Messdiener 

Darum ministrieren Kinder und Jugendliche

Ministranten sind Kinder und Jugendliche, die den Pfarrer im Gottesdienst als Altardiener unterstützen. Für die Minis – wie sie abgekürzt oft bezeichnet werden – bedeutet das: Frühes Aufstehen am Wochenende und vor allem Disziplin während der Messe.

Fürstenfeldbruck – Felix Heintze aus Fürstenfeldbruck ist seit einem Jahr Ministrant der Pfarrkirche St. Magdalena. Schon jetzt denkt er wie ein Großer. Denn das Wichtigste an seiner Tätigkeit ist für ihn, dass er dabei etwas verdient. „Man bekommt 20 Cent pro Messe. Einmal im Jahr kriegen wir Minis das gesparte Geld und dann kann ich mir etwas Schönes davon kaufen“, sagt der Zehnjährige stolz. Doch dafür müssen die jungen Messdiener auch viel Zeit investieren. Einmal pro Woche trifft man sich zur Ministrantenprobe und am Wochenende finden in der Regel zwei Andachten statt. „Ich bin fast immer samstags bei der Abendmesse dabei. Manchmal auch am Sonntagmorgen.“ Für Felix ist das frühe Aufstehen kein Problem. „Ich wache sowieso um sechs Uhr von alleine auf.“

Felix Heintze (10): „Man bekommt 20 Cent pro Messe. Von dem Geld kann ich mir was Schönes kaufen.“

Viele Kinder werden während der Kommunionsvorbereitungen aufmerksam auf den Messdienst. So war es auch bei dem neunjährigen Jonathan Meyer. Ältere Altardiener erzählten dem Viertklässler vor einem Jahr bei der Kommunionsstunde vom Ministrieren. Daraufhin hat es Jonathan gemeinsam mit seinen Freunden einmal ausprobiert und direkt Gefallen daran gefunden. „Am Besten finde ich, dass man Verantwortung übernehmen muss und selbst etwas machen darf“, sagt er.

In seiner Freizeit hat der Neunjährige daneben noch an zwei Tagen pro Woche Leichtathletiktraining und lernt Gitarre spielen. Da bleibt nicht mehr viel freie Zeit am Nachmittag. Doch das ist alles kein Problem für den Buben: „Meine Freunde habe ich fast alle in der Pfarrei oder dem Sportverein. Deshalb sind die Mini-Proben und das Training wie Freizeit.“

Jonathan Meyer (9): „Am besten finde ich, dass man Verantwortung übernehmen muss.“

Insbesondere wenn er als Ministrant bei speziellen Anlässen dienen darf, ist der Zeitaufwand schnell vergessen. „Ich war schon bei einer Taufe und der Osternacht dabei. Das war toll.“ Bei solchen Andachten sind oft mehr als 30 Kinder und Jugendliche. Zu den normalen Gottesdiensten am Wochenende kommen meist weniger. Es ministriert, wer Zeit hat.

Anna Ostermeier stammt aus einer wahren Mini-Familie. Ihre Schwester ist eine Messdienerin und auch die Mama und ihr Onkel sind ehemalige Ministranten. Da war es für die Neunjährige früh klar, dass auch sie in der Pfarrei mitwirken möchte. Am besten gefällt der Viertklässlerin die Gabenbereitung. „Es ist etwas Besonderes, die Hostien an den Altar zu bringen. Das dürfen immer nur vier Ministranten während einer Messe“, verrät Anna.

Anna Ostermeier (9): „Manchmal muss ich während dem Messdienst schon kichern.“

Das Wort Ministrant kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt ,dienen’. Doch in der Praxis hat das Ganze auch viel mit Disziplin zu tun. Man muss sich während der Gottesdienste benehmen. „Manchmal muss ich während dem Messdienst schon kichern, vor allem wenn der Orgelspieler wieder Faxen mit uns macht“, gibt die junge Ministrantin zu und grinst. „Aber selbst wenn es einmal nicht gelingt, den Mund zu halten, gibt es nicht gleich Ärger.“

Wie Jonathan ist auch Anna im Sportverein aktiv und lernt ein Instrument. Nur am Mittwoch hat die Schülerin nachmittags keinen Termin. Auf die Frage, ob das nicht alles viel zu stressig ist, antwortet sie: „Mir machen meine Hobbys so viel Spaß, da ist es schon in Ordnung, immer unterwegs zu sein.“

Von Alexandra Müller

Rubriklistenbild: © dpa

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