Münchner (53) brutal zusammengeschlagen - Täter flüchtig

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Dank eines Zufallsfundes und hartnäckigen Forschergeists konnte das Rätsel geklärt werden, wie Abt Balduin, der große Erneuerer des Klosters Fürstenfeld im 17. Jahrhundert, ausgesehen hat. Auf dem Hagnauer Bild von der Abtweihe ist er ganz rechts zu sehen.

So kam das Bild des Klostererneuerers nach Fürstenfeld

Endlich hat Abt Balduin ein Gesicht

Vieles ist über Abt Balduin Helm, den Erneuerer des Klosters Fürstenfeld, bereits bekannt. Doch eine nicht ganz unwichtige Information fehlte den Historikern bisher: Wie sah der Abt eigentlich aus? Durch die Recherchen des Historischen Vereins Fürstenfeldbruck und durch eine große Portion Zufall konnte nun auch dieses Rätsel gelöst werden.

Fürstenfeldbruck Abt Balduin Helm war von 1690 bis 1705 Klostervorsteher in Fürstenfeld. 1691 legte er mit kurfürstlicher Genehmigung den Grundstein für den vollständigen Neuaufbau der Klosteranlage. Fürstenfeld war damals sehr vermögend und finanzierte viele Projekte im Umkreis, doch trotz des großen Einflusses Balduins und seines hohen Amtes gab es kein erhaltenes Bild von dem Abt – zumindest bis Johannes Hoffmann vom Historischen Verein Pfarrer Konrad Barth aus Hagnau am Bodensee traf.

Pfarrer Barth besuchte mit anderen Priestern das Kloster Fürstenfeld. Hoffmann ist häufig als Aufseher in der Klosterkirche tätig, so auch damals, als die Gruppe Geistlicher das Gotteshaus besuchte. Hoffmann bot sich als Führer an und kam mit dem Priester aus Hagnau ins Gespräch. „Es war also wirklich ein riesiger Zufall, dass sie sich trafen“, berichtete Anne Mischke-Jüngst, ebenfalls vom Historischen Verein.

Ein Ausschnitt des Gemäldes hängt nun als Replik in der Klosterkirche Fürstenfeld. Das Bild ist ein Geschenk der Gemeinde in Hagnau. Das Foto von der Übergabe zeigt Peter Wollein, Birgitta Klemenz, Johannes Hoffmann, Anne Mischke-Jüngst und Gerhard Schinke.

Restauration erschwerte die Recherche

Pater Barth berichtete Hoffmann von einem Bild, das ein Pfarrer zufälligerweise 1980 auf einem Dachboden gefunden hatte und für rund 10 000 Mark restaurieren ließ. Darauf zu sehen ist eine Abtweihe. Durch die Restauration und den schlechten Zustand des Bildes gingen wichtige Details zur Identifizierung der dargestellten Personen verloren. Das Gemälde wurde von nun an Hagnauer Bild genannt und eingehend untersucht.

Nach jahrelanger Recherche konnte geklärt werden, um welche Abtweihe es sich handelt. Drei Äbte konnten anhand von Wappen ihrer Ornate identifiziert werden. In alten Protokollen fand man auch die Namen der beiden anderen hohen Geistlichen. Einer von ihnen musste definitiv Abt Balduin Helm sein. Doch welcher?

Der rangniedrigste Abt stand am weitesten entfernt

Erst im Oktober 2016, also etwas über 25 Jahre nach der Entdeckung des Hagnauer Bildes, konnte Dr. Peter Pfister, unter anderem Leiter des Archivs des Erzbistums München und Freising und ebenfalls Mitglied des Historischen Vereins, die Sache aufklären. „Wir sind mit unseren Recherchen nicht mehr weiter gekommen und in solchen Fällen fragen wir meist Dr. Pfister, denn er ist eine Koryphäe auf diesem Gebiet“, sagte Anne Mischke-Jüngst. So geschah es auch diesmal.

Und Pfister konnte helfen. Er wusste, wie solche Weihezeremonielle abliefen – und wer wo platziert wurde. Der Abt mit dem niedrigsten Rang stand am weitesten vom Geschehen entfernt. Und da Balduin sozusagen der Neue war, schloss Pfister darauf, dass er der Außenstehende der Fürstenfeld-Erneuerer sein musste.

Originalgemälde am Bodensee

Damit Balduins Konterfei künftig auch an seiner alten Wirkungsstätte präsent ist, ließ die Hagnauer Pfarrei den Ausschnitt des Originalgemäldes, der den Abt zeigt, abfotografieren und als Druck reproduzieren. Der Historische Verein nahm das Bild entgegen. Es hängt von nun an in der Sakristei der Fürstenfelder Barockkirche. Das Originalgemälde hängt am Bodensee im Chor der Kirche St. Johann Baptist.

von Tom Eldersch

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