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Besichtigungstour in Wald und Kiesgrube

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Revierförster Werner Beer beschreibt beim Stadtspaziergang den Zustand und das Potenzial des Waldes. foto: csu
Revierförster Werner Beer beschreibt beim Stadtspaziergang den Zustand und das Potenzial des Waldes. © CSU FFB

Der geplante Kiesabbau im Rothschwaiger Forst erregt die Gemüter. Daher hatte der CSU-Ortsverband zum Stadtspaziergang in den Wald geladen.

Fürstenfeldbruck – Rund 60 Bürger sowie Stadträte der Grünen, ÖDP und CSU um OB Erich Raff und Dritte Bürgermeisterin Birgitta Klemenz kamen zum Rundgang mit Vertretern des Kieswerkbetreibers KRO, von Umweltverbänden, Fachleuten der Forstverwaltung und des Landwirtschaftsamtes.

Klar sei für die CSU, dass man weiter Kies benötigt und dieser Rohstoff nur dort abgebaut werden könne, wo er vorkommt, sagte Ortsvorsitzender Andreas Lohde. Der Betreiber KRO liefere Kies aus der Region für die Region, was lange Transportwege vermeide. Zudem setze die Firma auf die Verwendung von Recyclingbeton. Lohde wies darauf hin, dass die verbleibende Fläche noch bis März/April 2021 ausreichen würde. Dann müsste der Betreiber in den Wald eingreifen.

Auf die Frage eines Bürgers, warum man nicht erst den quer über die Kiesgrube laufenden 30 Meter breiten Streifen abbaue, erklärte ein KRO-Vertreter, dass dieser vom Eigentümer bisher nicht verpachtet oder verkauft wurde. Der Streifen würde den Kiesabbau für zwei Jahre sichern – bis dahin könnten die Genehmigungen für die Alternativflächen vorliegen.

Der Zustand der Bäume

Revierförster Werner Beer erklärte beim Rundgang, dass die Fichtenbestände durch die Sommer und den Borkenkäferbefall extrem sturmanfällig sind. Inzwischen wurden Buchengruppen und junge Bäume gepflanzt. Die Staatsforsten haben auch im Wald, der zum Vorranggebiet gehört, bereits aufgeforstet und gepflanzt. Bleibt der Wald, würden die Aktivitäten intensiviert. Auf die Frage eines Bürgers erklärte Beer, dass bei der Aufforstung mehr Humus aufgebracht und so widerstandsfähigere Arten gepflanzt werden könnten. Aber der Wald werde erst in 30 Jahren wieder so aussehen wie jetzt. Oberforstrat Gero Brehm hält das Pflanzen junger Bäume im Bestand für zielführender.

Die Äcker auf der Alternativfläche zwischen Kieswerkstraße und B 471 haben forstlich keine Bedeutung und der geschädigte Fichtenwald muss umgebaut werden. Für die CSU ist klar: Die Bemühungen mit Betreiber und Grundstückseigentümern um Alternativen lohnen sich. Mit der Besucherresonanz ist man zufrieden. Vize-Vorsitzender Dieter Pimiskern war nur enttäuscht, dass wenig junge Teilnehmer dabei waren – und kein Vertreter von Fridays for Future.

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