Wertstoffe zum Entsorgen zu bringen gefällt nicht jedem. Insgesamt sind die Menschen im Landkreis aber zufrieden mit dem Müllsystem.  Foto: weber
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Wertstoffe zum Entsorgen zu bringen gefällt nicht jedem. Insgesamt sind die Menschen im Landkreis aber zufrieden mit dem Müllsystem.

Repräsentative Umfrage

Zuverlässig und kompetent: Abfallwirtschaft bekommt gute Noten

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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Die allermeisten Bürger des Landkreises sind mit den Leistungen des Abfallwirtschaftsbetriebs zufrieden. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Telefon-Befragung.

Fürstenfeldbruck – Zum ersten Mal überhaupt hat der Landkreis die Bürger zum Thema Müll und Müllentsorgung befragt. Ein mit der Umfrage beauftragtes Büro rief im September 1000 repräsentativ ausgewählte Bürger an und stellte allen die selben Fragen. 99 Prozent der Bürger gaben an, den AWB zu kennen. 38 Prozent sind mit ihm ganz allgemein „sehr zufrieden“. 52 Prozent sind „eher zufrieden“. Nur ein Prozent der Befragten gab an, „sehr unzufrieden“ zu sein. Der AWB gilt als zuverlässig und kompetent, etwas seltener allerdings als flexibel.

Allerdings: Im Detail klaffen die Angaben dann doch etwas auseinander. Die Entsorgung von Hausmüll und Papier mittels der jeweiligen Tonnen wird als hervorragend bewertet. Zwei Drittel sind sehr zufrieden, bis zu 30 Prozent „eher zufrieden“.

Das Bringsystem

Die Zufriedenheit mit der Entsorgung von Müllsäcken beziehungsweise das Bring-System insgesamt wird nicht ganz so positiv bewertet. Mit den Wertstoffhöfen, mit der Entsorgung von Bioabfällen und der von Leichtverpackungen sind jeweils 20 bis 30 Prozent sehr zufrieden. 50 Prozent sind eher zufrieden. Um die zehn Prozent geben zu, beispielsweise Bioabfälle auch in der Restmülltonne zu entsorgen. Manche bemängelten die Reißfestigkeit der Bioabfallsäcke, die bekannter maßen ja gerne mal zerfleddern, wenn sie auf der Straße zur Abholung stehen. Insgesamt entspreche die Zufriedenheit mit den Wertstoffhöfen im Wesentlichen den Werten, die man aus anderen Landkreisen kenne, wie das Umfragebüro in seiner Auswertung schreibt. Die Entsorgungsmöglichkeiten und die Mitarbeiter würden durchaus gelobt. Das hohe Niveau der Zustimmung beim Holsystem werde aber bei der Bring-Variante nicht erreicht.

Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe

Ein Viertel der Befragten gab an, dass ihnen die Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe egal sind. Der Rest bevorzugt an Werktagen den späten Nachmittag und an Samstagen den späten Vor- beziehungsweise den frühen Nachmittag.

Nicht ganz so gut weg kommt der AWB bei der Frage nach der Zufriedenheit bei Telefonkontakten. 20 bis 25 Prozent gaben an, sehr zufrieden zu sein, was den Wert gut nach unten drückt.

90 Prozent sind für eine umweltfreundliche Entsorgung. Nur elf Prozent aber wären bereit, dafür mehr zu bezahlen. Ein Drittel lehnt höhere Gebühren aus Umweltgründen komplett ab.

Kritik an Telefonauskünften

Als denkbare Tätigkeitsfelder gibt das Umfrage-Büro nun eine Verbesserung bei den Telefonkontakten an. Auch die Entsorgung mit Abfallsäcken im Holsystem sei ein mögliches Feld um aktiv zu werden, genau wie eine Sensibilisierung der Bürger für korrekte Abfalltrennung und Entsorgung.

Online-Beteiligung

Bürger konnten sich auch online an der Umfrage beteiligen. Diese Ergebnisse gelten aber nicht als repräsentativ, weil davon auszugehen ist, dass sich hier vor allem Leute mit bestimmten Interessen beteiligten. Hier nahmen beispielsweise überwiegend Bürger teil, die das Bringsystem ablehnen. Auch online aber ist die Zufriedenheit mit der Abfuhr von Haus- und Papiermüll hervorragend. Die Teilnehmer der online-Befragung sind auch weniger zufrieden mit dem AWB als die repräsentativ Befragten. 27 Prozent der Online-Befragten gaben zu, Leichtverpackungen zumindest manchmal in den Restmüll zu werfen.

Insgesamt zeige sich, dass die meisten mit den großen Wertstoffhöfen zufrieden sein, sagte ein Sprecher des beauftragten umfrage-Büros im Werkausschuss des Kreistags. Das Handling hier polarisiere aber durchaus. Im Werkausschuss wurde die Umfrage allgemein als Lob an den AWB wahrgenommen. Ziel war es jetzt aber, die Ergebnisse möglichst schnell vorzustellen. Über Weiteres wird zu sprechen zu sein.

Kommentar

Die Abholung von Restmüll und Altpapier funktioniert super. Die Trennung anderer Müllarten und der Weg zu den Wertstoffenhöfen gefallen nicht jedem, werden aber auch nicht wirklich pauschal abgelehnt, sondern eher gut akzeptiert: So in etwa lässt sich das Ergebnis der Umfrage streng verkürzt darstellen.

Das deckt sich mit dem Eindruck, den man als Beobachter ohnehin schon hatte und überrascht daher nicht so richtig. Es schadet aber ja nichts, wenn dieser Eindruck jetzt quasi schwarz auf weiß bestätigt wird. Ohne den Kreisräten vorgreifen zu wollen, sei prognostiziert: Es ist jetzt nicht direkt zu erwarten, dass das Landkreis-Müllsystem von heute auf morgen komplett umgekrempelt wird. Der Werkausschuss und der AWB können mit einer Politik der ruhigen Hand an Verschiedenem weiterarbeiten und das ist ja ganz gut so.

Noch ein Wort zur Unzufriedenheit mancher mit telefonischen Auskünften vom AWB: Wir als Redaktion können das so nicht bestätigen und bitten jetzt natürlich etwas im Scherz, diese Aussage nachträglich in die Umfrage aufzunehmen, so dass der Wert wenigstens a bisserl besser wird. (st)

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