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Automarkt kommt nicht in Fahrt
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In der Zulassungsbehörde hat man alle Hände voll zu tun.

Fürstenfeldbruck

Corona-Stau in der KfZ-Behörde: Der holprige Weg zur Auto-Zulassung

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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Post und Internet machten in den letzten Monaten viele Erledigungen bei Behörden trotz Zugangsbeschränkung möglich. Aber nicht alles lief reibungslos – wie das Beispiel Brucker Zulassungsstelle zeigt.

Fürstenfeldbruck – Es war ein langes Ringen mit einem nur halbwegs guten Ausgang: Ein Olchinger kämpfte drei Wochen lang um einen Termin im Landratsamt, um sein neues Auto anmelden zu können. Jetzt hat er einen, allerdings mit Verspätung.

Der Olchinger wollte seinen neuen Wagen am 1. Juli zulassen – an dem Tag, an dem er das Auto erhält. Unter anderem bekam er zur Antwort, dass Termine nur zwei Wochen im Voraus gebucht werden können und später ging dann das Buchungsprogramm der Behörde nicht mehr – die Schreiben gingen munter hin und her zwischen der Führerscheinstelle und dem Olchinger. Im Angebot war zwischenzeitlich mal der 30. Juni. Das ist das Auto aber ja noch nicht da. Der Versuch, telefonisch Kontakt aufzunehmen, scheiterte mehrfach.

Jetzt ist ein Leihwagen nötig

Just am Tag einer entsprechenden Presse-Nachfrage (purer Zufall) bekam der Olchinger nun doch noch einen Termin. Allerdings ist der erst am 3. Juli. Das heißt: er braucht zwei Tage lang einen Leihwagen. „Es bleibt jedoch der fade Beigeschmack, warum ein Termin am 1. Juli nicht möglich gewesen ist. Für mich heißt das jetzt nämlich zwei Tage Leihwagen“, ließ der Olchinger den ebenfalls involvierten Landrat wissen, dankte jedoch auch für dessen Engagement.

Eine Sprecherin des Landratsamts berichtet ganz allgemein davon, dass in der Zulassungsstelle und auch im Service-Ei wahnsinnig viel zu tun sei. Sie räumt ein: es gibt viele Beschwerden derzeit, auch von Händlern. Die Entwicklung habe aber auch mit dem Corona-Stau zu tun. Was im Lockdown nicht möglich war, müsse jetzt alles nachgeholt werden. Die Auslastung der Führerscheinstelle lag zuletzt bei 140 Prozent, sank dann auf immerhin noch 120 Prozent. Kurz: es ist gut was los in der Behörde. Die Sprecherin berichtet von 1373 Vorgängen jede Woche.

Software-Umstellung

Dazu kam, dass die Software für die Online-Vergabe der Termine umgestellt werden musste. Das habe länger gedauert als gedacht. Gleichzeitig seien Termine telefonisch vergeben worden – bis alle Systeme wieder ineinander griffen, dauere es etwas, so die Sprecherin. Die Online-Reservierung solle nächste Woche wieder laufen.

Wie die Sprecherin in diesem Zusammenhang erzählt, seien nicht alle zusätzlich geschaffenen Wege von Erfolg gekrönt gewesen. So sei zum Beispiel die postalische Zulassung nicht so toll gelaufen. Es habe jeweils viel nachgearbeitet werden müssen, weil Angaben fehlten oder beispielsweise statt einem geforderten Originaldokument nur eine Kopie in der Behörde landete. Die Sprecherin ist aber optimistisch, dass alles nachgeholt werden könne.

Was den Olchinger unterdessen, quasi als Kollateral-Phänomen oder Ironie am Rande, auch noch ärgert, ist im Moment aber wohl einfach so: Elektrofahrzeuge mit E-Kennzeichen können online nicht zugelassen werden. Das liege daran, dass E-Autos als Sonderfall gelten, sagte die Sprecherin, was nicht im Ermessen der Kreisbehörde liegt. (st)

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