+
Oliver Kude (r.) mit Thomas Nickolaus (l.) und Jürgen Bartosch vom Heimstettenner Verein „Bricking Bavaria“ vor dem gigantischen-Lego-Riff.

5. Fürstenfelder Modellbautage

Lego-Welten neben „Star Wars“-Kriegern

Nicht nur Kinder sind Helden der Miniaturwelten. Am Wochenende haben die Modellbautage im Veranstaltungsforum wieder bewiesen, dass auch die Erwachsenen großen Spaß an den kleinen Miniaturwelten haben. Von Papiermodellen und Kriegsbausätzen über den Kostümbau bis hin zu kleinen Legowelten wurde alles gebaut.

FürstenfeldbruckNeben dem Imperium aus Krieg der Sterne war auch der 43-jährige Eichenauer Stefan Baptist wieder mit dabei. 2017 war der Softwareentwickler zum ersten Mal mit einem Modell seiner Heimatgemeinde vertreten. Jetzt sind auch das Rathaus, die Josef-Dering-Schule sowie die Haupt-, Schul-, Schiller- und die Emmeringerstraße Teil des Miniaturortes.

Stefan Baptist baut an einer Miniaturausgabe seiner Heimatgemeinde Eichenau.

Insgesamt steckt eine Bauzeit von knapp neun Monaten in dem Werk. Dennoch gefalle ihm der Turm seiner Miniaturkirche immer noch am besten. „Wie überall ist es wichtig, auf die kleinen Details zu achten. Kleine Steine, die sonst als Autoscheinwerfer dienen, können hier plötzlich zu Fenstern werden“, erklärt Baptist.

Dieser angewendete Bautrick gilt auch für seinen Arbeitskollegen Oliver Kude. Der 46-jährige Softwareentwickler hat allerdings etwas völlig anderes gebaut. Ein Riff, welches verschiedene Legoprodukte und Themenwelten enthält. Arielles Nachbarn sind hier Spongebob Schwammkopf und Forscher der „Lego City“-Welt. Auch die Simpsons tragen ihren Teil zur Unterwasserlandschaft bei. Die Köpfe von Serienmutter Marge und ihren beiden Schwestern werden nämlich zu Korallen umfunktioniert. „Von hinten fällt niemandem auf, dass das Köpfe sind. So denkt jeder zuerst an Korallen im Meer. Erst wenn ich den Besuchern die Köpfe zeige, müssen diese drüber lachen“, erzählt Kude.

Ein weiteres Beispiel für künstlerische Freiheit sei der Krake. „Eigentlich ist der ein Heißluftballon“, sagt der Modellbauer. Aufgrund des geringen Platzes sei nur das Riff im Veranstaltungsforum zu bestaunen. Beide Modellbauer gehören zum Verein „Bricking Bavaria“.

Die Mitglieder der 501. Garnison sind Spezialisten für Star-Wars-Kostüme.

Der größte anwesende Verein auf den Modellbautagen ist aber die 501. Garnison. Mit über 800 Mitgliedern in Deutschland und über 10 000 Anhängern auf der Welt ist der Kostümklub der Liebling der Rechte-Inhaber von Star Wars, Lucas Film und Disney. Der Name stammt aus dem 2005 veröffentlichten Werk „Episode III – Die Rache der Sith“.

Der 41-Jährige Ingenieur Daniel Dreyer ist Mitglied des Klubs. Alle getragenen Kostüme sind übrigens selbst gefertigt, auch dies duldet Disney. „Wir sind der bevorzugte Kostümklub, auch weil unsere strengen Kostümauflagen sehr gut ankommen.“ Wie beim Modellbau sind es die kleinen, feinen Details, die den Unterschied ausmachen. „So ein Kostüm zu bauen dauert schon zwischen 10 und 14 Monaten. Erfahrene Tüftler können so etwas aber auch in zwei Wochen schaffen“, meint Dreyer.

Norbert Müller bastelt kunstfertige Segelschiffe aus Papier und Karton.

Der 55-jährige Norbert Müller kommt aus einer ganz anderen Zeit. „Bei uns gab es noch keine Handys und das Fernsehprogramm war auf drei Sender beschränkt“, sagt der Elektroingenieur. Seit seiner Kindheit baut er Modelle aus Papier und Karton. Für sein Segelschiff habe er einen Monat lang gebraucht. „Für jedes Modell variiert die Bauzeit. Manche sind kleiner und detailreicher und somit brauchen diese länger als größere Modelle.“ Seine Inspiration sammelt er bei der Recherche im Internet. „Manchmal sind es gekaufte Bausätze und manchmal baue ich aus Interesse.“

Sorgen mache er sich um den Nachwuchs. Anders als bei Legomodellen gäbe es fast keine Kinder mehr, die an Papier- und Kartonmodellbau interessiert seien. Die Messe sei eine gute Möglichkeit, Nachwuchs an die verschiedensten Arten des Modellbaus heranzuführen.

von Matthias Gschwind

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kehrtwende an der Julie-Mayr-Straße
Zurück auf Anfang: Nach der Intervention des Oberbürgermeisters im Stadtrat stimmt der Planungsausschuss nun doch dafür, dass die Stadt an der Julie-Mayr-Straße auch …
Kehrtwende an der Julie-Mayr-Straße
Volkshochschule setzt auf Europa
Sprachen, Malen, Yoga – die typischen Kurse der Volkshochschule gibt es auch in Olching. Und doch ist die VHS hier etwas Besonderes. Im Rahmen des „Programms für …
Volkshochschule setzt auf Europa
Viele Infos vor dem Start ins Berufsleben
Auf die Frage: „Was will ich mal werden?“, haben in Germering jetzt 95 Firmen versucht eine Antwort zu finden. Dort fand jetzt die Berufsinformationsmesse statt
Viele Infos vor dem Start ins Berufsleben
Stadt übernimmt die München-Zulage
Die Mitarbeiter der Stadt können ab Januar mit mehr Geld rechnen. Ab dann gibt es für sie eine Ballungsraumzulage, die exakt der neuen München-Zulage entspricht.
Stadt übernimmt die München-Zulage

Kommentare