Das Organisationsteam der Corona-Nachbarschaftshilfe sagt Danke f´ür die vielen Stimmen (v.l.): Christine Strohmayer, Patrizia Baumgartner, Manja Ben-Ammar, Marlene Wolf, Rita Zapf, Ruth Forrester, Susi Ruhwandl, Elke Rose, Sabine Rose, Susanne Droth, Ivona Matos Garcia, Ricarda Prenzel, Martina Nusser, Katrin Birkmann, Elke Raff, Monika Fritz und Initiatorin Monika Graf. Foto: Ruth Forrester
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Das Organisationsteam der Corona-Nachbarschaftshilfe sagt Danke f´ür die vielen Stimmen (v.l.): Christine Strohmayer, Patrizia Baumgartner, Manja Ben-Ammar, Marlene Wolf, Rita Zapf, Ruth Forrester, Susi Ruhwandl, Elke Rose, Sabine Rose, Susanne Droth, Ivona Matos Garcia, Ricarda Prenzel, Martina Nusser, Katrin Birkmann, Elke Raff, Monika Fritz und Initiatorin Monika Graf.

Fürstenfeldbruck

Corona-Hilfe gewinnt Deutschen Nachbarschaftspreis

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Große Freude bei der Corona-Nachbarschaftshilfe Fürstenfeldbruck. Der ehrenamtliche Kreis hat den Deutschen Nachbarschaftspreis gewonnen. Das Preisgeld fließt in die Arbeit – denn mit den Zahlen steigen auch die Anfragen.

Fürstenfeldbruck – Das Telefon steht nicht mehr still, dauernd trudeln Gratulationsnachrichten ein. „Es ist verrückt, wer hätte vor acht Monaten gedacht, dass eine kleine, spontane Idee zu einer bundesweiten Auszeichnung führt“, sagt Monika Graf. „Das zeigt, dass man offensichtlich das Richtige macht.“ Die 43-Jährige hatte die Corona-Nachbarschaftshilfe vor dem ersten Lockdown am 12. März ins Leben gerufen – eine Plattform, auf der sich ehrenamtliche Helfer und auch Menschen, die dringend Unterstützung benötigen, melden können. Die Resonanz war überwältigend. 1600 Helfer hatten sich am Ende zusammen geschlossen, um Kinder zu betreuen, Einkäufe für Menschen in Quarantäne oder Senioren zu erledigen, Hunde gassi zu führen, Kittel zu nähen und vieles mehr.

Große Anerkennung

Für sie alle ist der Deutsche Nachbarschaftspreis, der erstmals nach Bayern geht, eine große Anerkennung. Gespannt hatten sie die Abstimmung verfolgt und mit einer Gruppe aus Berlin um jede Stimme gekämpft. Wie es ausgehen würde, wussten sie nicht, denn am Ende waren die Zahlen nicht mehr zu sehen. „Da sind wir brutal nervös geworden“, erzählt Graf. Über eine große Zoom-Konferenz verfolgten die Helfer gemeinsam, wie Jurymitglied Christian Kipper, Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie, den Sieger verkündete. „Da sind so viele Freudentränen gekullert“, erzählt Graf. Auch bei ihr sei es ein sehr emotionaler Moment gewesen, obwohl sie eingeweiht war, aber natürlich schweigen musste.

Das Preisgeld von 10 000 Euro fließt ausschließlich in die Corona-Hilfe. Bisher verfügte das Netzwerk, das kein eingetragener Verein ist, nicht über eigene Finanzen. „Bei allen Hilfsaktionen, die mit Kosten verbunden waren, mussten wir Spenden akquirieren und Stiftungen suchen“, sagt Graf. Nun habe man den Rücken frei, wenn Geld gebraucht wird. „Wir können uns komplett auf die Hilfe konzentrieren. Zwar soll es nächstes Jahr ein großes Helferfest geben, aber mit eigens dafür gesammelten Spenden.

Im Sommer war es ruhiger

Über den Sommer war es ruhiger bei der Corona-Nachbarschaftshilfe. Doch mit den Infektionszahlen steigt auch die Nachfrage. „Wir haben momentan etwa zehn Anfragen am Tag“, berichtet Monika Graf. Auch der Helferkreis ist auf 1700 Frauen und Männer angewachsen. Die Aufgaben sind die gleichen, aber es gibt einen signifikanten Unterschied: „In der ersten Welle haben wir viele Menschen als Kontaktperson in Quarantäne betreut“, erzählt die 43-Jährige. „Nun versorgen wir ganze Quarantänefamilien, die positiv getestet wurden.“

Die Helfer bringen Medikamente, Einkäufe und gehen mit den Hunden spazieren. Auch die Nähgruppe hat vor einer Woche die Arbeit wieder aufgenommen. Denn die 500 Kittel, die man über den Sommer als Reserve zurückgelegt hatte, sind schon weg.

Durch den Nachbarschaftspreis geht das Corona-Hilfsnetzwerk nun gestärkt ans Werk. Die Stadt, die die Gruppe für den Preis vorgeschlagen hatte, gratulierte noch nachts, und auch aus der Politik trudeln Glückwünsche ein. „Ein riesengroßes Dankeschön an all unsere Unterstützer, Förderer und Helfer“, sagt Monika Graf. Das Engagement sei nicht nur eine Hilfe für die Menschen. „Es bereichert auch unser aller Leben.“

Kontakt

zur Corona-Nachbarschaftshilfe gibt es über die Internetseite www.corona-ffb.de.

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