Schock-Meldung aus USA: Basketball-Legende Kobe Bryant bei Hubschrauber-Absturz gestorben

Schock-Meldung aus USA: Basketball-Legende Kobe Bryant bei Hubschrauber-Absturz gestorben
+
Das Angebot der Nachbarschaftshilfe wurde unter der Leitung von Marlene Gnam stark erweitert. 

Fürstenfeldbruck

Acht Jahre leitete sie die Nachbarschaftshilfe

  • schließen

„Füreinander – Miteinander“ – Für Marlene Gnam ist das mehr als nur ein Slogan. Über acht Jahre lenkte sie die Geschicke der Ökumenischen Nachbarschaftshilfe. Zum Jahresende geht die Geschäftsführerin in den Ruhestand.

FürstenfeldbruckWenn Marlene Gnam von der Tagespflege im Haus Am Sulzbogen 56 spricht, beginnen ihre Augen zu leuchten. Der Raum, in dem Menschen mit Demenz und anderen Erkrankungen mehrmals die Woche ihren Tag verbringen können, gehört zu ihren Lieblingsorten. Wenn sie morgens in ihr Büro kam, wurden auch die Gäste vom Team freudig begrüßt. „Da kann der Tag nicht besser beginnen.“

In ihrer Amtszeit hat sich das Angebot, das ihre Vorgängerin Beate Hollenbach im Jahr 1998 geschaffen hat, etabliert. Vom Defizit, das die Nachbarschaftshilfe (NBH) tragen musste, ist nichts mehr zu sehen. Stattdessen sind die 15 Plätze immer belegt – es gibt sogar eine Warteliste. Doch erweitern könne man aufgrund der Räumlichkeiten nicht. Stattdessen feilt man am Angebot. So gibt es inzwischen eine Werkstatt, in der gerade Weihnachstsgeschenke gebastelt werden. „Da liegt auch mal Sägemehl auf dem Boden, und es riecht nach Holz.“

Die Tagespflege ist nur ein Bereich, um den sich Marlene Gnam als Geschäftsführerin kümmern musste. Denn bei ihr laufen die Fäden zusammen. „Man muss Lösungen finden, Aufgaben erkennen, delegieren und immer die richtigen Personen für die Leitungsfunktionen finden“, sagt die 65-Jährige. Stets habe sie darauf geachtet, dass die Person zur Nachbarschaftshilfe passe und ihre Werte lebe. „Füreinander – Miteinander, das ist das Kernstück unseres Arbeitens.“

Beginn als Mini-Jobberin

Gnam hat das selbst erlebt, als sie dort als Minijobberin begonnen hatte. Das war 1994, als ihre Tochter in die Philipp-Weiß-Grundschule ging. Die NBH-Geschäftsstelle war damals direkt nebenan. Gerade war ein Computer gesucht worden, und man brauchte Hilfe bei der Abrechnung. Ein gefundener Job für Gnam, die vor der Kinderpause in der EDV-Branche arbeitete. Ihre Tochter kam nach der Schule zu ihr und durfte dann auf dem Gepäckträger mit heimradeln. Schon damals lernte Marlene Gnam von ihrer Vorgängerin: „Man muss die Arbeitszeit so gestalten, dass die Familie nie darunter leidet.“

Dies gab sie auch an ihre Mitarbeiter weiter. Und es entstanden neue Ideen: So initiierte die Pflegedienstleiterin der Sozialstation eine sogenannte Müttertour. Die startet etwas später, so dass der Nachwuchs erst in Kita und Schule gebracht werden kann, und endet mittags. So könne man neue Teilzeitkräfte finden und halten, sagt Gnam. Großen Wert hat sie stets auf die Atmosphäre in den Teams und die Wertschätzung gelegt. „Mir war immer wichtig, dass jeder gerne zur Arbeit geht, weil ich es auch möchte“, sagt die 65-Jährige.

Aus dem Minijob wurde eine Vollzeitstelle in der Verwaltung. Vor achteinhalb Jahren trat Gnam die Nachfolge von Beate Hollenbach an – unterstützt von den Mitarbeitern und dem Vorstand. In dieser Zeit wurde die Mittagsbetreuung ausgebaut und auch der Ganztagesbereich an den Schulen. Früher wurden kleine Gruppen von 20 bis 30 Kinder an jeder Schule betreut, heute sind es überall im Schnitt 100. Auch die Erwartungshaltung der Eltern sei gestiegen – mitunter eine Zwickmühle zwischen gesetzlichen Vorgaben und Wünschen der Mütter und Väter.

Gestiegen ist ferner die Nachfrage in der Sozialstation. Jeden Tag fahren die Pfleger sieben Touren, um die Menschen zu Hause zu versorgen. „Die Angehörigen sind im Beruf und können die Betreuung nicht leisten“, sagt Gnam. Außerdem wurde das Angebot im Mehrgenerationenhaus LiB, dessen Träger die NBH ist, weiter ausgebaut. Etwa der neue Musiknachmittag, bei dem bekannte Melodien gesungen werden. „Da geht einem das Herz auf.“

Arbeit mit Menschen

Die Arbeit mit den Menschen betrachtete Marlene Gnam stets als Bereicherung an. Sie ist stolz auf ihr Team, das sie nun an ihre Nachfolgerin Christine Grunert übergibt. Sie kommt wie Gnam aus der Verwaltung. „Sie kennt die Strukturen, den Geist hier, die Mitarbeiter, das ist ein Glücksfall.“ Und sie wird auch ein großes Projekt angehen, das Marlene Gnam nicht mehr beenden konnte: Am Haus soll ein geschützter Außenbereich geschaffen werden. Mit Hochbeet und Pflanzmöglichkeiten. „Dann können wir im Sommer mit unseren Gästen auch mal raus gehen.“

Dieses Projekt wird Gnam aus der Ferne weiter beobachten und auch das eine oder andere Angebot im LiB besuchen. Doch nun freut sich die Geschäftsführerin erstmal auf mehr Zeit mit Familie und Freunden. „Es fällt etwas ab, das einen einschränkt.“ Mit ihrem Mann, der bereits nicht mehr arbeitet, will sie segeln, radfahren, skifahren und wandern. Auch der kleine Hund wird nun mehr Zeit bekommen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Landwirte protestieren bei Grünen-Veranstaltung
Während die Grünen-Politikerin Claudia Roth im Hotel Paintner in Germering sprach, versammelten sich vor der Tür einige Landwirte um zu protestieren.
Landwirte protestieren bei Grünen-Veranstaltung
Radfahrerin prallt gegen Auto
Zu einem Unfall zwischen einer Radfahrerin und einer Autofahrerin ist es am Freitagvormittag auf der Daxerstraße gekommen. Die Radlerin prallte gegen das …
Radfahrerin prallt gegen Auto
Anrufer ergaunert 1100 Euro
Weil er leichtgläubig einem ihm unbekannten Anrufer vertraut und die Zugangsdaten zu seinem Konto verraten hat, ist ein Germeringer um 1100 Euro erleichtert worden. Die …
Anrufer ergaunert 1100 Euro
100 Jahre Liedertafel: Messe als Geschenk
Wenn jemand seinen 100. Geburtstag feiert, gibt es besondere Geschenke. Das erleben nun die Mitglieder der Liedertafel Günzlhofen. Zum Jubiläumsfest bekommen sie eine …
100 Jahre Liedertafel: Messe als Geschenk

Kommentare