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Die Abiturprüfungen starten.

Fürstenfeldbruck

Corona-Abitur: Viel Abstand, wenig Party

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Ständig neue Hygieneverordnungen, seitenweise Vorschriften vom Kultusministerium. Die Organisation der Abiturprüfungen ist heuer eine Mammutaufgabe für alle Beteiligten. Die Schulen fühlen sich dennoch gewappnet für den Prüfungsstart.

Fürstenfeldbruck – Große Abstände zwischen den Prüflingen, maximal eine Person, die auf die Toilette darf, Handys müssen vor den Prüfungen abgegeben werden. Für das Abitur haben schon immer strenge Regeln gegolten. Wegen der Corona-Pandemie kommen heuer noch einige dazu. Und auch sonst ist beim morgen beginnenden Abitur manches anders als sonst.

Maskenpflicht

Vielen sind Mund- und Nasenschutz schon die kurze Zeit beim Einkaufen lästig. Aber mehrstündige Abiturprüfung mit Schutzmaske schreiben? Das wäre unzumutbar, findet Lars Loock, Oberstufenkoordinator des Puchheimer Gymnasiums. Für die Abiturprüfungen gelten diesbezüglich die gleichen Regeln wie für den Unterricht. Eine Maskenpflicht besteht nur im Schulgebäude und auf dem Weg zum Sitzplatz. Dort angelangt dürfen die Schüler die Schutzmasken dann für die Dauer der Prüfung abnehmen.

Abstände

Auch ohne Corona heißt es bei Abiturprüfungen schon immer: Abstand halten. Es soll niemand beim Nachbarn spicken können. Oft werden die Prüfungen deshalb in Turnhallen verlegt oder auf mehrere Klassenräume verteilt. Den Hygiene-Vorschriften wäre damit schon Genüge getan. Doch die Gymnasien im Landkreis übererfüllen die Vorgaben sogar.

Ein sehr kleiner Jahrgang (51 Absolventen) ermöglicht in Puchheim eine großzügige Verteilung der Schüler auf mehrere Klassenräume. Maximal 15 Schüler sitzen in einem Raum. Am Graf-Rasso-Gymnasium in Fürstenfeldbruck (82 Absolventen) teilen sich sechs bis acht Schüler ein Zimmer.

In Olching wird das Abitur normalerweise in der Turnhalle geschrieben. Heuer gibt es zusätzlich zwei Klassenzimmer im eigens dafür abgesperrten Nordtrakt. Genauso handhabt das Gymnasium Gröbenzell die Prüfungssituation für seine 124 Abiturienten. Nach jeder Prüfung werden die Tische und Arbeitsplätze desinfiziert.

Hilfsmittel

Besondere Regeln gibt es für gemeinschaftlich genutzte Hilfsmittel wie Duden oder Atlanten. Die dürfen von den Schülern nur mit Einweg-Handschuhen angefasst werden. Die Handschuhe werden nach dem Gebrauch weggeworfen, die Hilfsmittel nach jeder Nutzung desinfiziert. Die Vorgabe dazu haben die Schulen vom Kultusministerium erhalten – die dazugehörigen Handschuhe nicht. „Die mussten jetzt wir noch irgendwie besorgen“, erzählt Oberstufenkoordinator Loock aus Puchheim.

Mitbringsel

Kleine Glücksbringer und Maskottchen an den Tischen sind auch in Corona-Zeiten erlaubt. „Solange es kein riesiger Teddybär ist, sollte das kein Problem sein“, sagt Lars Loock. Was dagegen auf jeden Fall abgegeben werden muss, sind Handys und Uhren. In Puchheim werden diese in Zip-Lock-Plastiktüten gepackt, mit Namensschild versehen und für die Zeit der Prüfung im Büro verstaut.

Zeugnis-Verleihungen

Mottowoche, feierliche Zeugnisverleihung, Abistreich, Abiball und Abschlussfahrt: Das Ende der Schulzeit wird von den Abiturienten in der Regel ausgiebig gefeiert. Vieles davon muss heuer entfallen. Alle Schulen wollen sich bemühen, zumindest für die Zeugnisverleihung einen würdigen Rahmen zu schaffen. „Die Verleihungen sind immer ein Höhepunkt. Wenn das ins Wasser fallen würde, würde ich das sehr bedauern“, sagt Viscardi-Direktor Walter Zellmeier. Wie so eine Feier genau aussehen soll, lässt sich aktuell allerdings nicht sagen. Zu sehr ändern sich die Regeln der Corona-Beschränkungen. „Es macht keinen Sinn in der aktuellen Lage, etwas fest zu planen“, erklärt Doris Hübler, Direktorin am Graf-Rasso-Gymnasium.

Ideen haben die Direktoren und Oberstufenleiter schon. In Gröbenzell plant man eine feierliche Verabschiedung „in kleinen Gruppen mit begrenzter Gästezahl und unter Einhaltung der Sicherheitsregeln“, wie Schulleiter Boris Hackl erklärt. Am Germeringer Max-Born-Gymnasium arbeitet man an Konzepten, die einen Live-Stream beinhalten. Auch am Viscardi-Gymnasium will man sich mit dieser Technik befassen, indem man beispielsweise die Zeugnisübergabe an die Schüler für die Eltern streamt. In Olching will man laut Vize-Schulleiterin Sabine Ratberger einen Gottesdienst auf die Beine stellen. „Wir ringen um Lösungen.“ 

Die Fächer

Deutsch und Mathematik sind als Abiturfächer verpflichtend. Ansonsten haben die Schüler allerdings eine gewisse Wahlfreiheit, welche Prüfungen sie schreiben möchten. Die Wahl fiel an den einzelnen Gymnasien sehr unterschiedlich aus. Während Englisch an fast allen Schulen zu den meistgewählten Prüfungsfächern zählt, entschieden sich am Brucker Graf-Rasso-Gymnasium insgesamt 27 Abiturienten für Biologie. In Olching freut man sich darüber, dass die Prüfungsauswahl nahezu das gesamt Fächerspektrum abdeckt. Echte Ausreißer gibt es dort kaum. Auch Prüflinge in vermeintlich gefürchteten Fächern wie Latein und Französisch gibt es. Etwas anders sieht es in Puchheim aus. Dort wird das Physik-Abitur von den Schülern eher gemieden. Am Fürstenfeldbrucker Graf-Rasso-Gymnasium waren Geschichte und Sozialkunde am unbeliebtesten. Das liegt laut Schulleiterin Doris Hübler vor allem an der verpflichtenden Kombination aus beiden Fächern. Am Germeringer Max-Born-Gymnasium setzte eine große Zahl der Schüler auf eine mündliche Prüfung im Fach Kunst.

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