1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fürstenfeldbruck
  4. Fürstenfeldbruck

Demo gegen Spaziergänger: Mit Lichtkunst für Solidarität und Gemeinsamkeit in der Corona-Pandemie

Erstellt:

Von: Andreas Daschner

Kommentare

Mit Lichtkunst demonstrierten Brucker gegen die so genannten Corona-Spaziergänger.
Mit Lichtkunst demonstrierten viele Brucker gegen die so genannten Corona-Spaziergänger. © Ulrich Tausend

Ein leuchtendes Zeichen für Solidarität setzten gut 150 Menschen am Rande des sogenannten Spaziergangs der Coronamaßnahmen-Gegner am Montagabend in der Brucker Innenstadt. Mit einer Lichtmalerei stellten sich die Gegendemonstranten den rund 600 Spaziergängern entgegen.

Fürstenfeldbruck - Mit etwas mehr als 150 Teilnehmern hat sich die Anzahl der Gegendemonstranten im Vergleich zur Vorwoche verdoppelt. Diese Demo war im Gegensatz zum Spaziergang ordentlich angemeldet worden. Zu Beginn der Demonstration zeichneten die Teilnehmer mit den Displays oder Taschenlampen ihrer Handys auf dem Vorplatz des Sparkassen-Gebäudes Symbole wie Herzen oder Sterne in die Luft oder strahlten ihren Nebenmann an.

Gegendemo am alten Rathaus

Der Lightpainting-Experte Ulrich Tausend choreografierte die Aktion von den Stufen des alten Rathauses aus und hielt diese auf lange belichteten Fotos fest. So wurden die gezeichneten Symbole auf den Bildern sichtbar. Zu finden sind die Fotos in den sozialen Netzwerken mit dem Hashtag #ffbleuchtet. „Wir werden die Aktion auch am kommenden Montag wiederholen“, kündigte Tausend an.

Im Vorfeld waren indessen Befürchtungen laut geworden, dass Spaziergänger aus Landsberg und Starnberg nach Bruck kommen könnten. In deren Städten waren Allgemeinverfügungen gegen die Spaziergänge erlassen worden. In Starnberg wurde diese aber wieder gekippt, in Landsberg, wo sie nur für die Innenstadt galt, marschierten die Maßnahmengegner einfach in anderen Bereichen

OB wieder vor Ort

Brucks OB Erich Raff, der ebenfalls wieder vor Ort war, hatte offenbar durchaus ähnliche Befürchtungen. Denn er war am Volksfestplatz und sah sich dort die Autokennzeichen der Spaziergänger an. Doch der OB konnte in Sachen Demo-Tourismus Entwarnung geben: „Gut 90 Prozent waren Brucker Kennzeichen.“

Stattdessen waren dieses Mal in Bruck sogar gut 100 Spaziergänger weniger als in der Vorwoche unterwegs. Und die wurden außerdem auf eine andere Route gezwungen. Denn nach ihrem Solidaritätsfoto bildeten die Gegendemonstranten entlang der Hauptstraße eine Menschenkette, die von der Sparkasse bis etwa zum Restaurant Myra reichte. Und so marschierten die Spaziergänger dieses Mal ausschließlich auf der Haupt- und Schöngeisinger Straße über den Viehmarktplatz und die Pucher Straße im Kreis.

Zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei sorgten dafür, dass sich die Gruppen nicht vermischten. Zwar mussten die Beamten wiederholt auf die Einhaltung der coronabedingten Abstandsregeln hinweisen, insgesamt verlief der Spaziergang aber weitgehend friedlich. Laut Polizei musste einer Person ein Platzverweis erteilt werden, von einem 59-jährigen Eichenauer wurden außerdem die Personalien aufgenommen, nachdem er Einsatzkräfte beleidigt hatte. Nach rund einer Stunde waren beide Demos beendet.

Auch interessant: Corona-Spaziergänge: Bürgermeister starten Petition zu Zusammenhalt und Solidarität

Auch interessant

Kommentare