Bald auch Alltag in den Klassenzimmern: Raumluftfilter.
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Bald auch Alltag in Brucker Klassenzimmern: Raumluftfilter.

Fürstenfeldbruck

Kampf gegen die Corona-Pandemie: Schulen bekommen Raumluftreiniger

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Die Stadt stattet ihre Grund- und Mittelschulen mit Luftreinigungsgeräten aus. Auch CO2-Ampeln werden angeschafft. Welche Räume Luftreiniger bekommen, wird mit Schulleitung, Lehrern und Eltern besprochen.

Fürstenfeldbruck – Bereits im Oktober hatte Mirko Pötzsch für seine SPD-Fraktion per Eilantrag Luftreinigungsgeräte gefordert – und eine Ablehnung kassiert. Man testete verschiedene Modelle in den Schulen, kam aber zu keinem befriedigenden Ergebnis. Doch inzwischen ist ein Meinungswandel eingekehrt.

Mit ein Grund dafür ist eine Stellungnahme des Gesamt-Elternbeirats der Grund- und Mittelschulen. Dieser befürwortet den Kauf, da dieser das Sicherheitsgefühl bei Schülern, Lehrern und Eltern erhöhe. Ein weiterer Vorteil: Die Luftreiniger ziehen nicht nur Corona-Aerosole aus der Luft, sondern auch Erkältungsviren und Pollen. Das verbessere das Raumklima langfristig und mache ein dauerhaft geöffnetes Fenster mit hohem Lärmpegel nicht mehr erforderlich. Auch die Leiterin der Philipp-Weiß-Grundschule wünscht sich diese Geräte. Das war den Stadtratsmitgliedern bislang wohl nicht bekannt. Denn ein erstes Schreiben des Gesamt-Elternbeirats hatte die Verwaltung nicht an die Ratsmitglieder weitergeleitet, sondern nur geantwortet, dass man das Thema im Gremium behandle. Das stieß einigen sauer auf.

In welchen Klassen?

In der Sache waren sich die Räte weitgehend einig. Während Alexa Zierl (ÖDP) in einem Änderungsantrag Luftreiniger für alle „sinnvollen Räume“ forderte, hatten CSU und Grüne einen gemeinsamen Antrag formuliert. Sie forderten Luftreiniger zunächst in den Abschluss- und Übertrittsklassen. „Hier herrscht Präsenzpflicht“, erklärte Jan Halbauer (Grüne). Andreas Lohde machte aber auch kar, dass die Luftreiniger den Wechselunterricht nicht verhindern. „Aber sie können dazu beitragen, die Infektions- und Gefährdungsausbreitung zu reduzieren.“ Zumal man sie auch bei anderen Veranstaltungen wie Bürgerversammlungen einsetzen könne, ergänzte Christian Götz (BBV).

Kurze Beratungspause

In einer fünfminütigen Beratungspause einigten sich die Antragssteller auf eine Lösung, die nur eine Gegenstimme erhielt: Die Stadt kauft für die Grund- und Mittelschulen in zwei Tranchen Luftreiniger der Filterklasse F7/H14. Mit Schulleitern, Lehrern, Elternvertretern und Verwaltung wird festgelegt, welche Räume man ausstattet. Finanziert wird das aus vorhandenen Haushaltsmitteln. Auf Anregung von Johann Klehmet (BBV) werden auch CO2-Ampeln angeschafft – Kosten ohne Fördermittel: 20 000 Euro. Diese zeigen, wann Zeit zum Lüften ist. Langfristig soll auch die Elektrik in den Räumen verbessert werden, um stationäre Raumluftreiniger installieren zu können.

Der Sachvortrag

Bis zu 50 Prozent der Kosten für Luftreiniger werden vom Freistaat gefördert. OB Erich Raff berichtete, er habe eine Verlängerung der Antragsfrist bis Ende April erreicht. Pötzsch hatte ihm vorgeworfen, Stadtspitze und Verwaltung würden die Geräte ablehnen. Auch eine nicht sehr freundliche E-Mail – wie Pötzsch zugab – an den mit der Materie befassten Verwaltungsmitarbeiter sorgte für Wirbel. Die von Raff geforderte Entschuldigung lehnte Pötzsch aber ab. Denn der Sachvortrag enthalte offensichtliche Fehler. Vize-Bürgermeister Christian Stangl sprang der Verwaltung zur Seite. „Es ist etwas kühn, den Sachvortrag mit einem Federstrich wegzuwischen.“

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