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Fahrräder am Hauptplatz.

Nach einer Prüfung

Fürstenfeldbruck darf sich bald „fahrradfreundliche Kommune“ nennen

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In Bruck lässt es sich gut radeln – das  kann die Stadt jetzt ganz offiziell von sich sagen. Nach einer Befahrung durch die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) darf sich Fürstenfeldbruck bald „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“ nennen.

Fürstenfeldbruck – Der Teufel steckt wie so oft im Detail. Gemeinsamer Geh- und Radweg oder Fußweg mit dem Zusatz Radfahrer frei? Was den meisten Zweirad-Enthusiasten herzlich egal sein dürfte, ist für die Bewertungskommission der AGFK von großer Bedeutung. Denn der Zusatz bedeutet: Radler dürfen nur Schrittgeschwindigkeit fahren. „Nicht sonderlich radfreundlich“, meint Martin Singer vom bayerischen Verkehrsministerium, der neben Vertretern der AGFK und des ADFC der Kommission angehört. Und seine Meinung spielt eine große Rolle. Singer gehört zur Bewertungskommission der AGFK – sein Urteil entscheidet an diesem Montag mit darüber, ob sich Bruck bald fahrradfreundliche Kommune nennen darf.

Strampeln im Nieselregeln

Zusammen mit Vertretern aus der Landes- und Lokalpolitik strampelt die Kommission im leichten Nieselregen durch die Stadt. Immer wieder bleibt der von der Polizei begleitete Tross stehen und begutachtet neuralgische Stellen wie die Brücke über die Amper, die hunderte Schüler des Rasso-Gymnasiums täglich nutzen – und auf der Radler bisher eben nur Schritttempo fahren dürfen.

Die Fahrt ist sozusagen das große Finale eines langen Prozesses auf dem Weg zur Radl-Stadt. Einer der ersten Schritte war die Aufnahme Fürstenfeldbrucks in die AGFK. Das war vor rund vier Jahren. Seitdem ist viel passiert. So hat die Stadt etwa ein Radverkehrskonzept auf den Weg gebracht. Außerdem wurden Beschilderungen für den Alltags- sowie für den touristischen Radverkehr angebracht. Dazu gehören auch drei Info-Stelen zum Ammer-Amper-Radweg und zu Landkreisrouten.

Untersuchung der Gefahrenstellen

Untersucht wurden zudem Gefahrenstellen. Das Ergebnis: Unfallschwerpunkte gibt es in Fürstenfeldbruck nicht. Melden Bürger allerdings potenziell gefährliche Stellen, werden diese durch die Straßenverkehrsbehörde, die Radverkehrsbeauftragte und die Polizei begutachtet. In der kalten Jahreszeit soll zudem der Winterdienst für den Radverkehr optimiert werden.

Auch für die Zukunft hat die Stadt Pläne. Ab kommendem Jahr sollen zum Beispiel Verbesserungen im lokalen Radverkehrsnetz umgesetzt werden. Bei Baustellen soll zudem stets auch der Radverkehr im Auge behalten werden.

Radlbeauftragte zufrieden

Spannend wurde es am Montag im Anschluss an die Befahrung. Die Bewertungskommission zog sich zur Beratung zurück, um wenig später ihr Ergebnis bekanntzugeben. Und das fiel so aus, wie es sich die Fahrradbeauftragte Claudia Gessner erhofft hatte. Fürstenfeldbruck wird zur fahrradfreundlichen Kommune. „Ich bin zufrieden“, sagte Gessner nach der Bekanntgabe.

Die Prüfer fanden aber noch ein paar Haare in der Suppe. So muss die Stadt bei der wegweisenden Beschilderung und beim Winterdienst nachbessern. Die Fahrradbeauftragte sieht dem allerdings gelassen entgegen. „Es ist noch nicht perfekt, aber das bekommen wir auch noch hin.“ Die offizielle Ernennung zur fahrradfreundlichen Kommune soll dann im nächsten Sommer erfolgen.

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