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Perfekt aufeinander abgestimmt waren Bach-Chor und Bach-Orchester. Nach dem Auftritt verlangte das Publikum nach einer Zugabe. 

Händels „Messias“

Bach-Chor präsentiert ein klassisches Werk in frischem Gewand

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Nicht zum ersten Mal präsentierte der Bach-Chor Händels Messias im Stadtsaal. Dass es dem Ensemble trotzdem gelang, das Publikum zu überraschen und zu begeistern, lag auch an der ungewöhnlichen Zusammenstellung der Solisten.

Fürstenfeldbruck – Mit einer glanzvollen Aufführung setzten Bach-Chor und -Orchester unter der Leitung von Gerd Guglhör einen musikalischen Höhepunkt im Advent. Gemeinsam mit einer Handvoll Profimusikern und vier Solisten ließen Instrumentalisten und über 100 Sänger Händels „Messias“ in vollendeter Form erklingen – und wurden vom ausverkauften Stadtsaal zurecht gefeiert.

In dem guten Vierteljahrtausend seit seiner Entstehung hat das Oratorium nichts von seiner zeitlosen Strahlkraft verloren. Es rettete Händel damals aus einer Krise – seine italienischen Opern waren in seiner Wahlheimat England nicht mehr gefragt, das Publikum verlangte nach Werken in der eigenen Sprache. Daraufhin komponierte er zu einem Libretto von Charles Jennens in wenig mehr als drei Wochen seinen über zweistündigen „Messiah“, der bereits bei der Uraufführung in Dublin – die der Komponist selbst dirigierte – frenetisch aufgenommen wurde. Das Werk sei die Art Musik, die allen gefalle, „die Ohren haben zu hören, ob sie nun Kenner sind oder keine“, so das Urteil des damaligen irischen Bischofs.

Der „Messias“ erzählt in drei Teilen die Verheißung, Leidens- und Heilsgeschichte Jesu. Große imposante Chorpassagen machen ihn zu einem idealen Werk für ambitionierte Formationen wie den Bach-Chor, der mit sichtlicher Begeisterung zur Höchstform auflief. Gesungen wurde in original englischer Sprache, wobei das Programm zum Mitlesen auch die deutsche Version des Textes anbot.

Viel Gefühl schwang mit in den musikalischen Kommentaren, mit denen der Chor die Arien umrahmte – Demut und Ehrfurcht angesichts der alttestamentarischen Prophezeiungen, der Spott der gottlosen Menge bei der Kreuzigung und schließlich die triumphale Glückseligkeit des „Hallelujah“-Chors, der zu den Klassik-Passagen mit dem höchsten Wiedererkennungswert gehören dürfte.

Ungewöhnlich war die Zusammenstellung der Solisten: Neben Markus Flaig (Bass), Hermann Oswald (Tenor) und Ulrike Hofbauer (Sopran) sang der französische Counter-Tenor Julien Freymuth die Alt-Stimme. Das Streichorchester – dem man seinen Amateur-Status zu keinem Zeitpunkt anmerkte – wurde ergänzt durch Veronika Brass an der Orgel, Christoph Eglhuber an der Laute, Michael Rupprecht am Violoncello, Karin Gemeinhardt am Fagott und Christian Gruber an der Trompete.

Als krönenden Abschluss erklatschte sich das Publikum zu guter Letzt noch eine Zugabe – und durfte sich ein weiteres Mal am Hallelujah-Chor erfreuen, bevor die Mitwirkenden mit stehenden Ovationen verabschiedet wurden.

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