Manuela Hillebrand (l.) von der Trachtengalerie Mammendorf ist froh, Kunden wieder im Laden beraten zu können. Sie kann sich vorstellen, Terminshopping auch in Zukunft einzusetzen.
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Manuela Hillebrand (l.) von der Trachtengalerie Mammendorf ist froh, Kunden wieder im Laden beraten zu können. Sie kann sich vorstellen, Terminshopping auch in Zukunft einzusetzen.

Landkreis FFB

Termineinkauf: Geschäfte meist zufrieden

  • Lisa Fischer
    vonLisa Fischer
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Seit dem 8. März dürfen nach langem Corona-Lockdown wieder Kunden in die Läden. Weil die Sieben-Tage-Inzidenz aber über 50 liegt, geht es zum Einkaufen nur nach vorheriger Absprache. Viele Kunden freuen sich über die Lockerung. Für ein Geschäft ist das Termin-Shopping sogar ein Zukunftsmodell.

Fürstenfeldbruck– Siegfried Müller, Geschäftsführer der Expert-Technomärkte, ist mit der neuen Lockerung zufrieden: Das so genannte Terminshopping werde besser angenommen, als der vorherige Service mit Anrufen und Abholen. Aber: Im Schnitt dürfen nur 40 Kunden in die Filialen in Fürstenfeldbruck, Germering und Olching. „Von einer Ladenöffnung ist das alles weit entfernt.“ Spontane Termine seien laut Müller immer möglich. „Wir geben unser Bestes für die Kunden.“

Ein Stück Normalität

Beim Jeanshouse in Olching klappt das Einkaufen mit Termin gut, sagt Inhaberin Sandra Pfend-Strobel. Alle würden bereitwillig ihre Daten angeben. „Wir sind ja alle froh, dass ein Stück weit Normalität einkehrt.“ Für das Einkaufen sei pro Kunde eine Stunde einberechnet. Meistens brauche es aber gar nicht so lange. „Dann nutzen wir die Zeit dazwischen zum Desinfizieren und Lüften, bis der nächste kommt“, erklärt Pfend-Strobel.

Michael Huber, Geschäftsführer des Radl-Markts in Germering, sieht in der neuen Corona-Maßnahme vor allem einen Vorteil: „Die Kunden müssen nicht mehr warten.“ Für eine Beratung würden sich die Mitarbeiter je nach Auswahl 30 Minuten oder sogar eine Stunde Zeit nehmen. Für den Radl-Markt sei Termin-Shopping gut, da größere Anschaffungen zu größeren Summen in dem jeweiligen Zeitfenster getätigt werden.

Geduldige Kunden

Wenn man doch mal ein paar Minuten vor dem Laden warten muss, geschehe das mit Akzeptanz. So erlebt es zumindest Frank Röhner, Geschäftsführer des Modehaus Fuchsweber in Bruck. „Ein paar Minuten vor dem Geschäft warten, das kennt man ja mittlerweile schon vom Bäcker oder Metzger.“ Generell sei die Geduld im Laufe des vergangenen Jahres gestiegen, stellt Chef Röhner fest. Ein paar Kunden würden spontan vorbeikommen und fragen, ob ein Termin möglich sei. Wenn das der Fall ist, müssen die Kunden über die Smartphone-App „Luca“ ihre Anwesenheit registrieren. Ein gutes Konzept, sagt der Fuchsweber-Chef.

Besser als nichts

Damit bei einem Corona-Fall im Geschäft die Kontakte nachverfolgt werden können, müssen die Verkäufer die persönlichen Daten des Kunden aufnehmen. Für einige Kunden ein Grund, auf der Türschwelle wieder umzudrehen. „Dann warte ich lieber noch“, bekam Geschäftsinhaberin Verena Thumann schon mehrfach zu hören, als sie Kunden aufforderte, einen Termin zu vereinbaren und die Daten zu hinterlegen. Die erste Woche mit Terminshopping verlief im Germeringer Schuh- und Lederladen daher „schleppend“. „Für viele ist es wahrscheinlich auch eine Überwindung, vor dem Einkaufen erst einmal einen Termin auszumachen“, vermutet die 42-Jährige. Trotzdem ist sie froh. „Die neue Lockerung ist besser als nichts.“ Die Kunden, die zu einem Termin kommen, seien alle gewillt, etwas zu kaufen.

System mit Zukunft

Manuela Hillebrand, Chefin der Trachtengalerie Mammendorf, möchte aus der aktuellen Situation sogar für die Zukunft lernen. Die Geschäftsführerin könnte sich vorstellen, das Einkaufen mit Termin zukünftig außerhalb der Saison anzubieten – unabhängig von der Corona-Pandemie. So könne man in normalen Zeiten, wenn von November bis Juni weniger los ist, den Betrieb besser planen. Ansonsten funktioniere das System bisher sehr gut. „Kunden klären vorher telefonisch ab, ob und wann ein Termin frei ist“, sagt Manuela Hillebrand.

Der erste Freitag und Samstag sei schnell ausgebucht gewesen. Keiner habe abgesagt und alle seien pünktlich gekommen, lobt die Geschäftsführerin. „Die Kunden sind froh, dass sie vor Ort einkaufen können und nicht über das Internet bestellen müssen.“ Gerade bei Trachten für Brautpaare seien die Anprobe und das Nehmen der richtigen Maße von großer Bedeutung.

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