Im Juli 2019 bekam der Weltladen eine neue Leitung.
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Im Juli 2019 bekam der Weltladen eine neue Leitung.

Zu wenig Kunden

Standort an Fürstenfelder Straße und Corona brechen Geschäft das Genick: Weltladen gibt auf

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Nach nur zwei Jahren muss der Weltladen in der Fürstenfelder Straße schließen.

  • Der Weltladen in der Fürstenfelder Straße ist geschlossen.
  • Der Standort war für ein Einzelhandelgeschäft ungünstig.
  • Die Corona-Krise brach dem Laden endgültig das Genick.

Fürstenfeldbruck – Vor gut zwei Jahren ist der Weltladen an die Fürstenfelder Straße gezogen. Doch so richtig wurde das ehrenamtlich geführte Geschäft mit fair gehandelten Produkten nicht angenommen. Deshalb hat der Betreiber einen Schlussstrich gezogen und die Filiale in Bruck geschlossen.

Im Weltladen werden Produkte aus aller Welt zu fair gehandelten Preisen verkauft. Damit soll Entwicklungshilfe geleistet werden – beim Thema Ernährung aber auch Bildung. Seit Oktober 2015 war der Weltladen im Brucker Fenster an der Hauptstraße 5 untergebracht – in den Räumen des Caritas-Zentrums sowie Hofcafés. Doch dann beschloss die Genossenschaft „Brucker Fenster Weltladen“ den Umzug an die Fürstenfelder Straße. Vom neuen Standort erhoffte man sich mehr Unabhängigkeit und höhere Einnahmen. Im Juni 2018 wurde der Laden eröffnet.

Nicht der richtige Ort für ein Einzelhandelgeschäft

Ein Jahr darauf übernahm die Genossenschaft Fair Handelshaus Bayern mit Sitz in Amperpettenbach (Kreis Dachau) den Weltladen. „Wir haben gesehen, dass die Fürstenfelder Straße für ein Einzelhandelsgeschäft nicht der richtige Ort ist“, sagt Vorstand Markus Raschke. Daher suchte man nach einem anderen, bezahlbaren Laden. „Das hat sich aber nicht realisieren lassen.“

Das Problem: Die Weltläden von Fair Handelshaus Bayern werden von ehrenamtlichen Mitarbeitern geöffnet. Und bei wenig Zulauf sei es auch schwieriger, viele motivierte Mitarbeiter zu finden. Das reduziere die Öffnungszeiten und das wiederum die Kundenzahl – ein Teufelskreis.

Corona Krise verschlimmert die Situation

Auch die Corona-Krise trug einen Teil zur Entwicklung bei. Man habe den Laden nicht weiter mitschleppen wollen, der jeden Monat rote Zahlen schrieb. Also entschied man bereits Mitte Juli, den Weltladen zu schließen. „Es war ein Versuch“, sagt Raschke. Ob er es noch einmal in der Kreisstadt probiert, wird die Zeit zeigen. Das Einzugsgebiet wäre da, sagt Raschke. Doch der Einzelhandel tue sich in der Innenstadt von Bruck generell schwer, auch aufgrund der hohen Mieten. Sollte sich aber ein geeignetes und bezahlbares Geschäft finden, schließt er eine Neueröffnung nicht aus.

Auf fair gehandelte Produkte müssen die Brucker aber deshalb nicht ganz verzichten. Denn Teile des Sortiments vom Fair Handelshaus Bayern gibt es im Weltladen der Pfarrei St. Bernhard (sonntags 9.15 bis 11 Uhr sowie samstags von 8 bis 12 Uhr am Bauernmarkt) und im Afrikaladen am Viehmarktplatz (Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr). An beiden Stellen gebe es eine kleinere, begrenzte Auswahl, erklärt Raschke. Zwei größere Weltläden gibt es auch im Landkreis: in Olching an der Hauptstraße sowie in Germering an der Otto-Wagner-Straße.

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