Herausforderung für Schüler und Lehrer: Mindestens an den ersten neun Schultagen des neuen Schuljahres gilt eine Maskenpflicht auch während des Unterrichts ab der fünften Jahrgangsstufe.
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Herausforderung für Schüler und Lehrer: Mindestens an den ersten neun Schultagen des neuen Schuljahres gilt eine Maskenpflicht auch während des Unterrichts ab der fünften Jahrgangsstufe.

Warnstufe wohl bald erreicht

Corona-Maßnahmen werden verschärft: Maskenpflicht in Schulen – Aus für Bürgerversammlungen

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  • Klaus Greif
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  • Kathrin Böhmer
    Kathrin Böhmer
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Das Gesundheitsamt hat die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung in der Corona-Pandemie verschärft. Die Behörde erwartet, dass der kritische Schwellenwert von 35 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner am Wochenende überschritten wird.

  • Im Landkreis Fürstenfeldbruck nähert sich die 7-Tage-Inzidenz dem Grenzwert 35.
  • Das Landratsamt reagiert jetzt auf die steigenden Zahlen.
  • Dazu wurde ein umfangreiches Maßnahmen-Paket erstellt.

Landkreis – Das bedeutet eine neue Präventionsstufe für Schulen: Alle Schüler ab der 5. Klasse müssen ab Montag durchgehend Maske tragen. Die Maskenpflicht gilt zunächst für sieben Tage. Sie wird aus Sicherheitsgründen in jedem Fall am Montag angeordnet, auch wenn sich die Lage nicht so dramatisch darstellen sollte, wie befürchtet. Wichtig für Eltern ist wohl außerdem: Kindertageseinrichtungen bleiben offen. Die Erzieher müssen dort Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Seit Ende der Sommerferien häufen sich die Corona-Fälle laut Gesundheitsamt vor allem in Schulen und Kitas. In insgesamt sieben Schulen und drei Kitas haben sich Menschen mit dem Virus infiziert, teils mussten ganze Klassen in Quarantäne. Aktuell meldet das Landratsamt, dass in der Mittelschule West in Fürstenfeldbruck mehrere 6. Klassen in Quarantäne geschickt wurden, ebenso wie zwei 8. Klassen. Im Gymnasium Gröbenzell ist eine 9. Klasse betroffen. Im Kindergarten „Denk mit“ in Germering wurde ein weiteres Kindergartenkind positiv getestet, das als enge Kontaktperson ermittelt worden war.

Landrat sieht zweite Welle im Anmarsch

Die Entwicklung der Covid-19-Infektionen hat auch weitere Auswirkungen. Landrat Thomas Karmasin hat allen Bürgermeistern im Landkreis empfohlen, von Bürgerversammlungen im klassischen Sinne Abstand zu nehmen. Angesichts einer „bevorstehenden zweiten Corona-Welle“ sei es vertretbar, auf die eigentlich per Gemeindeordnung vorgeschriebenen Präsenzveranstaltung zu verzichten. Die Menschen davor zu bewahren, sich einem erhöhten Infektionsrisiko auszusetzen, sei in diesem Falle wichtiger als die kommunalrechtliche Verpflichtung zur Bürgerversammlung, so Karmasin. Er schlägt vor, Bürger auf anderem Wege zu informieren.

Die endgültige Entscheidung liegt bei den Kommunen. Die Stadt Olching denkt über Online-Alternativen nach. „Vielleicht wird auch eine Lightversion möglich sein“, sagt Bürgermeister Andreas Magg. Maisachs Rathauschef Hans Seidl, Sprecher der Bürgermeister im Landkreis, findet die Empfehlung des Landrats „nachvollziehbar und sinnvoll“. Er sei froh, dass er und seine Amtskollegen nun eine klare Vorgabe an der Hand hätten.

Man sei kreativ und werde die Bürger auf anderen Wegen informieren. Als Möglichkeiten nennt Seidl Video-Konferenzen, Chats, Artikel in gemeindlichen Mitteilungsblättern, Veröffentlichungen auf Internetseiten oder Video- und Telefon-Sprechstunden. Wenn zum Schutz der Bürger Adventsmärkte und andere Großveranstaltungen abgesagt würden, müsse man auch auf Bürgerversammlungen verzichten.

Die Rede für die Bürgerversammlung war schon fertig

Jesenwangs Bürgermeister Erwin Fraunhofer hatte seine Rede für die Versammlung schon fertig. Er überlegt nun, ob er den Bericht ausdruckt und an alle Haushalte verteilt. Eine Entscheidung, ob die Bürgerversammlungen in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Mammendorf stattfinden, fällt Anfang nächster Woche. Auch Germering wartet noch ab.

In Oberschweinbach war bereits am Dienstag Bürgerversammlung. „Ich bin heilfroh, dass alle sehr diszipliniert waren“, sagt Rathauschef Norbert Riepl. „Es war schon ein Risiko.“ Man hatte sich im Vorfeld detailliert mit Gesundheitsamt und Kommunalaufsicht abgestimmt.

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