Die Soldaten Björn Schumann (l.) und André Lemke testen im Seniorenheim Jesenwang die Besucher. Drei Mal pro Woche ist auch Serviceleiterin Christine Hartmann (r.) an der Reihe.
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Die Soldaten Björn Schumann (l.) und André Lemke testen im Seniorenheim Jesenwang die Besucher. Drei Mal pro Woche ist auch Serviceleiterin Christine Hartmann (r.) an der Reihe.

Landkreis FFB

Bundeswehr beim Hilfs-Manöver im Seniorenheim

  • vonMax-Joseph Kronenbitter
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Was bei der Bundeswehr Manöverelement heißt, ist für das Landratsamt Amtshilfe und für die Bewohner der Seniorenheime ein Segen: Sechs Soldaten der Brucker Offizierschule der Luftwaffe leisten an ebensovielen Alten- und Pflegeheimen im Landkreis einen ziemlich unmilitärischen Einsatz.

Fürstenfeldbruck – Oberstabsgefreiter Björn Schumann begrüßt im tarngefleckten Feldanzug mit nach oben gekrempelten Ärmeln, blauen Handschuhen und FFP2-Maske Besucher gleich am Eingang des Seniorenheimes in Jesenwang. Freundlich bittet er, die Hände zu desinfizieren, Daten zu erfassen und Fieber zu messen. „Haben Sie einen Corona-Test nicht älter als 48 Stunden?“, will Schumann wissen.

Nach zwei Wochen Dienst in Jesenwang kennt er die meisten Besucher und deren Teststatus eigentlich sowieso schon. Ist der Test nicht mehr aktuell, schickt er den Besucher außen herum auf die andere Seite des Gebäudes, wo schon sein Kamerad André Lemke wartet. Unter dem Infektionsschutzkittel schimmert noch der grüne Kampfanzug des Zeitsoldaten durch.

Schnelltests liegen bereit

Eine ganze Handvoll steril abgepackte Schnelltests liegen auf dem Tresen bereit. Freundlich erklärt Lemke dem Besucher, was ihn jetzt erwartet und wie das Ergebnis dann zustande kommt – sofern es ein neuer „Kunde“ ist. „Lieber das rechte oder linke Nasenloch?“, fragt er aufgeräumt. „Bitte auf dem Stuhl Platz nehmen und Kopf nach hinten beugen“. Vorsichtig schiebt er das Stäbchen bis zur Markierung in die Nase, einmal gedreht – fertig.

„Medizinisches Fachpersonal hat mich im Kreiskrankenhaus Fürstenfeldbruck geschult, damit ich die Abstriche dann auch durchführen kann“, berichtet der Moorenweiser.

Üblicherweise dient er in der Ausbildungs- und Unterstützungsgruppe an der Offizierschule. Dort begleitet er die Offiziersanwärter beim Geländedienst.

Im Rahmen der Amtshilfe

Wie Schumann hat er sich vor vier Monaten freiwillig für die Amtshilfe gemeldet. Anfangs war Lemke im Telefondienst bei der Kontaktnachverfolgung im Landratsamt eingesetzt. „Hier in Jesenwang ist es schöner, weil wir direkt mit Menschen zu tun haben“, berichten die beiden Soldaten unisono.

Auch der Jesenwanger Heimleiter Thorsten Kopplin ist sehr glücklich, die Soldaten vorerst bis zum Ende dieser Woche im Haus zu haben. „Durch deren Unterstützung können wir den Angehörigen sechs statt wie bisher drei Besuchstage in der Woche anbieten.“ Kopplin reagierte damit auf ein entsprechendes Amtshilfe-Angebot des Landratsamtes und hofft, dass die Unterstützung der Soldaten über die drei Wochen hinaus noch einmal verlängert werden kann.

Besuchermanagement

Die Besucher im Seniorenheim Jesenwang warten inzwischen am Ende des Test-Parcours in einem abgesperrten Bereich auf ihr Ergebnis. Nach 15 Minuten kommt Schumann und bestätigt, dass der Test negativ war und einem Besuch im Seniorenheim nichts mehr im Wege steht.

Im militärischen Leben unterstützt der Soldat die Geschäftsführung des Offizierscasinos im Brucker Fliegerhorst. Besuchermanagement heißt dagegen seine Tätigkeit hier in Jesenwang – um die sich sonst Serviceleiterin Christine Hartmann mit ihrem Team kümmern müsste. „Die jungen Männer sind hoch motiviert, freundlich und wenn es nötig ist auch bestimmt“, sagt Christine Hartmann zufrieden.

Auch die Serviceleiterin lässt sich, wie alle ihre Kollegen, dreimal pro Woche von André Lemke testen. 50 bis 60 kostenlose Abstriche führt der Oberstabsgefreite täglich durch. An dieser Kapazität bemisst sich auch die mögliche Anzahl an nachmittäglichen Besuchen, jedoch coronabedingt maximal ein Besucher pro Zimmer und Tag.

Das Seniorenheim Jesenwang ist nicht die einzige Einrichtung, die die Offizierschule derzeit unterstützt. Soldaten helfen auch noch im Curanum Germering, im Larentiushaus Olching, im Haus Elisabeth in Puchheim, dem Evangelischen Pflegezentrum Eichenau und St. Anton in Gröbenzell.

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