Bonbons fliegen, Narren winken: Es wirkt wie ein echter Faschingszug durch Bruck. Doch die Komparsen, unter anderem des Komitees Faschingszug Olching, stellen die Szene für Aktenzeichen XY nach.
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Bonbons fliegen, Narren winken: Es wirkt wie ein echter Faschingszug durch Bruck. Doch die Komparsen, unter anderem des Komitees Faschingszug Olching, stellen die Szene für Aktenzeichen XY nach.

Für Aktenzeichen XY... ungelöst

Faschingstreiben im Oktober? In Fürstenfeldbruck stellt das ZDF eine Amok-Fahrt nach

  • Ingrid Zeilinger
    VonIngrid Zeilinger
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Faschingstreiben im Oktober? Wer am Wochenende an der Brucker Unfaltstraße vorbeifuhr, traute wohl seinen Augen nicht. Hinter dem bunten Umzug verbarg sich ein ernster Grund.

Fürstenfeldbruck – Fanfarenklänge hallen durch die Gegend. Immer wieder marschiert der Fanfarenzug Graf Toerring Gernlinden durch die Straße. Kameras begleiten die Musiker bei jedem Schritt. Klappe, und die nächste Aufnahme.

Dreharbeiten in der Kreisstadt sind nichts Besonderes mehr. Doch so aufwendig waren sie noch nie, sagt Ina-Maria Reize-Wildmann, Redaktionsleiterin der ZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“. Denn diesmal wurde eine Amokfahrt gedreht. In Nordhessen ist ein Auto bei einem Gaudiwurm in die Zuschauermenge gerast. Mehrere Menschen wurden verletzt. Eine 16-Jährige zeigte dabei große Zivilcourage. „Sie versuchte, den Fahrer zu stoppen und hat sich auch um die verletzten Menschen gekümmert“, berichtet Reize-Wildmann. Für ihre heldenhafte Tat ist die junge Frau für den XY-Preis 2021 nominiert. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundesinnenministers und ehrt Personen mit Zivilcourage, die Verbrechen verhindern oder zu ihrer Aufklärung beitragen.

Dreharbeiten für Aktenzeichen XY: Nominierte selbst vor Ort

Das Mädchen war selbst in Bruck, um die Szenen zu drehen, erzählt Johann Krämer, Vorsitzender des Komitee Faschingszug Olching. Bei ihm ging die Anfrage des ZDF ein, ob sie einen Wagen zur Verfügung stellen könnten. „Unser Komitee-Wagen steht das ganze Jahr über in der Garage“, erzählt Krämer. Also wurde er etwas vor dem närrischen Auftakt herausgeholt, acht Mitglieder schlüpften in Kostüme und fuhren nach Bruck. „Es war spannend, wir konnten mit dem Regisseur und dem Mädchen sprechen“, erzählt Krämer. Die Ortschaft in Hessen habe knapp 7000 Einwohner. „Zum Faschingszug kommen wie bei uns 15.000 bis 20.000 Zuschauer.“ Bis die Szene perfekt war, musste der Wagen etliche Male die Straße rauf und runter fahren. „Und wir haben immer Schiri geschrien statt Olau“, erzählt Krämer. Denn so lautet dort der Faschingsruf.

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Dreharbeiten für Aktenzeichen XY: Polizisten übernehmen Komparsenrollen

Auch die zwölf Fanfarenspieler spulten immer wieder die gleiche Tonspur ab. Wie oft, haben sie nicht mehr zählen können. „Es war mal etwas ganz anderes“, erzählt der Vorsitzende Korbinian Raith. „Die größte Herausforderung aber war, mal ohne Ton zu spielen.“ Besonders für die Trommler, denn echt musste es ja trotzdem wirken, auch wenn der Ton erst später dazu kam.

Als die Amokfahrt gedreht wurde, griffen die Polizisten ein – echte Streifenbeamte, die in ihrer Freizeit Komparsenrollen übernehmen. Von morgens bis zum späten Nachmittag dauerte es, bis der Film im Kasten war. „ Wir sind extrem dankbar, dass alle aus der Region mitgemacht haben“, sagt Ina-Maria Reize-Wildmann. Denn so sei ein guter Film entstanden. Der Beitrag zum Faschingszug soll in der XY-Sendung am 17. November ausgestrahlt werden. Dann werden die Zuschauer auch erfahren, ob die junge Heldin den Preis bekommt.

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