Lagerfeuer statt Heizpilz: Bei der Türkenfelder Bergweihnacht wird Nachhaltigkeit groß geschrieben.

Im Landkreis Fürstenfeldbruck

Christkindlmärkte im Klima-Check: Wie ökologisch sind Buden und Stände?

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Glühwein, Maronen, besinnliche Musik: Die Zeit der Christkindlmärkte ist angebrochen. Lange galten hell erleuchtete Plätze und beheizte Standl mit Einweggeschirr jedoch als Energie- und Müllschleudern. Doch auf vielen Märkten hat mit der Klima- und Nachhaltigkeits-Debatte ein Umdenken eingesetzt.

Fürstenfeldbruck – Nur noch 300 Watt: Ein bisschen hat es schon rumort bei den Standl-Betreibern, als ihnen Robert Müller verkündete, dass der Strom jetzt rationiert wird. „Sie waren ja gewohnt, dass Strom quasi unbegrenzt verfügbar ist“, sagt der Organisator der Türkenfelder Bergweihnacht. Drei Jahre ist es jetzt her, dass Müller den Energieverbrauch seines Weihnachtsmarktes reduziert hat. Jetzt erstrahlen alle Standl im Glanz von LED-Leuchten. Und das Murren ist verstummt.

„Nachhaltigkeit ist bei uns sehr wichtig“, sagt Müller, der sich seit Jahren beim Bund Naturschutz engagiert. Das gelte auch für die Verkäufer in den Buden. Auch deshalb sei das Energiespar-Konzept insgesamt gut angenommen worden. Die Nachhaltigkeit spiegele sich in den Produkten wider. Fast alles sei von den Händlern selbst produziert. Handelsware – die meist aus China kommt – ist auf der Türkenfelder Bergweihnacht tabu. „Wer sich nicht daran hält, war das letzte Mal da“, sagt Müller.

Mit Rücksicht auf das Klima: Hier sind Heizpilze tabu

Energie und Müll gespart wird auch beim Adventmarkt der Pfarrei St. Johann Baptist in Gröbenzell. Schließlich geht es um nichts Geringeres als die Bewahrung der Schöpfung. Heizpilze sind dort tabu, Heizgeräte in den Standln untersagt, erklärt Markus Mayer vom Pfarrgemeinderat. Einen Großteil der Marktbeleuchtung haben sie bereits auf LED umgestellt. Gartenfackeln mit Öl wurden ebenfalls durch LED-Leuchten ersetzt.

Neben dem ökologischen Aspekt wird in der Pfarrei Wert aufs Soziale gelegt. „Jeder Betreiber verpflichtet sich, einen Anteil des Gewinns einem sozialen Projekt zukommen zu lassen.“

Strenges Plastikverbot 

Eine solche Verpflichtung gibt es in Germering zwar nicht. Bei dem Markt auf dem Vorplatz der Stadthalle gilt aber ein strenges Plastikverbot, was Speisen und Getränke angeht. Das hat die Stadt als Veranstalterin in den Bescheiden an die Standl-Betreiber niedergeschrieben. „Bei uns kommt das Geschirrmobil“, erklärt Nicole Six, die bei der Stadt für öffentliche Veranstaltungen zuständig ist. Der Strom für den Weihnachtsmarkt ist laut Stadt öko-zertifiziert und wird mit Wasserkraft produziert.

Beim Geschirr handhaben sie es in Fürstenfeldbruck beim Markt auf dem Viehmarktplatz ähnlich wie Germering. Dort steht eine Industrie-Spülmaschine für die Buden-Betreiber. Plastikgeschirr ist tabu. Biologisch abbaubare Papp-Teller hingegen sind erlaubt. Heizpilze gibt es nach Angaben der Stadt nicht.

Das Heizpilz-Dilemma von Olching

Nachholbedarf in Sachen Nachhaltigkeit gibt es noch in Olching. Auf dem Weihnachtsmarkt am Nöscherplatz werden nach Angaben der Stadt die Standl innen mit Neonröhren und außen mit Glühlampen beleuchtet. Und im Gegensatz zu vielen anderen Märkten sind dort noch die umstrittenen Heizpilze erlaubt. „Die Stand-Betreiber wollen solche Heizpilze, damit die Leute auch an ihrem Stand bleiben“, erklärt eine Sprecherin der Stadt. Man sei in einem Dilemma. Manche hätten schon gedroht, ohne Heizpilz nicht mehr zu kommen.

Nachhaltigkeit sei der Stadt aber schon wichtig, so die Sprecherin. Deshalb sei die Weihnachtsbeleuchtung in der am Christkindlmarkt vorbeiführenden Hauptstraße bereits auf LED umgestellt worden.

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