Die Tage des jetzigen Schwimmbad-Komplexes in Fürstenfeldbruck sind gezählt. Das Gebäude, in dem sich das Hallenbad und die Sauna befinden, wird komplett abgerissen. Grund: Es ist marode, eine Sanierung würde sich nicht lohnen. Das neue Bad soll 2024 oder 2025 fertig sein. Im Inneren soll es künftig ein Sportbecken, ein Lehrbecken, ein Kinderbecken sowie eine Saunalandschaft geben. Foto (1): Weber
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Die Tage des jetzigen Schwimmbad-Komplexes in Fürstenfeldbruck sind gezählt. Das Gebäude, in dem sich das Hallenbad und die Sauna befinden, wird komplett abgerissen. Grund: Es ist marode, eine Sanierung würde sich nicht lohnen. Das neue Bad soll 2024 oder 2025 fertig sein. Im Inneren soll es künftig ein Sportbecken, ein Lehrbecken, ein Kinderbecken sowie eine Saunalandschaft geben.

Fürstenfeldbruck

Amperoase: So waren die Reaktionen im Stadtrat

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Die Amperoase ist so marode, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt. Das Schwimmbad wird abgerissen. Die Brucker bekommen dafür ein Sportbad mit attraktiver Sauna.

Fürstenfeldbruck – Das Foyer ist neu hergerichtet, die Saunalandschaft gepflegt und auch das Hallenbad ist in einem guten Zustand. Doch der Schein trügt. Denn unter den Fliesen und Wänden stecken große Mängel in dem inzwischen 50 Jahre alten Hallenbad: Brauch- und Duschwassertechnik, Filteranlagen, Sanitäranlagen, die Lüftung im Rutschenturm, die Wassertemperatur und mehr zählte Stadtwerke-Geschäftsführer Jan Hoppenstedt im Stadtrat auf. „Die Amperoase stellt sich wie ein Fass ohne Boden dar.“

Seit Jahren wird viel Geld in Sanierungen gesteckt. Allein im vergangenen Jahr waren es 824 000 Euro. Die Corona-Pause nutzte man für drei Gutachten, unter anderem für das Dach. Das Ergebnis: „Eine Generalsanierung oder ein Neubau sind unausweichlich“, sagte Hoppenstedt. Die Standsicherheit sei gegeben, auch das Dach sei dicht, nur die Abhangdecken müssten gesichert werden.

Der Aufsichtsrat hatte in nichtöffentlicher Sitzung mehrere Varianten durchgespielt – von einem reinen Sportbad mit klassischer Sauna über ein Sportbad mit attraktiver Sauna bis hin zu einem Freizeit- und Spaßbad. Eine Sanierung des Bestands lohne sich laut Hoppenstedt nicht, da man mit weniger Besuchern rechnen müsse. Letztlich fiel die Wahl auf ein Sportbad mit Saunalandschaft. Bei diesem wird das Budget von 18 Millionen Euro für den Neubau nur wenig überschritten, und pro Jahr rechnet man mit einer vergleichbaren Besucherzahl. Man habe sich bewusst gegen ein Spaßbad wie die Therme Erding entschieden, ergänzte Andreas Lohde (CSU).

Sportbecken

Im Plan enthalten sind ein 25 Meter langes Sportbecken, ein Lehrbecken, ein Kinderbecken mit Rutsche sowie die Saunen. Auch eine Außenrutsche soll es geben, wenn das Budget es hergibt, kündigte Hoppenstedt an. Die moderne, energieeffiziente Technik habe dann für 20 bis 30 Jahre Bestand. Auch das Eisstadion könne stehen bleiben. Rund zwei Jahre rechnet er für die Planungsphase. Das bedeutet: „Wir können das Bad noch zwei Saisons normal betreiben.“ Während des Abbruchs und Neubaus plant er, die Freibadzeit auf April bis November auszudehnen und das Wasser in den Becken etwas zu heizen.

Bisher war das Thema geheim gehalten, und einige Stadträte überraschte die Nachricht. Mirko Pötzsch fragte, ob der Betrieb gewährleistet sei. Das Öffnen lohne sich, erklärte Hoppenstedt. Wenn Corona es zulässt, soll am 18. April die Freibadsaison starten. Markus Droth (FW) wollte wissen, ob die kürzlich sanierten Sauna-Blockhütten zu retten sind. Man werde schauen, ob es sich lohne, antwortete der Stadtwerke-Chef. Gleiches gelte für das Foyer.

Ausweichlösung?

Mit Fertigstellung der Amperoase ist für 2024 oder 2025 zu rechnen. Für die zweijährige Schließung arbeitet man ein einer Ausweichlösung für Schüler, Wasserratten und andere Vereine. Laut Hoppenstedt ist eine Zwischennutzung im Fliegerhorst-Hallenbad möglich, Personal könne die Amperoase stellen. Allerdings ist noch nichts abschließend geklärt. Wenn das Bad der Stadt zufalle, gebe es auch mehr Wasserzeiten für die Vereine. Droth regte an, eine Traglufthalle über dem Freibad zu errichten, um die Trainingsmöglichkeiten für die Wasserratten zu verbessern. Doch das sei aufgrund der Konstruktion schwierig, so Hoppenstedt.

Die Stadträte folgten dem Wunsch des Aufsichtsrats. „Mit einem Neubau des Hallenbades erhalten wir ein langfristiges attraktives Freizeitangebot“, sagte OB Erich Raff. Jan Halbauer (Grüne) ergänzte: „Die Amperoase ist eine ganz wichtige Identifikation für die Stadt.“

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