Für Spaziergänger sind die blühenden Amperdämme ein Genuss. Doch ohne Pflege könnten sie wasserdurchlässig werden und brechen. Daher ist Mähen nötig, wie Christian Wiegner von den Stadtwerken erklärt.
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Für Spaziergänger sind die blühenden Amperdämme ein Genuss. Doch ohne Pflege könnten sie wasserdurchlässig werden und brechen. Daher ist Mähen nötig, wie Christian Wiegner von den Stadtwerken erklärt.

Fürstenfeldbruck

Deshalb sind die Arbeiten wichtig: Am Amperdamm wird wieder abgemäht - Beschwerden befürchtet

  • VonDieter Metzler
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Wie wichtig Dämme entlang von Flüssen sind, zeigt die jüngste Hochwasser-Katastrophe. Auch die Amperdämme werden ab Mittwoch wieder großflächig gemäht. Doch das gefällt nicht jedem.

Fürstenfeldbruck – Warum er nötig ist, erklärten Stadtwerke-Vertreter bei einem Ortstermin. Mit dem Versprechen, mehr Rücksicht auf Flora und Fauna zu nehmen.

„Die beidseitig entlang der Amper angelegten Dämme von der Eisenbahnbrücke bis zur Brücke an der Brucker Hauptstraße sind ein Garant vor Überschwemmungen und verhindern Schäden auf umliegenden Flächen“, erklärt Christian Wiegner, Bereichsleiter Technik der Stadtwerke, bei einem Pressetermin am Fluss. Außerdem dienen die Dämme als Haltebereich für das aufgestaute Wasser, um daraus regenerative Energie zu erzeugen. Als Betreiber der beiden Wasserkraftwerke in Bruck und Schöngeising sind die Stadtwerke auch für den Unterhalt der Dämme zuständig.

Die Dichtigkeit des Damms

Zweimal im Jahr – Mitte Juli und im Herbst – muss die Vegetation zurückgeschnitten werden. „Wir sind gesetzlich verpflichtet, die Dämme regelmäßig auf Beschädigungen, Risse oder Dichtigkeit zu prüfen“, erklärt Wiegner. Dazu gehen Mitarbeiter des Kraftwegs einmal in der Woche die Dämme ab. Sie prüfen auf Standsicherheit, auf Schäden wie Hangrutsch oder Durchlässigkeit und auf Befall durch Wühltiere. Gehölz wie Bäume, Sträucher oder Hecken entlang der Deiche dürfen die Standfestigkeit ebenfalls nicht beeinträchtigen. „Gerade über das Wurzelwerk können strukturelle Schäden am Damm verursacht werden“, so Wiegner.

Dass man hier nicht nachlässig sein darf, zeigen die jüngsten Tage. „Die Vorfälle in Nordrhein-Westfalen und auch im Berchtesgadener Land haben deutlich gemacht, wie wichtig so eine Pflege ist“, betont Stadtwerke-Sprecherin Monika Lidmilla. „Manche Dinge haben halt eine gewisse Priorität.“ Und trotzdem rufen sie regelmäßig Bürger auf den Plan.

Das Mähsystem

Inzwischen haben die Stadtwerke ihr Mähsystem umgestellt. Um die Insekten am Damm entlang der Amper zu schützen, kamen heuer erstmals Balkenmähern an den Böschungen entlang der Amper zum Einsatz. Die zu mähenden Flächen sollen auf ein Minimum reduziert werden, um Pflanzen und Insekten einen größeren Lebensraum zu erhalten, verspricht Wiegner. „Wir haben uns bewusst für das Erproben einer Balkenmahd anstelle der bisherigen Mähpraxis des Mulchens entschieden.“ Das sei zwar zeitaufwendiger und teurer. „Aber somit leisten wir unseren Beitrag zum Umwelt- und Insektenschutz und kommen den Forderungen verschiedener Umweltverbände nach.“ Es ist ein Spagat aus Sicherungspflicht und Naturschutz. „In diesem Spannungsbogen bewegen wir uns und versuchen dabei, weitestgehend allen Interessengruppen gerecht zu werden“, sagt Wiegner.

Bereits am Mittwoch beginnen wieder die Mäharbeiten an der insgesamt fast zwei Kilometer langen Dammstrecke. Die Untere Naturschutzbehörde wurde vorsichtshalber über die Maßnahme informiert. Denn die Stadtwerke-Vertreter befürchten auch heuer wieder Beschwerden aus der Bevölkerung.

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