Bus vor dem Landratsamt.
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Bus vor dem Landratsamt.

Aus dem Kreistag

E-Antrieb lässt Kosten für Busse explodieren - Grundsatzdebatte im Kreistag

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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Die Linienbusse im Landkreis sollen auf alternative Antriebe umgestellt werden. Das soll die Umwelt schonen. Eine Studie hat jetzt allerdings gezeigt, dass das sehr teuer kommt – möglicherweise zu teuer.

Landkreis – Nach heutigem Stand berechnet würden Batteriebusse im Schnitt 82,1 Prozent mehr kosten als dieselgetriebene Wagen. Brennstoffzellenbusse sogar um 116,3 Prozent mehr. Im Linienverkehr einsetzbar wären die Busse erstmals ab Dezember 2024, eine vollständige Umstellung würde bis 2030 dauern, wie im Planungsausschuss des Kreistags deutlich wurde.

Johann Wörle (CSU) bezeichnete es als „undenkbar“, diese Mehrkosten zu bezahlen, zumal die Sinnhaftigkeit von Batterien als Antrieb ohnehin angezweifelt werden könne. Auch Landrat Thomas Karmasin (CSU) fragte sich, ob E-Busse eine gute Alternative sind. Erst ab 80 000 Kilometern wende sich deren Ökobilanz zum Positiven.

Und Kinder müssten außerdem seltene Erden schürfen. Die letzte Bemerkung des Landrats bewog Kreisrat Jan Halbauer (Grüne) dazu, Karmasin vorzuwerfen, dass er ja auch ein Handy besitze, für das das gleiche gelte. Auch in Bezug darauf sei die Kinderarbeit eine Sauerei, entgegnete Karmasin.

Für die Antriebssysteme gib es Zuschüsse vom Bund

Jan Halbauer (Grüne) betonte, dass es für die Umstellung der Busse auf umweltfreundlichere Antriebssysteme Bundeszuschüsse geben werde und dass künftig die Herstellung nötiger Rohstoffe auf synthetischem Wege möglich werde. Die neuen Antriebe brächten auch Vorteile in Sachen Lärmschutz und Feinstaubbelastung. Außerdem seien die alternativen Busse im laufenden Betrieb günstiger.

Jakob Drexler (UBV) klärte darüber auf, dass in Batterien keine seltenen Erden verwendet würden, sondern Kobalt, was angesichts der Abbauumstände freilich auch nicht sein sollte. Allerdings gebe es auch kobaltfreie Batterien.

AfD fordert das Einstellen der Machbarkeitsstufe

Florian Jäger (AfD) führte ins Feld, dass die von Halbauer genannten Fördergelder vom Bund ja auch vom Steuerzahler bezahlt würden. Er verlangte, die Machbarkeitsstudie einzustellen, da sie offensichtlich Unsinn sei. Gottfried Obermair (FW) entgegnete, dass die Lagerung von Atommüll schließlich auch der Steuerzahler zu tragen habe. „Darüber macht sich keiner Gedanken.“

Max Keil (ÖDP) mahnte, sich nicht nur auf E-Busse zu versteifen, sondern Brennstoffzellen stärker in den Fokus zu rücken. Die Studie sei wichtig. Hubert Ficker (CSU) war der Meinung, dass die Umstellung auf alternative Antriebe irgendwann nötig sei. Angesichts der immensen Kosten dürfe es aber keine Schnellschüsse gebe. Daher sei es sinnvoll, die Studie weiter zu verfolgen. Genau darauf einigte sich der Ausschuss dann auch. Jägers Antrag fand außer ihm selbst keinen Unterstützer.

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