Das Rathaus Fürstenfeldbruck
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Fürstenfeldbruck

Bauprojekte: Stadträte gehen in Klausur

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Wie entwickelt sich die Bevölkerung in der Stadt? Wo sind Wohngebiete, wo braucht es Schulen und Kitas? All das lässt sich aus einer Demografiestudie samt Folgekostenkonzept herauslesen. Dazu gehört auch eine Prioritätenliste über Bauvorhaben. Diese will der Bauausschuss in einer Klausur neu ordnen.

Fürstenfeldbruck – Bestandteil der Studie aus dem Jahr 2016, die nun fortgeschrieben wurde, ist auch eine Prioritätenliste der Bauvorhaben – von Wohnungsbau über Gewerbe bis zu sonstigen Bauten. Und wann wo neue Häuser entstehen, ist wichtig zu wissen. Denn so lässt sich errechnen, welche Folgekosten für die Infrastruktur auf die Investoren zukommen. Diese Zahlen benötige man für die Verhandlungen, erklärte Andreas Schnödt vom Bauamt.

Die Projektliste wurde zuletzt 2016 aktualisiert. Seitdem wurden vier Wohnbauprojekte, drei Gewerbevorhaben und zwei andere Projekte abgeschlossen. Zu wenig, monierte Finanzreferent Klaus Wollenberg (FW) im Stadtrat. Zuvor hatte bereits der Bauausschuss intensiv debattiert. Denn die Verwaltung wollte die Projekte mit der Priorität eins und zwei im Beschluss festnageln – doch die Ausschussmitglieder wollten sich nicht gleich festlegen.

Georg Stockinger (FW) beantragte vergeblich, den Punkt abzusetzen. „Ich habe Bauchschmerzen mit der Liste.“ Er fürchtet, dass diese stur abgearbeitet wird. Man habe öfter abgelehnt, Projekte vorzuziehen. „Wir müssen flexibel werden.“ Die Verwaltung sei flexibler, als man denke, entgegnete Stadtbaurat Martin Kornacher. Man arbeite im Auftrag des OB. Dieser könne bei freien Kapazitäten nur ein Bauprojekt vorziehen, nicht mehrere.

Unterstützung erhielt Stockinger von Hans Schilling (CSU). Er schlug vor, mit dem neuen Stadtbaumeister eine Klausur zu machen, wie vor vor sechs Jahren. „Das hat damals viel gebracht.“ So wisse jeder, um welche Projekte es gehe und welche Schwerpunkte man in den nächsten Jahren setzen wolle.

Dem konnten sich alle Räte anschließen. Kornacher und Stadtplaner Markus Reize baten dennoch um Zustimmung für die Bauprojekte der ersten Priorität – darunter Vorhaben wie der Krebsenbach, die Aumühle/Lände, das Grimmplatten-Areal und das Hochfeld. Denn nur mit der Liste kann das Konzept fortgeschrieben werden, und nur dann hat die Stadt Zahlen für die Verhandlungen. Schnödt erklärte: Auch hinterher könne man noch Bauvorhaben tauschen. Nur wenn sich die Anzahl der neuen Bewohner ändert, hat das Auswirkungen auf die Folgekosten, sonst bleibt es in etwa gleich.

Wollenberg monierte, dass der von der SPD und Franz Neuhierl (FW) beantragte Flächennutzungsplan für das Stadtgebiet keine Priorität genießt. Dies sei doch wichtig. Darüber könne man in der Klausur sprechen, entgegnete OB Erich Raff.

Viehmarkt und Eishalle

Mehrheitlich segneten Bauausschuss und Stadtrat die Demografiestudie, das Folgekostenkonzept und die Prioritätenliste ab. Christian Götz (BBV) sprach von einer groben Schlagrichtung. Die Klausur soll im Frühjahr stattfinden. Sie sei für den neuen Stadtbaumeister die Chance, geschult zu werden, fand Thomas Brückner (Grüne). Zudem will Christian Stangl halbjährlich im Ausschuss über den Sachstand der Bauvorhaben informieren.

Ein Projekt, das auf der Prioritätenlisten ganz fehlt, ist der Viehmarktplatz. „Der sollte aber drin sein“, meinte Thomas Brückner (Grüne). Vize-Bürgermeister Christian Stangl erklärte, dass das Planungsverfahren abgeschlossen sei, nicht aber das weitere Vorgehen. Daher erscheine der Viehmarkt nicht mehr auf der Liste des Bauamtes.

Bei der Eishalle wollen die Grünen den Parkplatz an der Amperoase zusätzlich untersuchen lassen. Das fordern sie in einem entsprechenden Antrag. Der Parkplatz habe im Vergleich zur Wiese an der Schöngeisinger Straße den Vorteil, dass er weiter von der Wohnbebauung weg ist und damit weniger Lärm zu hören ist. Zudem müssten keine weiteren Flächen versiegelt werden. Und der energetische Verbund zur Amperoase bliebe bestehen. Das Thema Eishalle soll in einer der nächsten Sitzung des Bauausschusses wieder aufs Tapet kommen. imu

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