Mit roter Farbe wiesen die Veranstalter, auch im Kloster Fürstenfeld, auf ihre prekäre Lage in der Corona-Pandemie hin.
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Mit roter Farbe wiesen die Veranstalter, auch im Kloster Fürstenfeld, auf ihre prekäre Lage in der Corona-Pandemie hin.

Bundesmittel

Corona-Hilfe für Fürstenfeld

  • vonStefan Reich
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Fürstenfeldbruck – Die Ungeduld bei Norbert Leinweber wächst. Doch der Leiter des Veranstaltungsforums Fürstenfeld weiß, dass das nicht viel ändert.

Fürstenfeldbruck - Die neuesten Beschlüsse der Bund-Länder-Runde kannte er zwar noch nicht im Detail, als er am Mittwochabend den Kultur- und Werkausschuss des Stadtrates über die Lage des Veranstaltungforums informierte. Kanzlerin und Ministerpräsidenten tagten da selbst noch. Doch die Richtung war absehbar.

„Es wird noch eine Weile dauern, bis sich was ändert. Man nennt die Kultur bei den Öffnungsplänen in einem Atemzug mit Spaßbädern, Spielhallen und Bordellen“, sagte Leinweber. Dennoch gab es auch gute Nachrichten, die er verkünden konnte. Auch dank der Finanzhilfen des Bundes fällt das Defizit des städtischen Eigenbetriebes geringer aus als zuletzt befürchtet.

Hatte man für 2020 ursprünglich mit 1,2 Millionen Euro Zuschussbedarf aus der Stadtkasse gerechnet – das entspricht dem in den vergangenen Jahren üblichen Defizit –, korrigierte Leinweber diesen Betrag pandemiebedingt im Jahresverlauf auf 1,8 Millionen Euro. Landen wird man nun wohl bei 1,3 Millionen Euro Defizit.

Veranstaltungsforum Fürstenfeld: Hilfen fließen

Am Mittwochabend war die Zahl noch mit einem Fragezeichen versehen gewesen. Am Donnerstag kam dann der Bescheid, dass neben den November- auch die Dezemberhilfen bewilligt werden, sagt Leinweber. Zusammen sind das 339 000 Euro. Zudem reduzierten sich neben den Einnahmen – man zählte 2020 nur 70 000 Besucher statt den üblichen 250 000 – auch die Ausgaben stärker als zunächst angenommen. Unter anderem durch die Kurzarbeit, in der sich fast alle Mitarbeiter weiterhin befinden, konnten die Kosten gesenkt werden.

Veranstaltungsforum Fürstenfeld: Start wohl kaum vor Pfingsten

Für 2021 hat Leinweber für das Veranstaltungsforum ein Defizit von 1,7 Millionen Euro veranschlagt. Da hatte er aber noch damit gerechnet, dass vielleicht schon im Frühjahr wieder Veranstaltungen stattfinden können. „Doch wir müssen uns nichts vormachen. Vor Pfingsten wird es nicht wirklich losgehen können“, sagt Leinweber. Im Juni sind mit dem Klaviersommer die ersten Kulturveranstaltungen angesetzt, mit deren Stattfinden man noch fest rechnet. Aber die Gartentage etwa, normalerweise eine Großveranstaltung mit zehntausenden Besuchern, wird es gar nicht oder nur in deutlich kleinerer Form geben. Eine Verlegung in den Herbst sei terminlich nicht möglich, sagt Leinweber.

Wie stark die Stadtkasse wirklich belastet wird, hängt auch davon ab, wie viel Geld aus den diversen Förderprogrammen fließt. Die Anträge für der Überbrückungshilfe III des Bundes bereitet man gerade vor.

Veranstaltungsforum Fürstenfeld: Auch jetzt werden Karten gekauft

Die coronabedingte Unsicherheit macht nicht nur die finanzielle Planung schwierig. „Wir sind gerade sehr viel damit beschäftigt, Ersatztermine für ausfallende Veranstaltungen zu suchen“, sagt Leinweber. Die diversen Abo-Reihen hat man schon mal komplett in den Herbst und Winter verlegt. Die Karten behalten einfach ihre Gültigkeit. Nur das Schnupper-Abo, mit dem man mehrere der sechs Reihen kennenlernen kann, wird es heuer nicht geben.

Auch für das Messe-Geschäft zeigt sich Leinweber vorsichtig optimistisch. „Für Termine ab August 2021 gibt es schon wieder Interesse“, berichtete er dem Ausschuss. Eventuell gebe es einen Nachholeffekt. Auch bei den Kulturinteressierten gibt es weiterhin Interesse und Zuversicht. „Es werden auch jetzt Karten gekauft“, sagt Leinweber.

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