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Nach Verhandlung in Fürstenfeldbruck

Prozess wegen Containerns: Anwälte legen Rechtsmittel ein

Sie lassen es nicht gut sein: Die beiden jungen Frauen, die wegen Container-Diebstahls am Amtsgericht Fürstenfeldbruck verurteilt worden waren, legen Rechtsmittel ein.

Fürstenfeldbruck - In dem Strafverfahren wegen der Entnahme von entsorgten Lebensmitteln aus dem Abfallcontainer eines Supermarktes in Olching hat die Verteidigung am Mittwoch Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Amtsgerichts Fürstenfeldbruck vom 30. Januar Einspruch eingelegt. Das Amtsgericht hatte in der ersten Instanz entschieden, dass die Entnahme entsorgter Lebensmittel aus dem Abfallcontainer eines Supermarktes ein Diebstahl sei und verwarnte die beiden Angeklagten deshalb. 

In der mündlichen Urteilsbegründung ging das Gericht davon aus, dass weggeworfene Lebensmittel in dem Abfallcontainer eines Supermarktes zwar wertlos seien, aber als Eigentum gestohlen werden können. 

Sie holten Essen aus Müllcontainern eines Supermarktes - und wurden bestraft

Die Verteidigung vertrat hingegen die Auffassung, dass die entsorgten Äpfel, Birnen und Joghurtbecher als juristisch derelinquiert anzusehen seien, und sich bei den im Müllcontainer befindlichen Lebensmitteln kein ehemaliger Besitzer als Eigentümer geschädigt sehen könne – sie beantragte Freispruch. 

Der Hausfrieden sei zu keiner Zeit gestört gewesen, weil der Abfallcontainer nicht umzäunt, sondern auf dem Gelände zugänglich gewesen sei, so die Verteidiger. Darüber hinaus  habe der Supermarkt angegeben, dass keine Schäden entstanden seien, und für die Entsorgung der Lebensmittel gewöhnlich bezahlt werde.

Das Amtsgericht hatte die beiden unter Vorbehalt zu einer Geldbuße verurteilt und ihnen Sozialarbeit auferlegt.

Lesen Sie auch auf Merkur.de*: Wegen Containerns vor Gericht: So wollen Caro und Franzi jetzt Lebensmittel in Olching retten Tom ElderschvonTom Eldersch

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