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Landkreis setzt UN-Konvention um

Fünf-Punkte-Plan gegen Ausgrenzung

Menschen mit Behinderung sollen so gut es geht am Alltagsleben teilhaben können. So will es eine Konvention der Vereinten Nationen (UN). Auch der Landkreis will die Inklusion Betroffener verbessern und hat jetzt ein Programm zur Umsetzung dieses Plans vorgelegt.

Fürstenfeldbruck – Wie können Menschen mit Behinderung am täglichen Leben im Landkreis teilhaben? Mit dieser Frage haben sich jüngst mehrere Institutionen beschäftigt. An der Ausarbeitung des Programms waren die Hochschule für angewandte Wissenschaften in München und der Verein Dreirat, aber auch Experten aus Verwaltung, Politik und Behinderteneinrichtungen beteiligt. Die Gruppen waren in fünf Bereiche unterteilt: Bewusstseinsbildung, Barrierefreiheit, Lernen, Arbeit sowie das breit gefächerte Feld Gesundheit, Kultur, Freizeit und Sport.

Die Experten sind sich einig: Das Thema muss mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden. In der Bevölkerung soll ein Bewusstsein für das Thema Behinderung geschaffen werden. Erreicht werden soll das etwa durch eine Nachrichtenquote in Gemeindeblättern für Themen über Inklusion. Veranstalter sollen zudem einen Leitfaden für behindertengerechte Organisation bekommen. Außerdem startet eine Informationskampagne über das Thema Inklusion. Ein weiterer Ansatz sind finanzielle Anreize für inklusionswillige Einrichtungen. Die Behörden wollen zudem als Vorreiter Inklusion selbst verwirklichen. Dazu sollen eine neue Stelle für einen Inklusionsbeauftragten im Landratsamt und mehr Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen werden.

Auch die Barrierefreiheit spielt beim Thema Inklusion eine wichtige Rolle. Dabei geht es aber nicht nur um den Abbau von Hindernissen beim Zugang von Gebäuden oder öffentlichen Verkehrsmitteln sondern auch um die Reduzierung sprachlicher Barrieren. Dazu sollen die Internetseiten von Behörden auch in einfacher Sprache oder mit Blinden-Lesegerät abrufbar sein und von einer Computer-Stimme vorgelesen werden. Bei öffentlichen Veranstaltungen ist geplant, einen Gebärdensprachdolmetscher zu engagieren.

Wie viele Schulen den inklusiven Ansatz verfolgen werden, ist aber noch unklar. Das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern soll aber an möglichst vielen Orten gefördert werden. Gibt es mehr inklusive und untereinander vernetzte Schulen, so die Hoffnung, können Eltern mit behindertem Kind über mehr Möglichkeiten bei der Schulwahl informiert werden. Beratungsangebote sollen Eltern zudem helfen, die geeignete Schule für ihr Kind zu finden. Auch Erwachsenen mit Behinderung soll die Weiterbildung in inklusiven VHS-Kursen ermöglicht werden.

Außerdem ist eine Anlaufstelle für arbeitsbezogene Themen geplant. Dort sollen Menschen mit Behinderung einen Überblick erhalten über Hilfen, die am Arbeitsplatz in Anspruch genommen werden können. Vereine, Behörden und Wohlfahrtsverbände sollen sich zudem zur Einstellung von mehr kranken oder behinderten Menschen verpflichten.

Gleichzeitig soll auch der Austausch der Behinderten untereinander mit mehr inklusiven Selbsthilfegruppen gefördert werden. So ist etwa vorgesehen, dass Sportfeste und andere Veranstaltungen inklusiv werden sollen. Und da die UN-Vorgabe eine universelle Menschenrechtskonvention ist, sind auch Erleichterungen für ausländische Behinderte vorgesehen. Unterkünfte für Urlauber sollen auch barrierefrei sein.

Wie genau die Ziele umgesetzt werden sollen und wie viele Einrichtungen sie sich zu Herzen nehmen werden, ist noch nicht absehbar. Im Kreisausschuss wurde der Aktionsplan, der im Moment vor allem eine Willensbekundung darstellt, zur Kenntnis genommen. Bislang wurden in diesem Zusammenhang 48 000 Euro aufgewendet.

Den Aktionsplan

gibt es auf der Homepage des Landratsamtes unter www.lra-ffb.de. Man kann ihn auch telefonisch beim Behindertenbeauftragten Herbert Sedlmeier unter Telefon (08141) 51 93 76 anfordern.

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