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Nähe, Mut und Vielfalt: Das Erfolgs-Rezept von „Unser Land“

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Von: Andreas Daschner

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Stellten das Buch auf dem Bauernmarkt vor (v.l.): Brucker-Land-Vorsitzende Rita Multerer, Landwirt Sepp Huber, Autorin Isabella Maria Weiss, Landwirt Alfred Wagner und Sandra Scheiel von der Solidargemeinschaft.
Stellten das Buch auf dem Bauernmarkt vor (v.l.): Brucker-Land-Vorsitzende Rita Multerer, Landwirt Sepp Huber, Autorin Isabella Maria Weiss, Landwirt Alfred Wagner und Sandra Scheiel von der Solidargemeinschaft. © Weber

Mit einem Brot aus regionalen Rohstoffen begann 1994 die Geschichte der Solidargemeinschaft „Brucker Land“. Da passt es nur zu gut, dass die Backware im Mittelpunkt des Buchs „Nähe, Mut und Vielfalt“ steht. Isabella Maria Weiss beschreibt die Geschichte des Netzwerks anhand des Wertschöpfungskreislaufs vom Korn zum Brot.

Fürstenfeldbruck – Die Autorin weiß, wovon sie schreibt: Als Beauftragte für das Brotprogramm des Netzwerks, das inzwischen als „Unser Land“ mehrere Landkreise umfasst, war sie viele Jahre freie Mitarbeiterin der Solidargemeinschaft. Aber eigentlich sollte ursprünglich gar kein Buch entstehen. Geplant war vielmehr ein ausführlicher Flyer zum Thema Brotherstellung. Dazu hat sich Isabella Maria Weiss mit den einzelnen Protagonisten des Prozesses intensiv auseinandergesetzt.

Brotherstellung sei ein klassischer Wertschöpfungskreislauf, den es regional in der althergebrachten Form aber kaum noch gebe. Deshalb musste die 61-Jährige dazu in den Landkreis Weilheim-Schongau ausweichen. „Dort gibt es von der Landwirtschaft über die Mühle bis zur Bäckerei noch alle Stufen des Prozesses“, sagt sie. Im Brucker Gründungslandkreis der Solidargemeinschaft würde es dagegen an einer noch betriebenen Mühle fehlen.

Unser-Land: Die Besuche der Autorin

Bei den Recherchen lernten selbst die Beteiligten des Wertschöpfungskreislaufs noch Neues. Denn Weiss besuchte nicht nur die einzelnen Betriebsstätten, sondern es kam auch zum Austausch der einzelnen Protagonisten. „Ein Landwirt weiß oftmals gar nicht, was in einer Backstube genau passiert“, sagt die in München lebende Autorin. Beim Austausch hätten daher alle viel Spaß gehabt, erzählt sie. Und vor allem sind dabei jede Menge sehenswerte Fotos entstanden – zu viele für einen einfachen Flyer. Und so entstand die Idee, ein Buch zu verfassen.

Das Werk richtet sich laut Weiß an die Kunden von „Unser Land“. „Es soll eine Anleitung für Menschen sein, die ein Werkzeug suchen, wie sie zum Wandel der Gesellschaft beitragen können“, sagt Weiss. Wegen der Komplexität der Herausforderungen, vor denen die Menschheit stünde, wisse man oft nicht, wo man anfangen solle. „Aber wenn man zum Beispiel regelmäßig regional einkauft, hat man schon etwas getan.“ Bei sich hinschauen und das eigene Konsumverhalten überprüfen: Das ist der Rat, den Weiss den Menschen mit auf den Weg gibt. „Auch wenn dabei eventuell Unangenehmes zum Vorschein kommt.“

Das Rezept, wie das funktioniert, liefert das Buch im wahrsten Sinne des Wortes. Denn viele Kapitel sind wie ein Rezept aufgebaut – ein Rezept für die landwirtschaftliche Arbeit oder dafür, wie eine Mühle funktioniert. Und nicht zuletzt das Rezept von „Unser Land“ für regionale Produktion. Der Titel des Buchs spiegelt laut Weiss dabei die zentralen Werte beim Aufbau der Solidargemeinschaft wider. Aber auch für die Verbraucher hat Weiss einen Satz mit diesen Werten parat: „Es braucht Mut, um in der Nähe die Vielfalt zu finden.“

Das Buch

„Nähe, Mut und Vielfalt“ ist im Oekom-Verlag erschienen und kann mit der ISBN-Nummer 9-783962-382018 im Buchhandel bestellt werden. Außerdem gibt es das Buch von Isabella Maria Weiss beim Bauernmarkt in der Tenne des Kloster Fürstenfelds am Stand des Bienenhofs Engelschall zum Preis von 14 Euro zu kaufen.

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