In und außerhalb der Ferien ist der Wohnmobil-Stellplatz an der Amperoase immer gut besucht.
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In und außerhalb der Ferien ist der Wohnmobil-Stellplatz an der Amperoase immer gut besucht.

Mit dem stillen Örtchen gibt es Probleme

Wohnmobil-Stellplatz bei Urlaubern beliebt

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Seit vier Jahren unterhält die Stadt einen Wohnmobil-Stellplatz an der Amperoase. Und dieser ist bei den Campern beliebt, wie die Belegungszahlen beweisen. Die Nutzer sind sehr zufrieden, haben aber einen großen Wunsch: eine richtige Toilette.

FürstenfeldbruckUnter dem früheren OB Klaus Pleil (BBV) wurden bei der Amperoase neun großzügige Stellplätze angelegt, berichtete die Tourismusbeauftragte Ursula Metzner im Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Tiefbau. Es gibt Stromanschluss, Frischwasser und eine Entsorgungsstation. Seit 2016 wird in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverband kostenloses WLAN angeboten.

Ein Platz kostet fünf Euro am Tag, Strom zwei, mit Heizung und Klimaanlage fünf Euro, Abwasserentsorgung zwei Euro und Frischwasser 50 Cent pro zehn Liter. „Der Preis ist so hoch, damit die Gäste sorgfältig mit den Ressourcen umgehen“, erklärte Metzner. Gezahlt wird nach dem Motto „Ehrlich campt am schönsten“ über einen Kassenautomaten, seit 2017 mit einem Geldkuvert, auf dem Daten eingetragen werden. Das dient zur Kontrolle, wie lange die Wohnmobilisten bleiben.

Camper kommen aus ganz Europa

Denn der Stellplatz wird immer wieder von Dauercampern in Beschlag genommen, wie Metzner berichtet. Aus einer anfänglichen maximalen Aufenthaltsdauer von vier Wochen sind inzwischen sieben Tage pro Monat geworden. Denn immer wieder riefen Touristen bei ihr an, die keinen Platz auf dem Gelände gefunden haben, weil Mobile mit Brucker Kennzeichen dort standen. Doch Metzner ist mit ihnen im Gespräch, damit Platz für Touristen ist. „Ich bin mein eigener Platzwart“, scherzte sie.

Bei den Urlaubern wird das Angebot gut angenommen, was sich auch bei den Bewertungen in den einschlägigen Wohnmobil-Portalen niederschlägt. In der Nebensaison stehen im Schnitt fünf Wohnmobile dort, in der Hauptsaison sieben bis zehn. Die Gäste stammen überwiegend aus Deutschland, aber auch aus der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich, Spanien, Österreich und Großbritannien. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt laut Metzner bei einem bis zwei Tagen. Die Urlauber schätzen die Nähe zur Innenstadt, wo sie fußläufig Semmeln kaufen und essen können. Im Schnitt lässt ein Camper 40 Euro pro Tag in der Stadt – zusätzlich zur Stellplatzgebühr. Auch finanziell rentiert sich die Anlage, so stiegen die Einnahmen im vergangenen Jahr auf rund 17 500 Euro. „Wir können recht zufrieden sein.“

Es soll eine richtige Toilettenanlage entstehen

Daher möchte die Tourismusbeauftragte ihren Gäste auch einen großen Wunsch erfüllen: Das Dixiklo soll in eine richtige Toilettenanlage umgewandelt werden. Diese könnten auch andere Menschen nutzen, etwa Bootsfahrer, die dort in die Amper einsteigen. Auch höhere Netze am benachbarten Sportplatz des SCF seien nötig, damit nicht immer Bälle auf den Stellplatz fliegen. Hier sei man mit der Verwaltung im Gespräch.

„Der Stellplatz ist ein kleiner aber feiner Baustein im Tourismuskonzept der Stadt“, meinte Vize-Bürgermeister Christian Götz (BBV). Das faire System laufe dank Metzners Engagement, ergänzte Karl Danke (BBV). Er erkundigte sich, warum am linken Weg zum Hallenbad immer Wohnmobile stehen. Das seien Dauercamper oder Touristen, die keinen Platz gefunden haben, erklärte Metzner. Auf Dankes Frage nach dem Pucher Meer erklärte sie, dass dort keine Erweiterung der Stellplätze ohne Ver- und Entsorgung geplant ist. Man wolle die Touristen in die Innenstadt locken. Eine Erweiterung der Anlage an der Amperoase könne sie sich vorstellen. Alexa Zierl (Die Partei/Bruck mit Zukunft) regte an, die Aufenthaltsdauer für ausländische Gäste zu erhöhen. Metzner war skeptisch, betonte aber, erst bei viel längerem Aufenthalt einzuschreiten.

Hier finden Sie den Bericht zur Eröffnungsfeier des Stellplatzes. Unweit des Stellplatzes tut sich auch was. Am Volksfestplatz sollen neue Wohnungen entstehen. 

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