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Ein umfangreiches Hygienekonzept hat Sportschulen-Chef Lorenz Westner (links) zusammen mit seinem Team erarbeitet. Auf klare Vorgaben von der Regierung musste die Fitnessbranche lange warten.

Endlich Klarheit

Unter diesen Bedingungen dürfen die Fitnessstudios wieder öffnen

  • vonDieter Metzler
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Lange mussten sich die Fitnessstudios und ihre Besucher gedulden. In der zweiten Woche der Pfingstferien dürfen sie endlich wieder öffnen.

Fürstenfeldbruck – In der Sportschule Puch wird nun mit Hochdruck gearbeitet, damit das Training unter Corona-Bedingungen wieder starten kann. „Wir sind hocherfreut, dass endlich ein Eröffnungsdatum vorliegt“, sagt Lorenz Westner, Chef der Sportschule Puch. Jetzt geht es darum, praktische Lösungen für den Sport in Fitnessstudios zu finden.

So gehen derzeit die meisten Bundesländer von einer Belegung von zehn Quadratmetern pro Person aus. Für Bayern gab es bis Freitag noch keine konkreten Vorgaben der Staatsregierung hinsichtlich Lockerungen, Auflagen und Hygiene. Erst am Abend erreichte den Betreiber der Sportschule das erlösende Schreiben, die Verordnung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Sport mit Maske: Kollaps beim Training

Westner trieb vor allem der Gedanke um, ob Sportler und Übungsleiter eine Mund-Nasen-Maske tragen müssen. Seine Hoffnung, dass diese Vorgabe den Trainierenden erspart bleibt, erfüllte sich. Westner hatte zuvor von Vorfällen in einigen anderen Bundesländern gehört, wo die Sportler beim Training eine Maske tragen mussten. Sie atmeten dabei die verbrauchte Luft wieder ein und kollabierten.

In anderen Bereichen konnte sich die Sportschule allerdings schon vorbereiten, bevor die Vorgaben von der Regierung kamen. Die Berufsgenossenschaft und der Deutsche Sportstudioverband haben eine Handlungshilfe für die Branche der Fitness- und Sportstudios herausgegeben. Anhand dieser Empfehlungen hat Westner mit seinen Kollegen versucht, ein Konzept zu erstellen, das letztlich nun auch den Ansprüchen der bayerischen Verordnung gerecht wurde.

Hinweis-Schilder leiten die Sportler an

Benutzung nur bei freier Nachbarmaschine.

Für das Einhalten des allgemeinen Abstandsgebots räumte die Sportschule keine Übungsgeräte weg, sondern versah sie mit entsprechenden Hinweisen. Nach Benutzung der Geräte muss der Kunde die Kontaktflächen desinfizieren. „Wir haben 19 Desinfektionsstationen in der Sportschule aufgestellt.“ Die Umkleiden dürfen nur zum Wechseln der Straßen- in die Sportschuhe genutzt werden, die Duschen und der Regenerationsbereich sind weiterhin geschlossen. „Am besten kommen die Leute im Trainingsanzug“, meint Westner dazu. Auch rät er, etwas zum Überziehen mitzubringen, weil intensiv gelüftet werde. Die gesamte Theke im Empfangsbereich habe man bereits schon vor einiger Zeit mit Plexiglas verkleidet. Die Betreuung der Kunden wird in Zeiten von Corona noch intensiver, was mehr Personalaufwand bedeutet. „Wir werden zunächst ohne Gruppentrainings starten“, erklärt Westner. Er hofft, dass die ersten wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse Anfang Juli wieder Gymnastik und andere Sportarten in der Halle erlauben. Bevor die Sportschule ihre Pforten wieder öffnet, veranstaltet sie am Freitag, 5., und Samstag, 6. Juni, auf ihrem Parkplatz eine Info-Aktion. Dabei werden die Trainingsetiketten erklärt, und die Kunden können die Selbstverpflichtung unterschreiben. „Ohne diese Selbstverpflichtung kann niemand trainieren“, erklärt Westner.

Sportschulen-Chef beklagt geringen Stellenwert

Er bedauert, dass der Sport in Deutschland nach wie vor nicht den Stellenwert genießt, den er für die Gesundheit eigentlich bräuchte. „Für mich ist der Sport ein Medikament, das müsste man eigentlich verschreiben.“

Regina Haas freut sich auf die Arbeit

Regina Haas will endlich wieder loslegen.

Regina Haas, mehrfache Weltmeisterin im Bankdrücken und Mitarbeiterin der Sportschule Puch, freut sich, dass langsam wieder etwas Normalität zurückkehrt (So hat sie sich in der Zwischenzeit fit gehalten). Das sei auch dringend nötig, denn die Gesundheit vieler Menschen habe in der Corona-Zwangspause gelitten: „Ich habe zwischenzeitlich viele Leute getroffen, die mir ihre Rückenprobleme geschildert haben und die sich ebenfalls freuen, wenn sie wieder in der Sportschule etwas für ihre Gesundheit tun können.“ Sie selbst sei natürlich auch heilfroh, dass sie wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren kann.

Lukas Frytz will endlich mit dem Kraft-Training beginnen

Lukas Frytz war viel auf dem Rad unterwegs.

Für Lukas Frytz, Junioren-Vizeweltmeister im Viererbob, kommt die Wiedereröffnung gerade recht. „Da wir uns in den Anfängen der Saisonvorbereitung befinden und gerade die Grundlagenausdauer im Fokus steht, konnte ich bisher auf Krafttraining verzichten.“ Damit ist jetzt Schluss. Ab 8. Juni will der Athlet mit dem Krafttraining beginnen. In den vergangenen Wochen hat er vor allem Ausdauereinheiten auf dem Rennrad und dem Mountainbike absolviert. Von der Sportschule gab es dazu einen alternativen Hometrainingsplan mit Kniebeugen und Sprungübungen.“

Valentin Sponer will sofort Vollgas geben

Valentin Sponer erholt sich von einer Hüft-OP.

Valentin Sponer, ehemaliger Jugendfußballer bei den Münchner Top-Klubs und aktuell im College-Team von SMC California Athletics, erholt sich von einer schweren Hüft-OP. „Wenn die Sportschule wieder aufmacht, werde ich dort einer der Ersten sein und im Rahmen der Möglichkeiten Vollgas geben.“ Während die Schule geschlossen hatte, wurde er mit Heimtrainingsplänen online versorgt. „Die Übungen berücksichtigten meine OP, dienten zur Erhaltung meiner Flexibilität. „Wenn ich fit bin, werde ich in die Staaten zurückkehren und mein Studium dort abschließen.“

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