Nun halten sie die Urkunde für den Ehrenamtspreis in den Händen (v.l.) Doreen Höltl vom Amt für Soziale Angelegenheiten der Stadt, Monika Graf, Initiatorin der Corona-Nachbarschaftshilfe, und Anita Beer vom Theresianum.
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Nun halten sie die Urkunde für den Ehrenamtspreis in den Händen (v.l.) Doreen Höltl vom Amt für Soziale Angelegenheiten der Stadt, Monika Graf, Initiatorin der Corona-Nachbarschaftshilfe, und Anita Beer vom Theresianum.

Nachbarschaftshilfe

Corona-Hilfe baut Projekt aus - Plattform mit Preis ausgezeichnet

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Es ist eine Aktion gegen die Einsamkeit im Altenheim: Im ersten Lockdown startete die Corona-Nachbarschaftshilfe mit Unterstützung der Stadt im Theresianum das digitale Projekt „besuch.jetzt“. Die Plattform für Videotelefonate wurde nun mit einem Preis ausgezeichnet – und sie wird weiter ausgebaut.

Fürstenfeldbruck – Tablets für die Senioren gab es im Theresianum. Doch es erforderte viel Organisation, damit die Senioren und ihre Angehörigen über Video telefonieren konnten. Hier schaltete sich die Corona-Nachbarschaftshilfe ein. Die Lösung: Eine Plattform, über die Angehörige eine Telefon-Zeit buchen können. Terminbestätigung, Gesprächslink und Tablet werden im Kalender hinterlegt und an die Beteiligten verschickt. Ein Modell, das einfach und schnell funktioniert und die Betreuer im Alten- und Pflegeheim nicht zusätzlich belastet.

Für diese von der Firma lern-link aus Herrsching programmierte Plattform wurde die Corona-Nachbarschaftshilfe nun von der Versicherungskammer Stiftung mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Im Rahmen einer digitalen Feierstunde überreichte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann den Pokal. Die Urkunden sind inzwischen auch in Fürstenfeldbruck angekommen.

Über 200 Projekte hatten sich um den Preis, der das erfolgreiche Zusammenwirken von Ehrenamt und Kommune zur Verbesserung der Lebensqualität und -situation vor Ort würdigt, beworben. Die Corona-Nachbarschaftshilfe wurde als einer von zwei Preisträgern in der Kategorie „Wir starten digital durch“ ausgewählt. Die Begründung der Jury: Das Projekt ist so einfach und übersichtlich in der Anwendung, dass es dem Bedarf der Senioren und Einrichtung vollumfänglich gerecht werde.

Auf die Beine gestellt wurde das Ganze in nicht einmal drei Wochen, berichtet Monika Graf, Initiatorin der Corona-Nachbarschaftshilfe. Das Theresianum sei nicht nur Hilfsempfänger gewesen. Die Mitarbeiter unterstützten das Projekt in der Testphase. Auch die Wlan-Ausstattung wurde flächendeckend ausgebaut. Die nötigen Tablets wurden von der Garchinger Firma Euratech gespendet. Das Angebot im Theresianum wird nach wie vor gut angenommen, erzählt Graf.

Die 5000 Euro Preisgeld fließen zum Teil in die Servermiete, die die Stadt Fürstenfeldbruck bezahlt. Außerdem ist die Corona-Nachbarschaftshilfe gerade dabei, das BRK-Pflegeheim von Lepel-Gnitz mit der Plattform „besuch.jetzt“ auszustatten. Die nötigen Endgeräte wurden von der Firma Euratech gespendet. „Wir sind kurz vor dem Start“, berichtet Monika Graf. Dann will man sehen, wie sich die Dinge entwickeln. Denn gerade für all die, die aus Angst vor dem Virus einen Besuch im Heim scheuen, ist Videotelefonie die einzige Chance, in Kontakt zu bleiben.

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