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„Es ist deprimierend“: Bayerischer Veranstalter leidet unter Beinahe-Lockdown - Riesen-Andrang auf Teststation

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Von: Ingrid Zeilinger

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Beim Drive-In am Parkplatz des Veranstaltungsforums heißt es derzeit wieder geduldig anstehen.
Beim Drive-In am Parkplatz des Veranstaltungsforums heißt es derzeit wieder geduldig anstehen. © Peter Weber

Der Kulturbetrieb ist gerade wieder ins Laufen gekommen. Doch nun geht es mehrere Schritte zurück. Die Corona-Verschärfungen erfordern auch in Fürstenfeldbruck viel Organisationstalent.

Fürstenfeldbruck – Denn neben den bereits erprobten Verschiebungen und Platz-Einteilungen drohen vertragliche Reibereien mit Ensembles, die in anderen Bundesländern spielen dürfen. „Es ist deprimierend“, sagt Norbert Leinweber, Leiter des Veranstaltungsforums Fürstenfeld. „Die Kultur kommt in Bayern komplett unter die Räder.“

Corona in Fürstenfeldbruck: „Kultur kommt in Bayern komplett unter die Räder“

Während Handel und Gastronomie nahezu unbehelligt weiter machen dürften, habe sein Haus eine ganze Reihe von Auflagen: 2G plus Test, Maske am Platz, Abstandsregelung und die Hausstandsregelung – sprich nur Menschen aus einem Haushalt dürfen direkt nebeneinander sitzen. Dazu kommt eine maximale Auslastung von 25 Prozent: Damit dürfen höchstens 230 Besucher in den großen Stadtsaal. „Es ist wie ein Kulturlockdown, der nicht verfügt wird“, sagt Leinweber.

Strenge Corona-Regeln im Veranstaltungsforum Fürstenfeld: 2G plus, Maske und Abstand

Kleinere Veranstaltungen kann er in den Stadtsaal verlegen. Auch Konzerte lassen sich doppelt spielen – wenn die Künstler einverstanden sind. Bei Theater und Tanz ist das nicht möglich – die einzige Option ist eine Verschiebung, da bereits mehr Karten als nun freie Plätze verkauft sind. Die Ensembles sind aber auf Tournee und dürfen in anderen Bundesländern auftreten. Also drohen schlimmstenfalls vertragliche Verwerfungen, fürchtet Leinweber. Sein Fazit: „Es wäre ehrlicher zu sagen, gerade gehen keine Kulturveranstaltungen.“

Nach Corona-Aus für den Advent: Verschärfung nächster Rückschlag für Fürstenfeld

Nach dem Aus für den Advent in Fürstenfeld ist die Verschärfung der nächste Rückschlag. Zumindest an der Lichtstille – die bereits im vergangenen Jahr gut angenommen wurde – hält man fest. An den ersten beiden Adventswochenenden erstrahlt die Barockfassade der Klosterkirche freitags bis sonntags von 17 bis 19 Uhr in hellem Glanz. Damit will man in Fürstenfeld ein Lebenszeichen setzen und für besinnliche Stimmung sorgen. Auf die Besucher wartet auch ein Mandel- und Crêpes-Stand. Tests sind hierfür nicht nötig.

Corona-Teststation in Fürstenfeldbruck: Enormer Andrang - „Sind am Anschlag“

Apropos Test: Seit der Einführung von 3G in öffentlichen Verkehrsmitteln und am Arbeitsplatz steigt die Nachfrage an der Schnellteststation auf dem Parkplatz des Veranstaltungsforums wieder stark an. 850 Abstriche nahm das Team am Samstag und Sonntag, und auch an den Wochentagen hat sich die Zahl verdreifacht, berichtet Andreas Rothenberger, der die Station derzeit betreut. „Wir sind am Anschlag.“ Vor allem zwischen 7.30 und 8.30 Uhr ist viel los. Neben den Autofahrern kommen auch Fußgänger und Radfahrer, die dann frieren und zwischen den Fahrzeugen laufen. Diese Situation will man entschärfen.

Voraussichtlich nächsten Montag öffnet daher eine weitere Corona-Teststation in der Tenne des Klosters. Hier können alle nicht-motorisierten Besucher im Warmen warten. Gleiches gilt für alle, die ihr Ergebnis nicht per E-Mail, sondern in Papierform erhalten wollen oder sich über Papier registrieren. „Am Parkplatz gibt es dann eine reine Fahrlinie für Auto und digitalen Nachweis“ erklärt Rothenberger. Nun müsse man noch Personal aufstocken.

Auch die Teststation in Gröbenzell soll wieder eröffnet werden. Und in Mammendorf ist man noch auf der Suche nach einem freien Raum.

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