Präsentierte sein Werk der Öffentlichkeit: Stadtarchivar Gerhard Neumeier mit seinem Buch.
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Präsentierte sein Werk der Öffentlichkeit: Stadtarchivar Gerhard Neumeier mit seinem Buch.

Fürstenfeldbruck

Archivar beschreibt 45 Jahre Stadtgeschichte

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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45 Jahre Stadtgeschichte auf knapp 600 Seiten umfasst ein neues Buch, das den Weg Brucks vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur deutschen Wiedervereinigung nachzeichnet. Das Werk von Stadtarchivar Gerhard Neumeier wurde nun präsentiert.

Fürstenfeldbruck – „Fürstenfeldbruck 1945 bis 1990 – Von der Kleinstadt zum Mittelzentrum“ heißt das Buch aus der Feder Neumeiers und beleuchtet die Entwicklung aller Bereiche des öffentlichen Lebens. „Was lange währt, wird endlich gut“ – Neumeier freute sich sichtlich, es gemeinsam mit OB Erich Raff, dessen Stellvertretern Christian Stangl und Birgitta Klemenz sowie Kulturreferentin Tina Jäger im Sitzungssaal des Rathauses der Öffentlichkeit vorzustellen.

Sieben Jahre ist es her, dass der Kultur- und Werkausschuss dem promovierten Historiker den Auftrag gab, die Stadtentwicklung in der genannten Zeitspanne zu untersuchen. Zentrale Ziele waren, Wissen für die Brucker Bevölkerung zusammenzutragen, eine historische Standortbestimmung zu liefern und einen Beitrag zur Geschichtswissenschaft zu leisten.

Neben einer chronologischen Darstellung der wichtigsten Entwicklungen vom Einmarsch der Amerikaner bis ins Jahr 1990 hat Neumeier seine Arbeit nach Themenbereichen geordnet. Er untersucht die Entwicklung von Bevölkerung und Wohnverhältnissen, von Infrastruktur, Schulwesen und Wirtschaft, Vereinen und Kirchen, befasst sich mit dem Gesundheitswesen, mit Kunst, Kultur und Kinos, der Polizeischule, dem Fliegerhorst und sogar dem Fasching.

Närrische Hochburg

So erfährt der erstaunte Leser, dass Bruck in den 1950er- und 1960er-Jahren eine närrische Hochburg war und sogar ein eigenes Faschingslied hatte. Übergreifend wird deutlich, wie aus einer provinziellen Kleinstadt ein reges Wirtschafts- und Kulturzentrum wurde – und eine Schulstadt, deren Kinder nicht mehr in aller Herrgottsfrühe mit dem Zug nach München fahren mussten, wenn sie eine weiterführende Schule besuchen wollten.

Das Buch zeige, „woher wir kommen und – im besten Falle –, wohin wir gehen sollen“, lobt Christian Stangl im Vorwort. In der Politik vollzieht Bruck im Kleinen die großen Entwicklungen mit. Während zu den ersten wiedergegründeten Parteien nach dem Ende der NS-Diktatur noch die KPD gehörte und während die Bayernpartei zeitweise eine ernsthafte Konkurrenz zur CSU darstellte, sind beide heute bedeutungslos. Dafür betraten die Grünen als neue politische Kraft in den 1980er-Jahren auch in Bruck die politische Bühne.

Für Dritte Bürgermeisterin Birgitta Klemenz, eine ehemalige Kommilitonin Neumeiers, hat er mit dem Buch die „beste, vornehmste Aufgabe“ eines Archivars erfüllt – nämlich zu publizieren und damit auch eine Grundlage zum Weiterforschen zu liefern. OB Erich Raff sieht das Brucker Geschichtsbuch für Alteingesessene und Neubürger als gleichermaßen wertvoll an. Den einen zeige es die Heimat, den anderen biete es eine Grundlage, Bruck vielleicht einmal als Heimat zu empfinden.

Das Buch

„Fürstenfeldbruck 1945 bis 1990“ von Gerhard Neumeier ist erschienen im Verlag Schnell + Steiner und kostet 39,95 Euro. Zu haben ist es im Buchhandel und am Info-Point im Rathaus.

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