Das Gelände der Busfirma liegt mitten in einem als „allgemein“ deklarierten Wohngebiet.

Fürstenfeldbruck

Anwohner fordern: Busunternehmen soll raus aus Wohngebiet

  • schließen

Anwohner in Bruck laufen Sturm gegen eine Busfirma, die ihren Sitz mitten in einem Wohngebiet hat. Sie klagen über Lärm und zugestellte Straßen. Die Firma war lange vor den Anwohnern da – doch ihr Betrieb hat dank öffentlicher Linien-Aufträge stark expandiert.

Fürstenfeldbruck – Anwohner und Eigentümer umliegender Immobilien, haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen. Sie fordern nicht weniger, als der Firma den Betrieb am Standort in der Mühlfeldstraße in Bruck zu untersagen. Sie klagen, dass der Busbetrieb mit Warmlaufen der Gefährte jeden Tag bereits um fünf Uhr in der Früh beginnt. Erst um 23 Uhr oder später kehren die Busse mit entsprechendem Lärm wieder zurück.

Bus-Karavane vor den Einfahrten

Zudem stören sich die Anwohner daran, dass die Busse samstags und sonntags am Standort gewaschen, gesaugt, betankt und gewartet würden. „Dazu steht die Bus-Karavane in Kolonne stundenlang wartend vor der Einfahrt. Die gesamte Mühlfeldstraße ist voll belegt mit Bussen“, schreibt Klaus Schilling. Der Sprecher der Initiative berichtet, dass bei den Anwohnern die Nerven blank liegen. „Die persönliche Belastungsgrenze der Anwohner ist längst nicht nur erreicht, sie ist bereits weit überschritten“, heißt es in einem Beschwerdebrief.

Der Sprecher berichtet, dass Anwohner sogar Mietminderungen anstrebten. Sie wollen jetzt alle denkbaren juristischen Register gegen den Betrieb ziehen.

Die seit den 1950er Jahren in Bruck ansässige Firma Enders unterdessen hat schon vor einiger Zeit angekündigt, den Linienverkehr vom Standort an der Mühlfeldstraße weg zu verlagern – und zwar auf ein Gelände an der Augsburger Straße, wo Busse schon jetzt geparkt, aber noch nicht gewartet und gesäubert werden können.

Bus-Betrieb soll verlegt werden

Die Stadt Fürstenfeldbruck hat daher einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht, der praktisch genehmigt ist und noch bis 27. November öffentlich ausliegt. Warum seit 2017, als der Plan auf den Weg gebracht wurde, wenig Konkretes passiert ist, bleibt etwas im Unklaren. Aus Datenschutzgründen unbeantwortet bleibt auch die von den Kritikern aufgeworfene Frage nach der Betriebserlaubnis für das Busgelände.

Unstrittig sei jedoch, dass es sinnvoll sei, den Linienbetrieb nach außen zu verlegen, sagt eine Sprecherin des MVV, in dessen Auftrag die Busse unterwegs sind. Zwar sei der MVV nicht wirklich involviert, da er für den Betriebshof einer Busfirma nicht zuständig sei. Trotzdem bedauere man es, wenn es zu Belastungen für Anwohner komme. Die Firma, um die herum die Wohnbebauung gewachsen sei, sei sehr bemüht, das Problem zu lösen. „Dem Unternehmen ist das selbst nicht recht, so wie es ist.“ Aus Sicht des MVV sei die Firma „großartig und sehr zuverlässig“ – und mehr Busse auf den Straßen seien ein Mehrwert für alle.

Aufkommen an Reise-Bussen schon reduziert

Ähnliches berichten die Verantwortlichen im Landratsamt, wo die Linienbusse koordiniert werden. Die Firma habe schon vor drei Jahren das letzte große Bündel an Ausschreibungen für sich entschieden. Für die Standortwahl sei der Kreis nicht zuständig. Klar sei aber, dass das Reisebus-Aufkommen reduziert worden sei und dass es Umzugspläne für die Linienbusse gebe. „Bei der Firma ist man schon ganz verzweifelt deswegen. Sie wollen ja was machen.“

Das sagt die Chefin des Bus-Unternehmens

Firmen-Chefin Mandy Enders berichtet, dass sie von den Beschwerden nur von einem ihr bisher unbekannten Nachbarn erfahren habe. Sie bedauert die Entwicklung sehr, zumal sie selbst am Standort wohne. In der Vergangenheit habe es in der Nachbarschaft wenig Probleme gegeben. Die Verkehrswende sei auch für ihren Betrieb ein großer Kraftakt mit Chancen und Risiken.

Bis zur Verlagerung des Linienverkehrs, an dem mit Nachdruck gearbeitet werde, könne das Unternehmen nur weiterhin versuchen, die Geräuschbelästigung durch eine bestimmte Einteilung der Bus-Umläufe zu verringern. Außerdem kündigt sie an, ihre Mitarbeiter für das Thema zu sensibilisieren. Sie betont: „Uns ist es wichtig, mit den Nachbarn ein wohlwollendes Miteinander zu pflegen.“

Auch interessant: Glüh-Öffi: Bus fährt sonntags öfter zum Christkindlmarkt

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trotz Rekord-Haushalt wird in Maisach konservativ geplant
Wieder ein Rekordhaushalt in Maisach: Der Etat für 2020 hat ein Gesamtvolumen von rund 54,4 Millionen Euro.
Trotz Rekord-Haushalt wird in Maisach konservativ geplant
Rund um den grünen Baum: Bahn frei für Bagger im Bahnhofsquartier
Jahrzehntelang hat es gedauert, fast eine halbe Million Euro hat es gekostet: Jetzt gibt es grünes Licht für die Bebauung der westlichen Gröbenzeller Bahnhofstraße rund …
Rund um den grünen Baum: Bahn frei für Bagger im Bahnhofsquartier
Mietvertrag ist ausgelaufen: Was kommt nach der Tankstelle?
Jahrelang gab es gleich drei Tankstellen entlang der Olchinger- und Augsburger Straße in Gröbenzell. Eine davon, die Esso, ist nun seit Wochen geschlossen.
Mietvertrag ist ausgelaufen: Was kommt nach der Tankstelle?
MVV führt 365-Euro-Ticket ein: Zwei Gruppen profitieren - SPD reagiert mit Kritik
Schüler und Azubis fahren ab Sommer für einen Euro am Tag. Die Gesellschafterversammlung des MVV hat am Freitag einer Finanzierung zugestimmt. Der SPD geht das nicht …
MVV führt 365-Euro-Ticket ein: Zwei Gruppen profitieren - SPD reagiert mit Kritik

Kommentare