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Teils turbulente Sitzung: Neues Hallenbad bekommt sechs Bahnen

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Von: Thomas Benedikt

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Schwimmen: Weltmeisterschaft
Im Stadtrat fiel ein Beschluss zum neuen Hallenbad. © dpa

Nach langem Hin und Her haben die Planungen der neuen Amperoase einen großen Schritt gemacht. In einer teils turbulenten Sitzung einigte sich der Stadtrat hauchdünn auf ein Konzept – glücklich waren damit aber nicht alle.

Fürstenfeldbruck – Sechs Bahnen zu je 25 Meter im Sportbecken, ein Lehrschwimmbecken im Format 16,66 mal zehn Meter und dazu wird eine Rutsche geplant, die mindestens so groß sein soll wie die bereits bestehende. Auf diese Kernpunkte lässt sich der Beschluss des Stadtrats herunterbrechen. Anhand der Vorgaben können die Stadtwerke nun in die Detailplanung des neuen Hallenbads gehen.

Dabei fehlte nur eine Stimme, um die Pläne noch einmal umzuwerfen. Der von Christian Götz (BBV) nach zehnminütiger Sitzungsunterbrechung vorgetragene Antrag, das Sportbecken auf sieben Bahnen zu erweitern, wurde bei 17:17-Stimmen abgelehnt.

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Angenommen wurde hingegen der Vorschlag, das Kursbecken entgegen der ursprünglichen Pläne zu vergrößern. Damit behält das becken jene Maße, die es bereits in der alten Amperoase hat: 16,66 mal zehn Meter. Erste Pläne hätten das Becken auf 12,5 mal zehn Meter verkleinert. Dafür hagelte es Kritik. „Es ist nicht vernünftig, das Lehrschwimmbecken kleiner zu machen“, monierte etwa Mirko Pötzsch (SPD).

Tief gespalten

Während in diesem Punkt noch weitgehend Einigkeit im Stadtrat herrschte, zeigte sich das Gremium tief gespalten bei der Frage zur Anzahl der Bahnen. Götz mahnte, dass es dringend mehr Wasserflächen in dem Bad brauche. „Es reicht wahrscheinlich jetzt schon nicht aus“, sagte der BBV-Mann. Und das nicht nur in Hinblick auf die Sportvereine und die Schwimmausbildung. „Auch für den ganz normalen Publikumsverkehr ist es zu klein.“

Die Kosten

Die Gegenseite, allen voran Vertreter der CSU und Grünen, argumentierten mit den Kosten. Auf den ohnehin schon hohen Betrag von rund 26 Millionen Euro – acht Millionen davon würden über Fördergelder abgedeckt – würden bei einer Erweiterung bis zu 2,5 Millionen Euro drauf kommen. Das sei den Stadtwerken nicht zuzumuten, sagte OB Erich Raff in Hinblick auf die anstehende Energiewende. „Wir müssen in die Zukunft schauen, welche finanziellen Herausforderungen auf die Stadtwerke zukommen.“ Und auch Andreas Lohde (CSU) betonte, dass die primäre Aufgabe der Stadtwerke die Energieversorgung sei.

Bad im Fliegerhorst

Ein weiteres Argument, das gegen eine Erweiterung auf sieben oder gar acht Bahnen spreche, sei das Bad im Fliegerhorst, wie Stadtwerke-Geschäftsführer Jan Hoppenstedt erklärte. Denn auch dort würden mittelfristig Kapazitäten frei werden. Zudem würde das Becken auch die Anforderungen erfüllen, die beispielsweise die Rettungsschwimmer für ihre Ausbildung benötigen. In Gesprächen mit Vertretern der Bundeswehr sei ihm bereits die Verfügbarkeit zugesagt worden, so Hoppenstedt. Ein weiterer Abstimmungstermin dazu ist noch im Juli geplant.

Bau einer Rutsche

Der dritte große Streitpunkt war der Bau einer Rutsche. Für Dieter Kreis (ÖDP) ist die ein absolutes Muss, wenn das Bad dem Anspruch eines Familienbads erfüllen will. „Wenn wir ein Bad bauen, dann muss es auch attraktiv sein.“ Das Problem: Der geplante Standort an der Gebäude-Außenseite Richtung Schöngeisinger Straße ist nicht optimal. Zum einen käme es im Innenraum des Bads zu Kollisionen mit den Nutzern des Sportbeckens. Zum anderen wäre die Rutsche für Besucher des Freibads an dieser Stelle nur schwer zu erreichen. Einen besseren Standort gäbe es, doch dort ist derzeit noch die Eisfläche.

Die Kompromisslösung, auf die sich der Stadtrat schließlich einigte, sieht folgendermaßen aus: Die Rutsche wird zwar schon an der Stelle der Eisfläche geplant. Gebaut wird sie aber erst, sobald dieser Bereich auch tatsächlich zugänglich ist.

Das Hallenbad muss neu gebaut werden, weil das alte als nicht mehr wirtschaftlich sanierbar gilt.

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