Dorothee von Bary ist im Vorstand derBürgerstiftung. Foto: tb „Für uns ist der Wille des Stifters, den erin seinem Testament niedergelegt hat,die absolute Richtschnur für unser Handeln.“Dorothee von Bary

Das aktuelle Interview 

Für wen eignet sich eine Stiftung als Erbe?

An Menschen, die sich über ihren Nachlass Gedanken machen, wendet sich eine Veranstaltung der Stiftungen im Landkreis. Dorothee von Bary vom Vorstand der Bürgerstiftung für den Landkreis Fürstenfeldbruck erklärt, worum es im Einzelnen geht.

Fürstenfeldbruck– 

-Frau von Bary, welche Idee steckt hinter einer Bürgerstiftung?

Bei einer Bürgerstiftung können alle Bürger und Unternehmen mitmachen und mitgestalten. Alter, Geld oder Herkunft spielen keine Rolle. Bürgerstiftungen helfen nach dem Motto „Bürger für Bürger“, betreiben eigene Vorhaben und unterstützen Projekte anderer Institutionen.

-Warum kann es sinnvoller sein, ins Vermögen einer Stiftung einzubezahlen, als das Geld zu spenden?

Jeder Betrag, der ins Grundstockvermögen gestiftet wird, bleibt auf ewig erhalten. Nur die Zinsen und Erträge dürfen ausgegeben werden. Für eine Stiftung bedeutet das Stiftungskapital Unabhängigkeit und Planbarkeit. Spenden müssen innerhalb von zwei bis drei Jahren verbraucht werden.

-Jetzt wenden Sie sich mit einer Informationsveranstaltung konkret an Menschen, die sich Gedanken über ihren Nachlass machen. In welchen Fällen ist eine Stiftung als Erbe erstrebenswert?

Wir haben festgestellt, dass die Bürger aus ganz unterschiedlichen Motiven eine Stiftung bedenken. Manche, die sehr engagiert waren, möchten, dass ihr Erbe weiter dem Zweck zugute kommt, den sie ihr Leben lang unterstützt haben. Andere sind sehr dankbar, dass es ihnen ein Leben lang gut gegangen ist, und möchten mit ihrem Erbe denen helfen, die es nicht so leicht haben. Immer wieder wird deshalb neben den eigenen Kindern auch eine Stiftung mit einem Teil des Erbes bedacht. Aber besonders sollten natürlich die Menschen, die keine Familie haben, überlegen, wie sie ihren Nachlass regeln.

-Mal ganz plump gefragt: Was hat ein Bürger davon, wenn er sein Vermögen, einen Teil davon oder eine Immobilie an eine Stiftung vererbt?

Möglicherweise hat jemand ein gutes Gefühl, weil er etwas für das Gemeinwesen tut, in dem er lebt und sich wohlfühlt. Viele Menschen formulieren, dass sie etwas zurückgeben wollen. Oder ein Bürger will, dass sein Name in einer Stiftung weiter lebt, dass man sich an ihn erinnert.

-Ist die Bürgerstiftung in der Vergangenheit bei Nachlässen bedacht worden?

Ja, wir haben schon ein paar Nachlässe erhalten in Form von Immobilien, Geld oder Aktien.

-Inwieweit ist der Wille eines Verstorbenen für Stiftungen bindend?

Für uns ist der Wille des Stifters, den er in seinem Testament niedergelegt hat, die absolute Richtschnur für unser Handeln. Das sind wir ihm schuldig!

-Worüber wird bei Ihrer Veranstaltung im Einzelnen informiert und wie ist der Ablauf?

Es gibt drei kurze Vorträge. Zunächst wird erklärt, was Stiftungen anstoßen und bewirken können. Dann kommt ein Vortrag über die steuerlichen Aspekte, und am Schluss zeigt ein Notar die unterschiedlichen Möglichkeiten auf, wie man eine Stiftung in seinem Testament berücksichtigen kann. Mit Vertretern der Stiftungen und den Referenten können im Anschluss individuelle Fragen besprochen werden. Wir organisieren die Veranstaltung mit anderen Stiftungen aus dem Landkreis, weil wir zeigen möchten, wie viele interessante Stiftungen es bereits gibt und wie unterschiedlich die Ziele sind und sein können.

-Muss man sich anmelden oder Eintritt zahlen?

Die Veranstaltung ist kostenlos. Sie dauert etwa zwei Stunden.

Das Interview führte
Sabine Kuhn.


Stiftung als Erbe?

Die Veranstaltung beginnt am Montag, 23. Oktober, um 16 Uhr im Seminarraum des Veranstaltungsforums Fürstenfeld.

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