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An der Schöngeisinger Straße

Bau-Unternehmer bewahrt historisches Brucker Haus vor dem Abriss - und hat Pläne

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Es ist das Geburtshaus von Johann Baptist Stiglmaier, dem königlichen Erzgießer und Namenspaten des Stiglmaierplatzes in München. Jetzt sollte es abgerissen werden. Doch ein Brucker Bauunternehmer bewahrt das über 300 Jahre alte Gebäude in der Schöngeisinger Straße vor der Zerstörung.

Fürstenfeldbruck – Der Putz bröckelt von den Wänden. Die Fenster sind teilweise zersplittert und die östliche Außenwand gleicht dem Inneren eines Kamins, so schwarz ist sie. Das kleine Haus an der Ecke Schöngeisinger-/Ledererstraße macht wirklich keinen guten Eindruck mehr. Die Grundmauern sind inzwischen über 300 Jahre alt. Alles Gründe, die für den bereits geplanten Abriss sprechen. Doch bevor die Bagger anrollen konnten, erwarb der Brucker Günter Sonnenberg (57) das Gebäude. Er will es nun sanieren.

Nicht noch mehr alte Häuser sollen verschwinden

„Das war eine Entscheidung aus dem Bauch raus“, erklärt Sonnenberg, der eine Baufirma in Bruck betreibt und das Haus einem Kollegen abkaufte. Die Kreisstadt ist seine Heimat und er fände es schade, wenn noch mehr der alten Handwerkerhäuser an der Schöngeisinger Straße verschwinden würden. Gerade erst fielen zwei alte Gebäude schräg gegenüber dem Bagger zum Opfer.

Doch obwohl die Mauern des Häuschens mit der Nummer 5 bereits mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel haben, kam eine Einstufung zum Denkmalschutz nicht in Frage. „An dem Gebäude wurde zu viel verändert“, sagt der 57-Jährige, der bereits Erfahrung mit alten Gemäuern hat. Seine Firma hat das denkmalgeschützte Schloss Weyhern bei Egenhofen saniert.

Gedenkstele

Auch die Tatsache, dass ein berühmter Brucker Sohn 1793 darin geboren wurde, hilft nicht, dem Haus einen besonderen Status zuzuschreiben. Johann Baptist Stiglmaier erblickte in dem ehemaligen Hufschmiedehäuschen das Licht der Welt. Der königliche Erzgießer war unter anderem am Bau der Bavaria beteiligt, die sein Neffe Ferdinand von Miller nach seinem Tod vollendete. Wenn das Gebäude jetzt im ursprünglichen Stil erhalten bleibt und nicht abgerissen wird, will die Stadt möglicherweise eine Gedenkstele auf dem Bürgersteig aufstellen.

Café im Erdgeschoss

Sonnenberg dürfte sich darüber freuen, wenn eine Gedenksäule Bummler auf die Geschichte des Hauses aufmerksam macht. Denn er plant mit seinem Sohn Daniel (31) nach der Sanierung im Erdgeschoss ein Café zu eröffnen. Auf etwa 25 Quadratmetern will Sonnenberg junior die Gäste bewirten, während der Senior im hinteren Bereich sein Immobilienbüro einrichtet. Im ersten Stock soll eine vollrenovierte Maisonettewohnung entstehen, zu der man über eine Außentreppe hinter dem Gebäude gelangen soll. „Noch eine Wohnung mehr für Bruck ist doch immer gut“, scherzt der Bauherr.

Spagat zwischen alt und neu

Ganz einfach haben sich die Sanierungsarbeiten bisher nicht gestaltet, weiß Sonnenberg. Denn man müsse einen Spagat zwischen modernen Standards und Erhaltung des historischen Charmes schaffen. Deshalb sollen in der Front auch wieder Kassettenfenster eingesetzt werden, auch wenn diese nicht die besten Dämmwerte besitzen. Seit Oktober 2018 wird nun an dem Haus gewerkelt und Mitte Juni soll alles fertig sein.

Für Günter Sonnenberg hat sich der Aufwand jetzt schon gelohnt. Er will mit seinen 57 Jahren kürzer treten und seine Firma verkleinern. Da passe ein kleineres Büro in Brucks schöner Altstadt perfekt dazu. Und für die Spaziergänger gibt es dann eine neue Möglichkeit auf einen Kaffee im Herzen der Stadt einzukehren.

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