Beamte fordern Homeoffice-Regeln
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Hunderte Arbeitnehmer arbeiten coronabedingt derzeit von zu Hause aus.

Landkreis Fürstenfeldbruck

Behörden und Firmen bauen Homeoffice aus

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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Das Homeoffice gilt als wichtiges Werkzeug in der Corona-Bekämpfung. Behörden und Unternehmen haben sich erstaunlich schnell darauf eingestellt. Und auch nach der Pandemie werden wohl viele Arbeitnehmer daheim ihre Brötchen verdienen.

Fürstenfeldbruck – Das Landratsamt ist einer der größten Arbeitgeber im Landkreis. Rund 1000 Frauen und Männer verdienen dort ihr Geld. Homeoffice ist in der Behörde nichts wirklich Neues. Bereits seit 1999 dürfen Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten. Anfangs wurde das Angebot nur zögerlich angenommen. Denn die Möglichkeit, vom heimischen Schreibtisch aus seinen Job zu erledigen, gab es lange nur für Mitarbeiter, die sich um Kinder kümmern oder Angehörige pflegen müssen. Seit 2016 steht das Angebot aber allen offen.

Ihren Durchbruch erlebte die Heimarbeit im Landratsamt aber erst im Corona-Jahr 2020. Zu Jahresbeginn gab es 105 Homeoffice-Arbeitsplätze. Bis Anfang Februar 2021 stieg die Zahl auf 400. „Bis Ende Februar können wir rund 70 weitere Plätze anbieten“, erklärt der Leitende Verwaltungsdirektor Wolfgang Kaufmann. Insgesamt seien rund 44 Prozent der Bildschirm-Arbeitsplätze für Homeoffice ausgelegt.

Noch höher ist die Quote bei der Stadt Fürstenfeldbruck. Von 181 Mitarbeitern der Kernverwaltung können 131 von zu Hause aus arbeiten. Die tippen dann entweder auf Dienstrechnern oder auf ihren privaten Computern, die dann „ein abgekapseltes dienstliches Betriebssystem starten“, wie eine Sprecherin erklärt. Bei sensiblen Daten kämen zudem starke Verschlüsselungs-Verfahren zum Einsatz.

Ganz so nüchtern wie Behörden und Verwaltungen sieht Jennifer Rosenheimer das Thema nicht. Die Geschäftsführerin des Mammendorfer Instituts für Physik und Medizin (MIPM) ist regelrecht begeistert davon, wie gut die Heimarbeit in ihrem Unternehmen funktioniert. „Das läuft echt gut“, sagt Rosenheimer. Ein großes Lob spricht sie ihren Mitarbeitern aus. Diese würden sich weitgehend selbstständig so organisieren. „Die Mitarbeiter haben das richtig verinnerlicht.“

Als Geschäftsführerin muss Rosenheimer aber natürlich auch die Produktivität im Auge haben. Diese habe sich aber nicht verschlechtert. Im Gegenteil – in manchen Bereichen habe die Effizienz sogar gesteigert werden können. Jennifer Rosenheimer ist sich sicher: „Homeoffice wird weiterhin ein fester Bestandteil bei uns sein.“

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