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Sein mehr als 40 Jahre alter Häcksler ist dem Landwirt mittlerweile ans Herz gewachsen.

Alte Technik muss nicht schlechter sein

Wo sich der Oldtimer durchs Maisfeld frisst

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Bis er auseinander fällt. Landwirt Ludwig Probst aus Fürstenfeldbruck fährt einen Maishäcksler der ersten Generation. Der Oldtimer leistet noch gute Dienste.

Fürstenfeldbruck – Männer und ihre Spielzeuge – das ist eine Geschichte für sich. Hauptprotagonisten sind darin nicht selten Motoren, Pferdestärken und blitzendes Chrom. Oldtimer stehen bei vielen Männern ab einem gewissen Alter hoch im Kurs. Das ist bei Landwirt Ludwig Probst nicht anders. Auch er mag den satten Sound seines Oldtimers. Mit poliertem Chrom hat es der Bauer aus der Rothschwaige aber nicht so. Sein Oldtimer ist ein richtiges Arbeitstier.

Mehr als 40 Jahre hat sein grüner Maishäcksler auf dem Buckel. Der Claas Jaguar 60 SF war seinerzeit einer der ersten selbstfahrenden Maishäcksler der Welt. Und noch heute tut er geduldig seine Pflicht, schluckt gierig wie eh und je die Maisreihen und spuckt sie kleingehackt in den Anhänger. Der Sechs-Zylinder-Motor brüllt, die Fahrer-Kabine wackelt, die wenigen Steuerhebel und Armaturen vibrieren. Ludwig Probst grinst. „Diese Maschine ist mir richtig ans Herz gewachsen“, sagt er.

Vor 40 Jahren staunten die anderen Landwirte noch über den Häcksler

Als Probst und sein Vater den Häcksler vor mehr als 40 Jahren kauften, war kein Platz für solche Gefühle. „Der Maisanbau wurde zu der Zeit stark ausgeweitet“, erklärt der 63-Jährige. Eine Maschine, die möglichst viel in wenig Zeit häckselt, kam da gerade recht. Probsts Kollegen staunten damals über das neuartige Gerät. Und nicht nur das: „Viele haben uns angebettelt, damit wir für sie häckseln“, erinnert sich der Landwirt.

Arbeit und Freude: Ludwig Probst macht es Spaß, seinen Oldtimer-Häcksler durchs Maisfeld zu steuern.

Mittlerweile gehört der einst moderne Claas längst zum alten Eisen. Moderne Häcksler schlucken bis zu zwölf Reihen auf einmal, rasen förmlich durch die Felder, sind mit Elektronik vollgestopft und schlagen mit einer halben Million Euro oder mehr zu Buche. Für seinen Silo-Mais nimmt auch Ludwig Probst die Dienste der Hightech-Maschinen in Anspruch.

Bestimmte Teile für seinen Häcksler stellt der Landwirt selber her

Den Mais, den er gleich an seine 70 Kühe verfüttert, holt der Landwirt aber noch immer mit seinem grünen Oldtimer vom Acker. Dafür nimmt der Bauer auch komplizierte Reparaturen in Kauf. Ersatzteile gibt es schon lange nicht mehr. Doch wer ein echter Landwirt ist, weiß sich zu helfen. Einfache Teile stellt Probst selbst her. Wenn’s komplizierter wird, holt er sich professionelle Hilfe von einem Mechaniker.

Elektronischen Schnickschnack sucht man im Cockpit des Häckslers vergebens.

Dieser Einsatz nötigt sogar dem Hersteller Respekt ab. „Wir freuen uns, dass unser erster Häcksler noch in Betrieb ist“, sagt ein Sprecher der Firma Claas. Der 60 SF sei die Keimzelle aller modernen Häcksler. 

In ganz Bayern gibt es immer wieder Anschläge auf Maisfelder. Auch Maishäcksler sind Ziel der Unbekannten. Auf den Straßen regen die großen landwirtschaftlichen Fahrzeuge aber viele Autofahrer auf.

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