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Michaela Müller hat kürzlich Söhnchen Noah zur Welt gebracht. Sie lobt die Geburtsklinik: „Wir wurden sehr gut betreut.“ Sieben Stunden verbrachten die Mutter und ihr Mann im Kreißsaal.

Brucker Kreisklinik setzt auf Qualität

Auf der Brucker Geburtsstation herrscht Hochbetrieb

Immer wieder hört man von der Schließung von Geburtsstationen in oberbayerischen Kreiskliniken. Im Brucker Krankenhaus ist davon nicht die Rede – ganz im Gegenteil.

Fürstenfeldbruck „In unserer Klinik werden wieder mehr Babys geboren“, freut sich der Chef der Brucker Station, Frauenarzt Dr. Moritz Schwoerer. Diese Aussage belegt der Mediziner mit Zahlen. In der Frauenklinik am Klinikum Fürstenfeldbruck wurden im letzten Jahr 632 Babys geboren, das ist der höchste Stand seit über zehn Jahren. Zuletzt lag der Durchschnitt bei 500 bis 600 Babys pro Jahr.

Dafür, dass auch bei großem Ansturm im Kreißsaal und auf der Wöchnerinnenstation alles reibungslos über die Bühne geht, sorgen im Brucker Klinikum sieben freiberufliche Hebammen plus Ärzteschaft und Schwestern. „Bisher ist die personelle und räumliche Situation im Kreißsaal und auf der Station so, dass wir alle Gebärenden optimal versorgen“, versichert Schwoerer.

Die Fürstenfeldbrucker Geburtsstation wird immer beliebter

Im Hinblick auf die Tendenz der Schließung von Geburtsstationen in anderen Gegenden betont der Arzt: „Es ist wichtig, dass die Politik sich dafür einsetzt, dass auch in solchen Gegenden eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Geburtshilfe angeboten werden kann.“ Im näheren Einzugsgebiet der Brucker Geburtshilfestation habe bislang keine Geburtenabteilung schließen müssen – und die Brucker Frauenklinik erfreut sich bei den Gebärenden wachsender Beliebtheit.

Chefarzt Dr. Moritz Schwoerer ist überzeugt, dass die gute räumliche und personelle Ausstattung viele Gebärende nach Bruck lockt.

Chefarzt Moritz Schwoerer erklärt sich das so: „Unsere Ärzte und Hebammen arbeiten eng zusammen.“ Die Hebammen bieten in Bruck eine sogenannte Eins-zu-Eins-Betreuung an. In der täglichen Entbindungspraxis heißt das: Die Gebärende wird in der Regel nur von einer Geburtshelferin betreut, und die Hebamme muss sich nicht gleichzeitig um mehrere Schwangere kümmern. „Das ermöglicht eine sehr enge Begleitung der werdenden Eltern“, sagt Schwoerer.

Von 570 Babys 2016 kamen 146 per Kaiserschnitt zur Welt

Aus diesem Grund gebe es in der Klinik auch sehr viele natürliche Spontangeburten. „Die Kaiserschnittrate liegt unter dem Durchschnitt.“ 2016 kamen von den 632 Babys, die in Bruck das Licht der Welt erblickten, lediglich 171 per Kaiserschnitt zur Welt. 2015 waren es 570 Geburten – davon 146 Kaiserschnitte.

Es gibt sogar eine Wanne für Wassergeburten. Hebamme Gisela Wörz und die medizinische Fachangestellte Sabrina Schauer zeigen sie.

Im Brucker Klinikum sind die Kreißsäle großzügig angelegt und in warmen Farben gehalten. Die werdenden Eltern können ein Zimmer mit Entspannungsbadewanne, sowie einen extra Kreißsaal für Wassergeburten mit großer Entbindungswanne in Anspruch nehmen. „Wir sorgen zudem rund um die Uhr für höchste medizinische Sicherheit von Mutter und Kind“, betont Schwoerer. Die Frauenklinik verfügt über einen Operationssaal in der Geburtenabteilung, um im Falle eines Notkaiserschnittes keine wichtige Zeit auf zusätzlichen Wegen zu verlieren.

Auch eine ambulante Geburt ist in Fürstenfeldbruck möglich

Liegt das Baby dann frisch gewindelt in den Armen der glücklichen Eltern, werden Mutter und Kind auf der Wöchnerinnenstation im Zweibettzimmer betreut. Auf Wunsch auch im Einzel- oder Partnerzimmer. Die Verweildauer einer Normalgebärenden beträgt zwei bis drei Tage. Nach einem Kaiserschnitt bleiben Mutter und Kind vier bis fünf Tage in der Klinik, falls keine Komplikationen auftreten.

Auch die Möglichkeit einer ambulanten Geburt besteht in der Kreisklinik. „Dafür müssen allerdings im Vorfeld einige Voraussetzungen erfüllt sein“, sagt Schwoerer. Es sollte vorab Kontakt zu einer Nachsorgehebamme aufgenommen worden sein, die anfangs täglich nach Hause kommt. „Auch die kinderärztlichen Untersuchungen, die normalerweise vor Ort bei uns in der Klinik stattfinden, müssen sichergestellt sein.“ Für eine ambulante Geburt entscheiden sich derzeit im Fürstenfeldbrucker Krankenhaus allerdings höchstens 20 Frauen pro Jahr.

von Angi Kiener

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