Mit dieser Maschine gravieren ADFC-Kreischef Adi Stumper (l.) und Franz Fasching den Code in den Rahmen.
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Mit dieser Maschine gravieren ADFC-Kreischef Adi Stumper (l.) und Franz Fasching den Code in den Rahmen.

ADFC FFB

Dieses Kennzeichen soll Raddiebe abschrecken

  • Peter Loder
    vonPeter Loder
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Herrmann K. (Name geändert) war wie vom Donner gerührt. Gerade hatte sich der 58-jährige Frührentner ein sündteures E-Bike gekauft und es ordnungsgemäß abgeschlossen beim Einkaufen vor einem Brucker Supermarkt geparkt.

Fürstenfeldbruck - Als er zurückkam, war das 4000-Euro-Fahrrad weg und ist seitdem spurlos verschwunden. Zwar hatte er sich die Herstellungsnummer notiert und sie der Polizei bei der Anzeige übergeben. Doch vom Bike fehlt seitdem trotzdem jede Spur. Es wird wohl nie wieder bei ihm auftauchen. Genauso wie 90 Prozent aller geklauten Fahrräder.

Wesentlich größer wäre die Chance, hätte Herrmann K. sein Zweirad codieren lassen. Diese Aktion wird vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Fürstenfeldbruck jetzt verstärkt und technisch aufgerüstet in der Geschäftsstelle an der Schöngeisinger Straße angeboten. Dazu hat ADFC-Kreisverbandsleiter Adi Stumper (Mammendorf) ein 6000 Euro teures Codierungsgerät angeschafft. Die Stadt Fürstenfeldbruck beteiligte sich an der Kaufsumme mit 1500 Euro.

Bedient wird das Hightech-Gerät von Gerd Müller (Schöngeising) und dem Mammendorfer Franz Fasching. Seit 25 Jahren codiert Müller schon Fahrräder, doch so einfach und effizient wie mit dem neuen digitalen Apparat, der ein bisschen an eine Radarpistole erinnert, war es noch nie. „Nach zehn Minuten inklusive Papierkram ist alles vorbei.“

So einfach war das Codieren noch nie, findet Gerd Müller.

Die Graviermaschine und ein spezieller Aufkleber, der abschreckend auf Diebe wirken und den Weiterverkaufswert mindern soll, verewigen auf dem Rahmen des Fahrrads einen verschlüsselten personenbezogenen Code, ähnlich wie ein Autokennzeichen. Er beginnt mit FFB, danach folgen die behördliche Gemeindekennzahl, Straße und Hausnummer sowie die Initialen des Fahrradbesitzers. Abschließend steht noch die Jahreszahl der Codierung. Wird das Radl geklaut und erkennen Polizei oder Fundbüro den rechtmäßigen Eigentümer, stehen die Chancen gut, seinen Drahtesel zurück zu bekommen. Denn die eingestanzte Rahmennummer des Herstellers allein gibt nicht genügend Informationen.

Die Gravur kostet für ADFC-Angehörige 15, für Nichtmitglieder 25 Euro. Termine können unter Telefon (0 81 41) 53 54 18 vereinbart werden. Ein weiterer Vorteil: Für codierte Räder gewähren etliche Versicherungen ermäßigte Beiträge.

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