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Projekt „Starthilfe“ 

Hilfe für Jugendliche ohne Schulabschluss

Es ist ein Projekt, das im wahrsten Sinne des Wortes bereits Schule gemacht hat und nun neu gestartet ist: die „Starthilfe“. Damit wollen der Sprint e. V., die Kfz-Firma R&R aus Überacker und das Jobcenter Jugendliche ohne Schulabschluss fördern.

Fürstenfeldbruck – Mittelschul-Abbrecher sind nach Erfahrung von Claudia Baubkus, Geschäftsführerin des Jobcenters, meist Kandidaten für eine Hartz–IV–Karriere. Einem solchem Lebenslauf will man mit der Starthilfe vorbeugen und gegensteuern. Das Projekt lief bereits rund zehn Jahre erfolgreich unter der Ägide des Kreisjugendrings. Nun hat der Verein Sprint seine Zertifizierung abgeschlossen und führt dieses erfolgreiche Modell weiter.

Claudia Baubkus

Beim Treffen mit den Verantwortlichen unterstrich Landrat Thomas Karmasin die Notwendigkeit des Modells: „Der Landkreis ist stolz auf dieses ausgezeichnete Projekt. Leider hat es ein Jahr gedauert, bis die Arbeit wieder aufgenommen werden konnte und wir sind sehr froh darüber, dass es weitergeht.“

Seit Anfang der Woche besuchen zwölf Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren die Starthilfe in Überacker. Acht Männer und vier Frauen, darunter vier mit Flüchtlingshintergrund, versuchen in der Firma R & R, Fuß im Leben zu fassen und sich auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten.

Das Starthilfeprojekt dauert zehn Monate, die Jugendlichen werden wochentags von 9 bis 17 Uhr vom Sozialpädgogen Herbert Ringe, dem R&R-Firmenchef Peter Steger und einem Lehrer in Theorie und Praxis darauf vorbereitet, ihren Mittelschulabschluss oder den Quali zu machen, um auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Perspektive zu haben und im besten Fall eine Ausbildung beginnen zu können. „Wir verzeichneten in den Vorjahren eine Erfolgsquote von 70 Prozent, das ist ein tolles Ergebnis – rund 60 Prozent beginnen eine Ausbildung, die anderen sind stabilisiert für Fördermaßnahmen des Jobcenters“, sagt Claudia Baubkus.

Der Erfolg des Projekts zeigt sich allerdings nicht nur in Zahlen, wie R&R-Chef Peter Steger betont. Er hat in den vergangenen zehn Jahren viele Jugendliche kommen und gehen sehen – einige sind ihm als Auszubildende und als Gesellen treu geblieben oder haben in anderen Betrieben Fuß gefasst. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch sogenannte hoffnungslose Fälle zu motivieren sind und überzeugt werden können, ein gewinnbringender Teil der Gesellschaft zu werden.“

Zahlreiche unterrichtsbegleitende Projekte, die den Teamgeist fördern und Begabungen offen legten, trugen in der Vergangenheit dazu bei, dass sich die jungen Menschen motivieren ließen und auf ihre eigenen Stärken vertrauten. Und genau so will man in Überacker auch in der Zukunft durchstarten. Mit dem guten Gefühl für eine Sache, die es einfach wert ist: Jungen Menschen mit schwierigem Hintergrund eine Perspektive fürs Leben zu geben. (akk)

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