Corona-Zahlen auf Mallorca steigen rasant: RKI zieht Konsequenz und macht Insel jetzt zum Risikogebiet

Corona-Zahlen auf Mallorca steigen rasant: RKI zieht Konsequenz und macht Insel jetzt zum Risikogebiet
Eine Plexiglasscheibe trennt die Mitarbeiter an der Infothek im Rathaus Fürstenfeldbruck von den Bürgern.
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Eine Plexiglasscheibe trennt die Mitarbeiter an der Infothek im Rathaus von den Bürgern. So ist der Parteiverkehr wieder möglich. Auch ein Sicherheitsdienst wurde angestellt, damit anfangs nur Menschen mit Termin ins Rathaus kamen.

Eine Aufschlüsselung

Das kostet die Corona-Krise die Stadt

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Steuereinbrüche, ungeplante Ausgaben aber auch Einsparungen, Masken und literweise Desinfektionsmittel: Was kostet die Corona-Krise die Stadt? Eine Analyse.

  • Die Corona-Pandemie sorgt für viele neue Kosten-Posten.
  • Welche genau das sind, ist oft nicht ersichtlich.
  • Dazu kommen noch Einbrüche bei den Steuereinnahmen.

Fürstenfeldbruck – Genau aufzulisten, welche Mehrausgaben das Covid19-Virus der Stadt beschert, ist kaum möglich. Denn die Euros verstecken sich in unzähligen Posten – darunter viele kleine Beträge. Doch die summieren sich zu einem stolzen Betrag, der immer weiter wächst.

Alles für die Hygiene

Für mehr Hygiene sorgen Desinfektionsspender im Eingangsbereich.

Alleine gut 2600 Euro wurden im Rathaus für Mundschutzmasken ausgegeben. Die Spuckschutzwände in verschiedenen Größen kosteten weitere gut 6600 Euro. Dazu kamen 1000 Euro an Spenden für die fleißigen Masken-Näherinnen sowie gut 650 Euro für Gummis und Stoffe. Bis Anfang Juli knapp 11 000 Euro, das klingt nicht so viel. Doch das ist nur ein kleiner Teil.

Denn hier fehlen die gesamten städtischen Immobilien wie Schulen, Bibliothek und weitere Einrichtungen, die ebenfalls ausgestattet werden mussten. Rund 25 000 Euro wurden hier für Desinfektionsmittel, Hautschutzsalben, Masken, Handschuhe und mehr ausgegeben. Die Hygiene-Vorschriften machten auch mehr Reinigungsarbeiten nötig – was externe Dienstleister für bislang rund 60 000 Euro übernommen haben.

Da die Stadt für die Grund- und Mittelschulen zuständig ist, wurde auch hier nachgerüstet. Die Community-Masken hat das Kultusministerium an den Schulen verteilt, berichtet eine Rathaus-Sprecherin. „Alle Schulen sind mit Seifenspender und (Papier-)Handtüchern ausgestattet. Desinfektionsmittel kommen im Zuge der Unterhaltsreinigung zum Einsatz.“ Für den möglichst kontaktlosen Unterricht benötige man Beamer und Dokumentenkameras, die im Rahmen der digitalen Ausstattung teilweise bereits vorhanden sind.

Weitere Posten

Doch Masken, Seife und Co. sind nicht alles, was Corona die Stadt kostet. So steht immer noch ein Sicherheitsdienst vor dem Rathaus und dem Bürgerpavillon. Er sorgt dafür, dass niemand ohne Termin ins Haus gelangt – und das nicht umsonst: 5000 Euro hat das bis Anfang Juli bereits gekostet.

Aufgrund der Abstandsregeln fällt auch der Sitzungssaal im Rathaus für die Stadtratstermine flach. Die Gremien tagen im Veranstaltungsforum – und das wohl noch bis Jahresende. „Je nach Saalgröße fallen pro Termin 1000 bis 1800 Euro an“, sagt Roland Klehr, Leiter der allgemeinen Verwaltung.

Rund zehn Millionen Euro fehlen der Stadt an Steuereinnahmen. „Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Kämmerin Susanne Moroff. Dazu kommen Gebühren- und Mietausfälle, etwa für Veranstaltungen auf dem Volksfestplatz. Gleichzeitig spart sich die Stadt Ausgaben für eigene ausgefallene Veranstaltungen – Beispiel Altstadtfest. „Hier gleicht sich vieles aus“, sagt Moroff.

Beim Blick auf das Stadtsäckel hilft das freilich wenig. Derzeit wird an einem Nachtragshaushalt getüftelt. „Die Stadt hat richtig reagiert und keine Haushaltssperre erlassen“, sagt Vize-Bürgermeister Christian Stangl in Vertretung von OB Erich Raff. Jedes Sachgebiet machte eine Sparliste. „Die Verwaltung hat uns das Vertrauen zurückgegeben.“

EDV und Co.

Und die Mitarbeiter mussten sich umstellen, denn durch den Shutdown ging die Hälfte der Belegschaft ins Homeoffice. Vor Corona gab es in der Verwaltung 17 Telearbeitsplätze. Innerhalb einer Woche richtete die EDV-Abteilung 110 weitere Homeoffice-Plätze ein – in verschiedenen Varianten, berichtet Klehr. Dafür wurden die Internetleitungen vergrößert –was im Monat 100 Euro kostet. Bis Jahresende will man analysieren und eine Homeoffice-Strategie fürs Rathaus entwickeln. So könnte es in manchen Bereichen Arbeitsplatz-Sharing geben.

Der Krisenstab

Der Corona-Krisenstab tagte wöchentlich im Rathaus. Dort wurden alle Maßnahmen im Detail besprochen – erst der Ablauf des Lockdown, dann die Umsetzung der Lockerungen. „Mit zunehmender Zeit stellt sich Routine ein“, bilanziert Stangl. Man sei durch die Erfahrungen gewappnet. „Die nächste Welle wird uns sicher nicht in dieser Härte treffen.“

Lehren aus Corona

Viele Veränderungen waren aus der Not heraus geboren oder angeordnet. Etwa die Vorgabe, dass die Bürger nur noch mit Termin ins Rathaus durften. Die Bürger akzeptierten es. „Wir haben mehr Zuspruch und deutlich weniger Beschwerden als befürchtet“, sagt Klehr. Inzwischen können Pässe wieder ohne Termin abgeholt werden. Dennoch habe sich die Terminvergabe bewährt. „So wissen die Kunden, dass sie innerhalb von einer halben Stunde drankommen.“

Überlegenswert sei auch, ob man weiterhin nur einen Zugang zum Rathaus öffne. „So irren die Leute nicht mehr im Gebäude herum“, sagt Klehr. Daher will man überlegen, ob man gewisse Dinge beibehalten sollte. So lässt sich der Pandemie zumindest etwas Positives abgewinnen.

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