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Im Frühjahr sollen die Arbeiten für die Wohngebäude und Tiefgarage beginnen. Dafür wird das alte Capitol-Kino an der Pucher Straße gerade abgerissen. 

Fürstenfeldbruck

Bauhof hat Priorität: Viehmarkt muss warten

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Die Erweiterung des Rathauses und die Verlagerung des Bauhofs sind die beiden großen Brocken, die die Stadt neben Schul- und Kindergartenbau heuer stemmen will. Von einem anderen Lieblingsprojekt haben sie sich vorerst verabschiedet: dem Viehmarktplatz.

Fürstenfeldbruck – Es gab Bürgerentscheide, Bürgerbeteiligung, und es war eines der Themen im vergangenen Kommunalwahlkampf: Die Autos sollten vom Viehmarktplatz in eine Tiefgarage verschwinden. Auf der freien Fläche sollte ein schöner Platz und ein Gebäude entstehen – ein Loop ist derzeit der Favorit. Doch es gibt keinen Investor, der diesen bauen will. Also bessern die Architekten nach.

So richtig verabschieden wollten sich die Stadträte bislang nicht von ihrem Lieblingsprojekt. Doch nun wird es zumindest um einige Jahre nach hinten geschoben. Denn die Räte wollen ihren Haushalt entschlacken und sich auf realisierbare Projekte konzentrieren. Daher bleiben vorerst nur 100 000 Euro an Planungskosten drin.

Zukunft des Fitness-Studios 

Ein Grund: Im Frühjahr beginnt auf dem Areal der Familie Weiß – Besitzer des Hotels Post – der Bau mehrerer Wohngebäude samt Tiefgarage, die über die Ludwig- und Pucher Straße erschlossen werden. Die Arbeiten werden etwa zwei Jahre dauern. Eine zweite Großbaustelle kann die Stadt nicht stemmen. Zudem ist unklar, was mit dem benachbarten Hardys-Fitnessstudio passiert.

Grund genug für die Stadträte, derzeit keine großen Summen einzuplanen. „Die Tiefgarage macht jetzt keinen Sinn und ohne sie auch der Umbau der Oberfläche nicht“, sagte Philipp Heimerl (SPD). Der Vorschlag: Die drei Millionen Euro für den Bau der Garage auf das Jahr 2023 und das Geld für die Oberfläche auf 2024 schieben. Tommy Beer (BBV) wollte keine so große Verzögerung. „Wir könnten doch den Platz vorne schon gestalten, doch dafür müssen wir die Parkplätze unter die Erde bringen.“ Er wollte bereits 2022 Gelder für die Bauarbeiten im Etat sehen. „Es ist ein Projekt, das die Bürger sehr interessiert und es gab viel Bürgerbeteiligung“, sagte er seinen Ratskollegen. „Es wäre ein Symbol, es nur um ein Jahr zu schieben.“ Doch die übrigen Räte im Finanzausschuss waren anderer Meinung. Es gebe nicht mal einen Interessenten, sagte Andreas Lohde (CSU). Gehe im nächsten Jahr etwas voran, könne man das Projekt immer noch vorziehen. Die BBV ging schließlich mit – zähneknirschend.

Der Bauhof

Höchste Priorität genießt stattdessen die Verlagerung des Bauhofs auf ein Areal bei der Feuerwehr im Westen. Das 8,8-Millionen-Projekt sollte eigentlich erst im Jahr 2021 angegangen werden, nun starten die Planungen heuer. Denn da der städtebauliche Wettbewerb für das Aumühlen-/Lände-Areal bereits läuft, will man hier zügig voran kommen. Für das Jahr 2022 kalkuliert man zudem mit sieben Millionen Euro für den Verkauf des Areals an der Lände. Finanzreferent Walter Schwarz (SPD) warnte davor, hier Millionen herumzuschmeißen, man wolle ja nicht nur den besten Preis erzielen, sondern auch ein Konzept würdigen. So soll dort etwa bürgerschaftliches Bauen ermöglicht werden. „Es ist Konsens, dass die Bauhofverlagerung nur mit Grundstückserlösen zu stemmen ist“, entgegnete Lohde. Es brauche Zeit, um Konzepte für genossenschaftliches Wohnen auf sichere Füße zu stellen, meinte Christian Stangl (Grüne). Daher kamen die Räte seinem Vorschlag nach, für 2023 und 24 je 3,5 Millionen Euro an Grundstückserlösen einzuplanen.

Ein Jahr nach hinten rückt dafür die Rathaus-Erweiterung. Sie ist an den Verkauf eines Grundstücks am Niederbronnerplatz gekoppelt. So gewinnt die Stadt Zeit für eine genauere Planung. Denn sie hat sich ein Grundstück an der Kirchstraße gesichert, und kann damit einen Zugang zum hinteren Areal gestalten. Der Clou: Dann ließe sich erst dieser Teil verkaufen und bebauen, während die Rathaus-Mitarbeiter bis zur Fertigstellung des Neubaus in ihren Übergangsräumen bleiben können. Hardy Baumann (BBV) regte an, den Erlös für diese Teilfläche schon im nächsten Jahr einzuplanen und den Rest per Erbpacht zu vergeben. Der Finanzausschuss entschied dagegen, 2022 und 2024 je 3,5 Millionen einzukalkulieren. So halte man sich die Option einer Erbpacht offen.

Sparen beim Radlverleih

In diesem Jahr steht vieles mehr an. Alleine rund elf Millionen Euro sind für laufende Projekte und Pflichtaufgaben verplant. Dazu gehören unter anderem der Bau der zweiten Feuerwache an der Flurstraße, der Neubau der Schule West, die Fertigstellung von Kindergärten sowie Kanal- und Straßenbauprojekte. Nach hinten rückt nur die Erweiterung der Philipp-Weiß-Grundschule, die erst mit der Entwicklung eines Baugebietes nötig wird. Bei den freiwilligen Vorhaben wurde der Haushalt entschlackt. Sparen will man etwa beim Umbau der Amperufer, den Radverleih- und Mobilitätsstationen sowie der Umgestaltung des Volksfesteplatzes. Festhalten will man dagegen an den Wohnbauprojekten Am Sulzbogen und zwei Dachgeschoss-Ausbauten in der Schwaben- und Kronprinz-Rupprecht-Straße. Auch die Skater-Anlage – ein großes Anliegen des Stadtjugendrats – blieb vom Rotstift verschon

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