+
Da stand der Laternenmast früher: Annemarie Felber zeigt auf den roten Pflasterstein, der ihrer Meinun g nach den alten Standort signalisiert. 

Entscheidende Zentimeter

Wegen Laterne: Anwohnerin wirft Stadt Enteignung vor

  • schließen

Ein Disput um einen Laternenmast im Römerbogen beschäftigt derzeit die Brucker Stadtverwaltung. Eine Anwohnerin hatte sich über die Versetzung eines Laternenmastes auf ihr Grundstück beklagt. 

Fürstenfeldbruck – Es ist ein Streit um wenige Zentimeter, der sich da um einen Laternenmast am Römerbogen in Fürstenfeldbruck abspielt. Die Fronten sind verhärtet. Die Stadt spricht von einem simplen Verwaltungsvorgang, Annemarie Felber, eine Anwohnerin an der Straße, spricht von Enteignung.

Was war geschehen? Im vergangenen Jahr hat ein Betrunkener einen Laternenmast umgefahren, der knapp außerhalb von Annemarie Felbers Grundstück aufgestellt war. Der neue Mast wurde nach Felbers Aussage dann nicht an der gleichen Stelle montiert, sondern einige Dutzend Zentimeter weiter – auf ihrem Grundstück. Dagegen wehrte sich die Rentnerin, bisher ohne Erfolg. Die Stadt habe sogar ein Enteignungsverfahren eingeleitet, um das kleine Eck für den Laternenmast aus Felbers Grundstück herauszunehmen, berichtet die Rentnerin.

Streit um Laternenstandort: Stadt hat andere Sicht

Die Stadt hat derweil eine gänzlich andere Sicht auf die Sachlage. Ein Enteignungsverfahren gibt es nicht, das sei auch gar nicht nötig, weil die Laterne auf städtischem Grund stehe. Ohnehin sei der Laternenmast niemals versetzt worden. Eine Sprecherin der Stadt bestätigte zwar, dass ein Betrunkener die Laterne umgefahren hatte, der neue Mast sei aber direkt in der bestehenden Hülse platziert worden. Ein Foto, aufgenommen bei einem Schadensfall 2016 belegt das. Die Klagen der Anwohnerin könne die Stadt deshalb nicht nachvollziehen.

Trotzdem habe es Gespräche zur Klärung des Sachverhalts gegeben, an denen auch Oberbürgermeister Erich Raff beteiligt war. Annemarie Felber widerspricht dieser Darstellung allerdings: „Die Stadt macht dicht, niemand spricht mit mir und der OB lässt sich verleugnen.“

Streit um Laternenstandort: Ein bisschen stimmen die Vorwürfe doch

Und tatsächlich lassen zwei versetzte rote Pflastersteine vermuten, dass die Laterne nicht an der gleichen Stelle wieder aufgestellt wurde, an der sie einmal stand. Die Stadt beharrt weiter auf ihrem Standpunkt, dass der Grund, auf dem die Laterne jetzt steht, der Stadt gehöre – zumindest zum größten Teil. Das hätten neueste Vermessungen ergeben. Die neue Platzierung sei deshalb auch völlig legitim.

Lesen Sie auch: Der Landkreis Fürstenfeldbruck und seine Gemeinden

Eine Stadtsprecherin gesteht jedoch ein, dass der Laternenmast zumindest zu einem kleinen Teil Felbers Grundstück streift: „Mit zirka drei bis vier Zentimeter, also mit nicht einmal halben Durchmesser.“ Für endgültige Klarheit könnte nur das Vermessungsamt sorgen. „Frau Felber bleibt unbenommen, dieses zu beauftragen“, teilt die Stadt mit.

Annemarie Felber will sich damit nicht abfinden. Sie hat sich deshalb einen Anwalt genommen, der sie im Streit mit der Stadt vertreten soll. Die Rentnerin bleibt hartnäckig: „Die Laterne kommt weg, ohne wenn und aber.“

Auch interessantGeheimnisse, Mythen, Legenden, Rätsel und verborgene Orte im Landkreis Fürstenfeldbruck

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mit knapp zwei Schlägen wurde o’zapft
Das Bier kann fließen. Die Festwoche in Maisach ist eröffnet. Bürgermeister Hans Seidl brauchte für den Anstich nicht ganz zwei Schläge. 
Mit knapp zwei Schlägen wurde o’zapft
Neue Gruppierung bewirbt sich für Egenhofener Gemeinderat
Die Neue Liste Egenhofen (NLE), eine gerade erst gegründete politische Gruppierung in der Flächengemeinde im Nordwesten des Landkreises, hat die organisatorischen …
Neue Gruppierung bewirbt sich für Egenhofener Gemeinderat
Aiwanger vor vollen Rängen im Maisacher Bierzelt 
Das Maisacher Volksfest hatte noch gar nicht richtig angefangen, da gab es schon die erste Bierzelt-Rede: Einen Tag vor dem offiziellen Beginn luden die Freien Wähler …
Aiwanger vor vollen Rängen im Maisacher Bierzelt 
Blaulichtticker: Senior verwechselt Bremse und Gas - Drei Verletzte
Rund um die Uhr sind Polizei und Feuerwehr im Landkreis Fürstenfeldbruck einsatzbereit. Wohin sie unterwegs sind und warum, erfahren Sie im Blaulicht-Ticker.
Blaulichtticker: Senior verwechselt Bremse und Gas - Drei Verletzte

Kommentare