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Das Landratsamt hatte dem Schlachthof Hasenheide mit einem Ordnungsgeld wegen nicht tiergerechter Schlachtung gedroht. (Symbolbild)

Es geht um tiergerechte Schlachtung

Schlachthof Hasenheide muss Schweine im Zweifel nochmal betäuben

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Bei Kontrollen sind bei der Schweine-Schlachtung im Schlachthof Hasenheide Unregelmäßigkeiten entdeckt worden. Nun kam es zur Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht. 

Fürstenfeldbruck – Der Schlachthof Hasenheide hat sich vor dem Münchner Verwaltungsgericht erfolgreich gegen einen Bescheid des Landratsamtes gewehrt. Dieser hatte den Schlachtern ein Ordnungsgeld von 100 Euro pro nicht tiergerechter Schlachtung angedroht. Dagegen hatte der Schlachthof geklagt. Vor Gericht schlossen die beiden Parteien einen Vergleich. Demnach verpflichtet sich der Schlachthof, eine Nachbetäubung oder Tötung von Schweinen vorzunehmen, sobald die Tiere nach der ersten Betäubung noch vier Atemzüge machen.

Über das Thema der Schweineschlachtung mag wohl niemand gerne nachdenken. Die 23. Kammer am Verwaltungsgericht musste es aber dann doch tun. Und das kam so: Bei einer Kontrolle im April 2018 waren sechs Schweine angeblich nicht ausreichend betäubt worden, bevor sie zum Aderlass und anschließend zum Brühautomaten gebracht wurden. Sechs Tiere sollen noch zwischen sechs und acht Atemzüge getätigt haben, berichteten die Kontrolleure. Drei Wochen später flatterte dem Schlachthof der Bescheid ins Haus – und es wurde Widerspruch eingelegt.

Schlachthof: „Wollen nicht, dass die Schweine unnötig leiden.“

Was den ehemaligen Betriebsleiter Thomas Winnacker vor Gericht besonders ärgerte, war die eh von Haus aus selbst auferlegte Kontrolle durch den jeweils zuständigen Metzger. „Wir sind ein Unternehmer-Schlachthof“, wehrte er sich, „und kein Großschlachthof.“ Der Leitfaden der Behörde sei aber nur für entsprechende große Betriebe ausgelegt.

„Schlachten ist nicht schön“, erklärte Winnacker. Mit den anwesenden Tierärzten werde immer wieder über die Arbeit diskutiert. Es ärgere ihn, nicht frei denken zu dürfen. „Wir sind 12 Kollegen, darunter acht ausgebildete Metzgermeister. Wir können alle miteinander reden, außer mit einem Niederbayern“, sagte Winnacker und wagte trotz des ernsten Themas einen kleinen Spaß. Er selbst sei engagiert, schaue sich die Tiere an, wolle nicht, dass die Schweine unnötig leiden. Das erkannte auch das Landratsamt und ließ sich deshalb auf den Vergleich ein.

Anfang des Jahres zog der Schlachthof noch eine positive Bilanz. Seit der Wiedereröffnung 2018 schreibt das Unternehmen eine schwarze Null.

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