dass eine einheitliche Linie gefahren wird. Außerdem sollen verpasste Unterrichtsstunden durch Zusatzveranstaltungen zum Thema Klima nachgeholt werden.

Am Gymnasium Olching bevorzugt man die Variante aus Garmisch-Partenkirchen. Hier gehen die Schüler nach dem Unterricht demonstrieren, meint Oberstudiendirektor René Horak. Er würde auch eine landkreisübergreifende Lösung begrüßen, doch Gespräche darüber gab es bisher noch nicht.

„Man muss auch Fingerspitzengefühl beweisen“, sagt Horak. Auf der einen Seite solle man den Schülern Zivilcourage und politisches Denken näher bringen. Auf der anderen Seite sei das Schulschwänzen selbstverständlich nicht erlaubt. In Olching setzt man daher auf eigene Aktionen an der Schule, die auch gut angenommen werden.

Eigenes Konzept zur Mülltrennung

So läuft es auch in Gröbenzell. Der stellvertretende Schulleiter Matthias Langensteiner sagt: „ Gruppen und Wahlfächer die sich mit Umweltschutz befassen, werden sehr gut angenommen.“ Auch mit einem eigenen Mülltrennungskonzept geht die Schule neue Wege. „Wir nehmen die Impulse der Schüler auf und versuchen sie umzusetzen“, erklärt Langensteiner.

Im Rhabanus-Maurus-Gymnasium in St. Ottilien führt man ebenfalls intensive Gespräche mit den Schülern. „Außerdem veranstalten wir Projekttage zu dem Thema, die über das ganze Schuljahr gehen“, sagt Schulleiter Michael Häußinger. Für ihn sind in Sachen Klimaschutz aber vor allem der Staat und die Eltern gefordert. Es müsse zwingend mehr in die Bahn investiert werden, damit sie eine Alternative zum Auto darstelle. Von den so genannten Elterntaxis, hält Häußinger ebenfalls gar nichts. Da könnten die Schüler gleich in der eigenen Familie ansetzen mit ihren Forderungen.

Fridays for Future: Die Schulpflicht geht vor

Puchheims Schulleiter Georg Baptist sieht die Angelegenheit ganz pragmatisch: „Schulpflicht geht vor.“ Die Kinder sind auch nicht versichert, wenn sie während der Unterrichtszeit fehlen, gibt Baptist zu bedenken. „Außerdem gilt für Schulen Neutralitätspflicht“, sagt der Schulleiter. Man darf also nicht sagen, die Demos für das Klima sind gut oder schlecht. In Puchheim will man daher n Alternativen wie das Energieradeln oder das Ramadama mit dem Bund Naturschutz anbieten. 

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