Der Landkreis möchte bezahlbaren Wohnraum schaffen. 	Beispielfoto: dpa
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Der Landkreis möchte bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Fürstenfeldbruck

Landkreis-Gesellschaft will durchstarten: Ab 2022 soll günstiger Wohnraum entstehen

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Fürstenfeldbruck nimmt ihre Arbeit auf. Gleich auf mehreren Grundstücken im gesamten Landkreis sollen günstige Wohnungen entstehen. Ab 2022 sollen die Bagger rollen.


Fürstenfeldbruck – 17 Kommunen haben im Jahr 2019 die Wohnungsbaugesellschaft ins Leben gerufen. Ziel ist die Schaffung von bezahlbaren Wohnungen zum Beispiel für junge Familien oder Alleinerziehende (siehe Kasten). Die Gesellschafterversammlung hat nun erste Weichen gestellt. Noch müssen die beteiligten kommunalen Gremien zustimmen (Gröbenzell hat dies bereits getan). Der Weg, der beschritten wird, zeichnet sich aber bereits ab.

Acht Kommunen – Alling, Althegnenberg, Fürstenfeldbruck, Gröbenzell, Landsberied, Maisach, Mammendorf und der Landkreis – halten Projekte auf ihrem Grund und Boden für denkbar. Wo konkret die Grundstücke liegen, wollten Geschäftsführer Christoph Maier und Landrat Thomas Karmasin am Mittwoch bei einer Online-Pressekonferenz noch nicht sagen. Nur so viel: Zwei der diskutierten Landkreis-Areale liegen in Fürstenfeldbruck.

Die Kämmerei bereite derzeit alles vor, sei aber wegen Corona stark belastet, sagte Karmasin. Gleichwohl soll im Sommer im Kreistag der Grundsatzbeschluss zur Einbringung der vier Grundstücke fallen. Maier will die ersten Projekte noch heuer planen lassen und ab 2022 dann umsetzen.

Christoph Maier leitet die Gesellschaft.

Bei der Realisierung will die Gesellschaft jeweils eines von zwei Förderprogrammen anzapfen. Im Rahmen des kommunalen Wohnungsbauförderprogramms des Freistaates (KommWFP) bleibt die jeweilige Kommune Eigentümer des Grundstücks und beauftragt die Wohnungsbaugesellschaft mit der Realisierung. Im Rahmen des Programms „Einkommensorientierte Förderung“ (EOF) bringt die Kommune das Grundstück dagegen in die Gesellschaft ein, die die Bebauung dann in Eigenregie vornimmt.

Derzeit sei bei den Kommunen das zweite Projekt eher gefragt, sagt Maier – „weil sie damit die finanzielle Verantwortung los sind“. Maier wirbt aber auch für das KommWFP, weil dort die Förderquoten bei bis zu 30 Prozent liegen. Bei EOF gibt es rund zehn Prozent.

Kosten will die Gesellschaft auch durch eine kompakte und möglichst einheitliche Planung sparen. „Es wird ein urbanes und ein ländliches Modell geben“, sagt Maier. Diese könne man im Idealfall auf die jeweiligen Grundstück skalieren. „Das ist günstiger, als bei jedem Grundstück neu zu planen.“

Geben soll es von der Ein- bis zur Vier-Zimmerwohnung alle Varianten, für die bei den Zielgruppen Bedarf besteht. Dass besonders sozialer Wohnungsbau bei Anwohnern oft kritisch gesehen wird, weiß Maier. Er kündigt daher einen Bürgerdialog an.

Das Leitbild

Die Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Fürstenfeldbruck hat sich ein Leitbild gegeben. Insgesamt besteht das Ziel darin, dass Mieter nicht mehr als 25 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Miete aufwenden müssen. Aktuell liegt die Nettomiete in den urbanen Bereichen des Landkreises bei 15 Euro je Quadratmeter und im ländlichen Bereich bei zwölf Euro. Die sozialrechtlich als angemessen festgestellten Mietobergrenzen lägen in Städten bei 11,92 Euro und im ländlichen Bereich bei 9,96 Euro je Quadratmeter.

Ziel der Wohnbaugesellschaft ist es nun, nicht allein auf den Mietzins je Quadratmeter zu achten, sondern auf die Gesamtmiete. Dafür sind Richtwerte festgelegt worden, die sich regional unterscheiden. Die Zone 1 besteht aus Germering, Olching, Fürstenfeldbruck, Puchheim, Eichenau, Emmering, Gröbenzell und Maisach.

Die Richtwerte sehen vor: Ein-Personenhaushalt mit 50 Quadratmetern: Kaltmiete maximal 620 Euro. Zwei-Personenhaushalt mit 65 Quadratmetern: Kaltmiete maximal 775 Euro. Drei-Personenhaushalt (75 Quadratmeter, maximal 870 Euro), Vier-Personenhaushalt (90 Quadratmeter; maximal 1040 Euro), Fünf-Personenhaushalt (105 Quadratmeter, maximal 1275 Euro);

Die Zone 2 besteht aus den kleineren Orten im Westen des Brucker Landkreises. Der Ein-Personenhaushalt käme hier auf maximal 600 Euro, der Zwei-Personenhaushalt auf maximal 690 Euro, der Drei-Personenhaushalt auf 715, der Vier-Personenhaushalt auf 800 Euro und der Fünf-Personenhaushalt auf 920 Euro.

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