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So geht’s: Xaver Reicherzer macht den Besuchern des Berufsinfomarktes den Beruf des Bäckers schmackhaft.

Berufsinfomarkt

Rat der Lehrlinge kommt gut an

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Lehrlinge beraten Lehrlinge – beim Berufsinfomarkt in Fürstenfeldbruck stehen nicht nur die Berufserfahrenen, sondern auch die Jungen Rede und Antwort.

Fürstenfeldbruck Es ist noch gar nicht so lange her, da stand Svenja Biesold auf der anderen Seite des Stehtisches und suchte nach Möglichkeiten für Praktikum und Ausbildung. Jetzt ist die 20-Jährige im zweiten Jahr Auszubildende bei der Sparkasse in Grafrath und berät selbst die Interessierten. „Die Erfahrungsberichte kommen einfach besser an“, sagt sie über das Verhältnis auf Altersaugenhöhe zu den jungen Besuchern. Diese bringen im Gespräch dann Dinge zur Sprache, die ein älterer Berater wahrscheinlich nicht so oft hört, sagt Biesold: „Sie scheuen sich nicht, auch mal andere Fragen zu stellen.“ Zum Beispiel nach dem Image des Bankberufs, der manchmal als zu strukturiert und bürokratisch rüberkommt. Biesold versucht dann, ihre positiven Erfahrungen in puncto Kundenkontakt diesem Bild gegenüberzustellen. Um alle Infos gut parat zu halten, hat die junge Fürstenfeldbruckerin sich zuvor durch das Material der Sparkasse gearbeitet.

Svenja Biesold berichtet über ihre Erfahrungen bei der Sparkasse.

Am Stand der Bäcker wird neben der Beratung auch gleich praktisch etwas vorgeführt. Xaver Reicherzer schiebt gerade Quarkteig-Taschen in Form von Dinos, Hasen und Schmetterlingen in den Ofen. Der 17-Jährige absolviert gerade sein erstes Lehrjahr im elterlichen Betrieb in Fürstenfeldbruck und wurde von der Bäcker-Innung gefragt, ob er nicht auf den Berufsinfomarkt kommen möchte. „Ich war schon ein bisschen aufgeregt, man will die Bäckerei-Branche ja so gut wie möglich vertreten“, sagt Reicherzer, der sich aber schnell in die ungewohnte Rolle reingefunden hat. „Die ersten zwei, drei Gespräche liefen relativ schleppend, aber dann ging es gut.“ Der junge Bäcker-Lehrling hat sich zuvor auch Gedanken gemacht, was er auf die klassischen Fragen antworten will. Zum Beispiel die Sache mit dem frühen Aufstehen. „Die ersten Monate waren schon hart. Aber das ist Gewöhnungssache.“ Außerdem gibt es ja auch positive Seiten, das versucht er auch zu vermitteln: „Ich habe den Nachmittag zur freien Verfügung. Ich kann es mir selber einteilen, ob ich in die Stadt gehen oder Freunde treffen will.“

Schornsteinfeger ist für jedes Geschlecht geeignet

Eine, die sich mit Ausbildung bestens auskennt, ist Annika Haberzett. Die 21-Jährige hat nicht nur eine, sondern gleich zwei Stück davon absolviert. Zuerst im Einzelhandel, dann als Schornsteinfegerin im väterlichen Betrieb. „Ich finde es interessant, dass mehr Mädels kommen, wenn auch ein Mädel am Stand ist“, erzählt sie von ihren Erfahrungen in der Beratung. Haberzett ist es wichtig, dass sie bei solchen Gelegenheiten dabei ist und den jungen Mädchen zeigt, dass nicht nur Männer das Handwerk erlernen können. „Die Mädchen wissen vielleicht gar nicht, dass sie sich auch dafür interessieren können.“ Die Fragen, die von weiblicher Seite im Bewerbungsgespräch kommen, drehen sich dann um Themen wie Ausbildungsablauf und die Akzeptanz in der Berufsschule. Man müsse nur aus sich rausgehen und sich beweisen – dann ist Schornsteinfeger für jedes Geschlecht ein Beruf, sagt Haberzett.

Annika Haberzett wirbt für den Beruf der Schornsteinfeger.

Bei den Zimmerern ist es ab dem zweiten oder dritten Lehrjahr üblich, dass Auszubildende auf Berufsmessen gehen, erzählen Michael Weigl und Uli Schwarzmann. Die beiden 17-Jährigen sind selbst noch im ersten Lehrjahr im gleichen Betrieb. Doch als ihr Chef sie gefragt hat, ob sie mitkommen würden, haben beide zugesagt. „Mir gefällt es. Es ist interessant“, sagt Michael Weigl. Die Fragen, die ihm gestellt werden, kann er alle gut beantworten, denn meist drehen sie sich um allgemeine Dinge wie Ausbildungsdauer und Aufgaben im Beruf. Eine Empfehlung für die Lehre geben beide gerne, denn Uli Schwarzmann sagt: „Einen Zimmerer kann keine Maschine ersetzen.“

Uli Schwarzmann und Michael Weigl zeigen, was Zimmerer machen müssen.

Hier finden Sie ein Interview mit der Leiterin der Berufsschule Fürstenfeldbruck, Andrea Reuß, zum Berufsinfomarkt. So sah es vergangenes Jahr auf dem Berufsinfomarkt aus.

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