Beim Rundgang machten (v.l.) Wolfgang Kaufmann vom Landratsamt, BRK-Kreischef Rainer Bertram, die Politiker Benjamin Miskowitsch, Alex Dorow und Kathrin Staffler auch an der Anmeldung halt. Lena Deininger vom BRK und der Ärztliche Leiter Matthias Skrzypczak erklärten das Prozedere.
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Beim Rundgang zu Beginn des Zentrums machten (v.l.) Wolfgang Kaufmann vom Landratsamt, BRK-Kreischef Rainer Bertram, die Politiker Benjamin Miskowitsch, Alex Dorow und Kathrin Staffler auch an der Anmeldung halt. Lena Deininger vom BRK und der Ärztliche Leiter Matthias Skrzypczak erklärten das Prozedere.

Fürstenfeldbruck

BRK-Zentrum seit einem halben Jahr in Betrieb - Impfkampagne gelangt an Wendepunkt

  • Tobias Gehre
    VonTobias Gehre
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Seit einem halben Jahr wird im Landkreis gegen das Coronavirus geimpft. Jetzt hat die Zahl der Immunisierungen die 100 000er-Marke geknackt.

Fürstenfeldbruck - Eine echte Routine hat sich aber bis heute nicht im Impfzentrum eingestellt, sagt der ärztliche Leiter Dr. Matthias Skrzypczak. Er sieht die Impfkampagne an einem Wendepunkt angekommen.

Eigentlich ist Skrzypczak Anästhesist und leitender Notarzt im Landkreis. Doch damit war es im Dezember schlagartig vorbei. Als das Landratsamt bei dem Mediziner anfragte, ob er den Job als ärztlicher Leiter der Einrichtung wolle, musste er nicht lange überlegen. Viel Zeit hätte er dazu ohnehin nicht gehabt. Alles musste schnell gehen. Es gab kein Konzept, keine Räume, Fragen der Hygiene, Lagerung und des Transports mussten geklärt werden. Und das öffentliche Interesse am neuen Impfzentrum war riesig. „Es war komplettes Neuland“, sagt der 40-Jährige.

Vor einem halben Jahr: Matthias Skrzypczak (r.), Ärztlicher Leiter des Impfzentrums Fürstenfeldbruck, beim bayernweiten Impfstart im Germeringer Seniorenheim Curanum. Auf seine erste Spritze wartete damals Pflegedienstleiter Reiner Triebsch.

Die Tage waren lang zu Beginn der Impfkampagne – unter 16 Stunden kamen Matthias Skrzypczak und seine Kollegen nicht raus. Freie Tage gab es nicht. Erst im April kam der erste Tag, an dem der Leiter einmal nicht im Impfzentrum war.

Insgesamt ist Skrzypczak für rund 100 Mitarbeiter zuständig. Dazu kommen 60 bis 80 Ärzte, die freiberuflich im Impfzentrum mitarbeiten. Routine ist bis heute nicht eingekehrt. Es gibt einfach zu viele Unwägbarkeiten. Die Priorisierung wurde geändert, beim Impfstoff von Astrazeneca gab es ein langes Hin und Her, die Lieferung der Vakzine fiel unterschiedlich aus, Dienstpläne mussten angepasst werden.

Nimmt die Impfbereitschaft ab?

Und auch jetzt ist wieder vieles anders. „Es zeichnet sich ein Wendepunkt ab“, sagt der Arzt. Auf der einen Seite kommt wieder mehr Impfstoff – auf der anderen nimmt die Bereitschaft, sich die Spritze verpassen zu lassen, ab. Noch vor wenigen Wochen seien die Leute um 22 Uhr auf der Matte gestanden, wenn Impfdosen übrig geblieben waren – teils im Morgenmantel. Heute bekommen die Mitarbeiter öfter zu hören, dass es gerade nicht so gut passe – das Wetter sei so schön. Skrzypczak vermutet, dass dies mit den niedrigen Inzidenzen zu tun hat. „Die Leute haben wohl weniger Angst vor Corona.“

Momentan stehen laut Skrzypczak noch 18 000 Menschen auf der Warteliste des Impfzentrums. Sie alle haben eine Einladung für eine Terminvereinbarung bekommen. Skrzypczak appelliert zudem an alle Impfwilligen, die sich noch nicht registriert haben, dies jetzt zu tun.

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