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Neben Vorträgen und Workshops bleibt beim Fachtag des Netzwerks „Junge Eltern und Familien“ vor allem Zeit zum Austausch und Anregungen sammeln.

Bayernweites Netzwerk „Junge Eltern und Familien“

Richtig essen will gelernt sein

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Das leibliche Wohl der eigenen Kinder ist jedem Elternteil wohl das Wichtigste. Dennoch stiften Berichte zur richtigen Ernährung von Kindern oft Verwirrung bei den Erziehungsberechtigten. Seit zehn Jahren beschäftigt sich das bayernweite Netzwerk „Junge Eltern und Familien“ mit den Trends der Kinderernährung.

Fürstenfeldbruck – Die Ökotrophologin Stefanie Schirle ist stolz auf die Entwicklung des Netzwerks: „Wir haben vor zehn Jahren mit kleinen Projekten angefangen und zu sehen wie sich diese Projekte entwickelt haben, ist einfach wundervoll.“ 2009 startete der damalige Landwirtschaftsminister Helmut Brunner das Konzept Ernährung in Bayern. Die Landwirtschaftsämter erhielten die Aufgabe der Ernährungs- und Bewegungsbildung, erklärt Schirle, Projektmanagerin am Fachzentrum Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung. „Daher haben wir ein Netzwerk gegründet.“ Erste Zielgruppe waren Kinder bis drei Jahre. Es wurden Bildungsangebote entwickelt, getestet und evaluiert, die in ein festes Angebot mündeten. Daraufhin folgte die nächste Zielgruppe: Eltern mit Kindern von drei bis sechs Jahren, für die es inzwischen auch ein festes Angebot gibt. Über die Jahre sei vieles professioneller geworden, viele Voraussetzungen von Mitarbeitern hätten sich standarisiert und es gebe stets Fortbildungen um die Professionalität zu wahren, so Schirle.

Schüler fahren in Lebensmittelbetriebe

Aber nicht alle Aktionen erfahren positive Rückmeldungen. Viele Angebote die sich nicht wie gewünscht entwickelt haben, wurden aussortiert. „Die Selektierung durch Evaluation gehört dazu“, so die 50-Jährige.

Daneben läuft derzeit ein Ernährungs-Handwerksprojekt für Mittel- und Realschüler. „Die Jugendlichen fahren in Betriebe wie Bäcker, Metzger oder Konditor und können dort einen Tag mitarbeiten“, erklärt Schirle. Zwei Jahre lief auch das Pflanzprojekt für Grundschüler, die Gemüse anbauen und in der Schule zubereiten konnten. Hier denke man über eine Lehrerschulung nach.

Der Snack zwischendurch kann gefährlich sein

Während sich die Angebote des Netzwerks an die Familien richten, gibt es Fachtage für Multiplikatoren – sprich Menschen, die mit den Familien oder Schülern arbeiten. Mit einem dieser Fachtage wurde auch das zehnjährige Bestehen gefeiert. Die Ökotrophologin Daniela Muhr-Becker hielt im Veranstaltungsforum Fürstenfeld einen Vortrag über Fakten und Mythen der Kinderernährung. Sie sieht vor allem die zerbrechenden traditionellen Familienstrukturen für Kleinkinder als gefährlich an: „Ohne diese Strukturen, wie gemeinsames Essen, kommt es zum sogenannten Snacking.“ Es entsteht ein ständiges Hungergefühl, da rund um die Uhr Kleinigkeiten gegessen werden. „Das Snacking hat zur Folge, dass das Kind kein richtiges Hunger- oder Sättigungsgefühl kennt, da stets die Möglichkeit besteht, dass etwas gegessen werden kann.“ Abhilfe schaffen könnten feste Essenszeiten.

Ein weiteres Problem sieht die 52-jährige in Verboten. „Sie führen bei Kindern dazu, dass sie ein größeres Verlangen danach entwickeln.“ Dem Interesse kann man entgegenwirken, indem man weniger Verbote ausspricht und das gewünschte Produkt eine Besonderheit wird – wie eine Cola bei einem Besuch in einem Fastfood-Restaurant. „Viele Erwachsene trinken das Getränk heute, weil es ihnen als Kind verboten wurde.“ 

Co-Autor Matthias Gschwind

Auch das Kinderhilfswerk Unicef beschäftigt sich mit der falschen Ernährung von Kindern. Aber auch werdende Mütter sollten auf das achten, was sie essen.

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